Schlagwort: Michael Braun

Einmal rief Thomas Kling mich an

Einmal rief Thomas Kling mich an, als ich in Berlin lebte,
auf Zeit in einem Raum mit aufblasbarem Bett
und Telefon, zweiter Hinterhof, lebendig begraben.

Was in mir tobt bin ich

91 Wörter, 1 Minute Lesedauer. Kerstin Preiwuß Die Windsbraut schläft in mir.Ein schaukelndes Embryo in jeder Ohrmuschel.Wie beruhigt mich dass sie sich bewegt.Ich bin gut aufgehoben egal was in mir tobt.Die Windsbraut hat sich in mein Ohr gelegt.Übers Jahr ist es umgekehrt.Der Wind schläft… Continue Reading „Was in mir tobt bin ich“

sich festhaken an einem wort

immer dies gehen, dies sich festhaken an einem wort, das vielfüßig sich behauptet, im vers, dies buchstabieren von neuem …

L&Poe Journal 2 (2022)

#02-2022 In dieser Ausgabe: Editorial | UKRAINE (Wikyrtschak | Ames | Witte) | NEUE TEXTE (Igel | Peters | Genschel | Becker | Struzyk | Endres | Hefter | Hoffmann | Reyer) | ALTER TEXT ( Poe: Der Rabe | Wobbe: Niejohr) | DOSSIER… Continue Reading „L&Poe Journal 2 (2022)“

Zum Tod von Michael Braun

L&Poe Journal #02/2022 Kurz vor Weihnachten starb unerwartet der Literaturkritiker und unermüdliche Netzwerker und Lyrikförderer Michael Braun. In früheren Jahren war er häufig auch auf diesen Seiten zu lesen. Wir trafen uns in Freiburg / Staufen und gelegentlich am Rand von Veranstaltungen. Ich glaube,… Continue Reading „Zum Tod von Michael Braun“

L&Poe ’17-14

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Jan Skudlarek, Bobrowski 100, Buchmesse-Wahrheit, Hansens… Continue Reading „L&Poe ’17-14“

L&Poe Rückblende: April 2002

Lyrik im „Spiegel“ Wenn Lyrik im „Spiegel“, muß schon irgend etwas Nachrichtenwürdiges: Großmaul vom Gardasee. Zoten, Sex und Pornografie – ein Altphilologe hat den vulgärsten Dichter Roms neu entdeckt. Sein Name: Catull. Aus dem Inhalt: Und was sagte Cäsar? Ignorierte er den Tunten-Vorwurf? /… Continue Reading „L&Poe Rückblende: April 2002“

L&Poe-Rückblende März 2002

Viel Lob und ein wenig Kritik auch im März 2002. – Aber zuvor über zwei Tote Karl Krolow „Die Gedichte, die er Tag für Tag schreibt“, liest man in Peter Härtlings schönem, sehr persönlichem Nachwort, „sind nicht mehr nur Gedichte, sie haben sich befreit von… Continue Reading „L&Poe-Rückblende März 2002“

L&Poe Rückblende – Oktober 2001

Thomas Kling lebt und kommt auch im Oktober öfter vor Z.B. hier „Das Abscannen von Gesichtsdaten“ nannte Thomas Kling in seiner Laudatio das poetische Verfahren von Friederike Mayröcker, und es ist, als hätten die jungen Lyriker eine Ahnin im alten Wien gefunden: eine Meisterin… Continue Reading „L&Poe Rückblende – Oktober 2001“

L&Poe Rückblende – September 2001

Wie ist doch die Zeitung aktuell Am 1. September 2001 druckt die taz Notizen von Klaus Siblewski zu Telefongesprächen mit Ernst Jandl.  Am 4. 10. 1998 ein immer aktueller Vorschlag: Ob ich ihm mein Ohr leihen könnte, ein Ohr und vielleicht noch ein Stück meines… Continue Reading „L&Poe Rückblende – September 2001“

L&Poe-Rückblende Mai 2001

8 gegen 58. Der Georg-Büchner-Preis für Männer So überschreibt Iris Radisch einen Kommentar zum Büchnerpreis für eine Frau. Die Zahlen bezeichnen das Verhältnis weiblicher zu männlicher Preisträger. Wenn Frau Radisch schreibt: „Nachdem Grass, Walser, Enzensberger, Müller, Strauß und Handke schon dran waren, kamen sogar… Continue Reading „L&Poe-Rückblende Mai 2001“

L&Poe-Rückblende März 2001

Inger Christensen lebt und schreibt über Zweifel an der Dichtung Ich bin keine Sterndeuterin, ich bin eher eine Handwerkerin. Die Dichtung ist ja auch nur eine Stimme unter den vielen Stimmen der Welt. Und sie ist auch kein Medium, das besonders geeignet ist, auf… Continue Reading „L&Poe-Rückblende März 2001“

Störfall

„Unsere übertragungen“, so hat einmal der Philosoph und Sprachforscher Rudolf Pannwitz angemerkt, „auch die besten gehen von einem falschen grundsatz aus sie wollen das indische griechische englische verdeutschen anstatt das deutsche zu verindischen vergriechischen verenglischen. Sie haben eine viel bedeutendere ehrfurcht vor den eignen… Continue Reading „Störfall“

Pflichtlektüre

So kann man es einen Glücksfall nennen, dass der „Merkur“ eine neue Reihe zur Gegenwartslyrik eingerichtet hat, die „inter_poems“, in der jeweils deutsche Lyrikeri(innen) die Sprachgrenzen überschreiten und auf internationale Autoren aufmerksam machen. Im August-Heft beschäftigt sich die Dichterin Uljana Wolf mit der kanadischen… Continue Reading „Pflichtlektüre“

Gegen das vorschnell identifizierende Denken

Michael Braun: Der Zusammenherstellungs-Zwang wird doch auch von Günter Eich verweigert, er zieht sich doch auf eine Negation zurück: Leute, „es reicht“. Jürgen Nendza: Ja, das Gedicht endet mit einer abwinkenden Geste. Aber wir wissen, Günter Eich hat weitergeschrieben. Der ursprüngliche Wahrheitssucher Günter Eich,… Continue Reading „Gegen das vorschnell identifizierende Denken“