Willkommen bei Lyrikzeitung & Poetry News!. Sie finden hier 1. Tageszeitung: Jeden Tag um sechs ein Gedicht 2. Journal #04 – 2025 | #03 – 2023 | #02 – 2022) | #01 (Morgensternfest, 2021), 3. Archiv: viele tausend Nachrichten seit dem 1. Januar 2001.
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*) Der Begriff setzt sich zusammen aus den Silben nama (verbeugen), as (ich) und té (du). Übersetzen lässt sich Namasté also mit „Verbeugung zu dir“ oder „Ich verbeuge mich vor dir“. Damit drückt man Ehrerbietung aus und erkennt die Anwesenheit des Gegenübers dankbar an. (Google)
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Peter Zemla
Einführung ins Aikylische
Man müsse in jedem Fall die Geschichte
des kleinen Landes mitdenken, dann erst
entwickele man ein Gespür für das Markige
seiner Sprache. Beispiel: Der kehlige Laut
ohne Vokal, in unseren Ohren nicht mehr
als ein Röcheln, bedeute Sich bäuchlings
auf den Rücken zu legen mit hinter dem
Kopf verschränkten Händen. Oder: Der
Grimmsche Satz Aber der Wolf fand sie
alle und verschluckte sie, außer das jüngste
in der Wanduhr heiße ganz einfach krok.
Aus Jahrbuch der Lyrik 2023. Hrsg. Matthias Kniep und Sonja vom Brocke. Frankfurt/Main: Schöffling, 2023, S. 181
Peter Zemla, geboren 1964, lebt in Bayreuth.
168 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Jochen Ziem
(* 5. April 1932 in Magdeburg; † 19. April 1994 in Berlin)
1
Meine ersten Texte sind jetzt gedruckt langsam werde
ich besser
2
Vor dem Spiegel übe ich Würde ich bereite mich auf
Besuch vor junge Dichter werden Versuche vorlegen ich
werde naja sagen
3
Ich studiere jetzt ruhige Gesten
4
Über die Preise der Akademien werde ich schmunzeln
na wenn schon ich habe es immer gewußt der Nobelpreis
riecht mir nach Pulver der Stalinpreis wurde zu spät
umbenannt
5
Ohnehin ist mein Ehrgeiz ganz anders gerichtet mit dem
Finger werde ich auf Frauen weisen können wie auf eine
Ware die ich haben will
Ich werde bald oben sein
Aus: Panorama moderner Lyrik deutschsprechender Länder. Von der Jahrhundertwende bis zur jüngsten Gegenwart. Hrsg. Wolfgang Hädecke und Ulf Miehe. Mit einem Vorwort von Wolfgang Hädecke. Gütersloh: S. Mohn, o.J. (ca. 1965), S. 479f
Wolfgang Hädecke studierte Germanistik an den Universitäten in Halle und Leipzig, wo er mit Uwe Johnson befreundet war. Er war Praktikant am Stadttheater in Greiz und beim Berliner Ensemble. 1956 verließ er die DDR und ging in die Bundesrepublik Deutschland.
314 Wörter, 2 Minuten Lesedauer.
Gestern Abend meldeten soziale Netzwerke, dass der Lyriker Hellmut Seiler gestorben ist. Seiler wurde 1953 als Angehöriger der deutschsprachigen Minderheit der Siebenbürger Sachsen in Rumänien geboren und gehörte in den 1970er Jahren zu dem mächtigen Häuflein junger Autoren, die dort unten, fern von den west- und ostdeutschen Literaturzentren, im Banat, in Siebenbürgen und Budapest eine starke Literaturszene bildeten, ermuntert von einem kulturpolitischen Tauwetter Mitte der 1960er Jahre und hart ertrotzt und verteidigt gegen regressive und repressive Tendenzen, die schon ein paar Jahre später den Frühling wieder beendeten. Ein paar Jahre konnten die jungen Literaten in ihrer kleinen Nebenszene den Tauwetterkurs halten, in diesen Jahren lernte ich die Zeitschrift „Neue Literatur“ kennen und bewunderte eine vielfältige und mutige Literatur, ich las Prosa von Herta Müller und Gedichte von Richard Wagner, Werner Söllner, William Totok, Franz Hodjak, Horst Samson, Hellmut Seiler und anderen. Die dünnen Hefte dieser Zeitschrift entwickelten zunehmend einen harten Spagat zwischen unsäglichen Ergebenheitsadressen an den großen Conducator (d.i. Führer) Nicolae Ceaușescu in Wort und Bild am Heftanfang und frechen literarischen Texten im Inneren. Es schien eine Arbeitsteilung zu geben zwischen Literaturfunktionären, die den politischen Senf lieferten, und den Autoren, denen so ein gewisser Spielraum noch blieb. Dort las ich auch dieses Gedicht von Hellmut Seiler, das meine Stimmungslage in diesen Jahren genau traf. R.i.p.
Hellmut Seiler
(* 19. April 1953 in Rupea, Rumänien; † 16. Juni 2026)
agronomisch
gepflanzt wird
in vollgeregelten abständen
in reih und glied
unter strenger berücksichtigung der faktoren
die ordnung und aufsicht sichern
optimales ausgesetztsein den witterungsverhältnissen
unterbindung aller eigenmächtigen fortpflanzung und
zusammenrottung sowie zurechtstutzen der
seitentriebe
unter bedingungen bester einpassung und
verwurzelung
bei kleinstmöglicher gewährung von unnützem
freiraum
harren die setzlinge des kommenden
so werden sie ihrer bestimmung zugeführt
die das feld bestellen
sehen zuversichtlich
der blühenden zukunft
entgegen
Aus: Der Herbst stöbert in den Blättern. Deutschsprachige Lyrik aus Rumänien. Herausgegeben von Peter Motzan. Berlin: Volk und Welt, 1984, S. 45
146 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Martin Pohl
(* 28. März 1930 in Festenberg, Schlesien, heute Twardogóra, Polen; † 23. September 2007 in Neubrandenburg)
SCHWEDISCHES SONETT
Freut euch, so lang noch grüne Häuser stehn
In grüner Wildnis, worin Eulen schreien!
Und stoßt die Fenster auf, euch zu befreien,
Die Fenster, die euch lehren, weit zu sehn.
Wozu sich von dem anderen entzweien,
Der mit euch spürt des grünen Windes Wehn?
Ihr seid allein. Was kann euch noch geschehn?
Und es tut wohl, dem Wind ein Ohr zu leihen.
Der Abend reicht euch Ringe aus Smaragd,
Gießt grüne Dämmerungen ins Gesträuch,
Schon schwindet, was euch eigen war: die Wildnis.
Und grüne Fische streunen selig, nackt,
Fast etwas irr durch dieses schöne Bildnis
Zu grünen Fenstern hin und finden euch.
Aus: Martin Pohl, Nur ein Erinnern traumumflort. Ghaselen, Sonette und andere Gedichte. Mit Zeichnungen von Joachim Lautenschläger. Neubrandenburg: federchenVerlag, 2003, S. 48
518 Wörter, 3 Minuten Lesedauer.
Pierre Reverdy
(* 13. September 1889 in Narbonne; † 17. Juni 1960 in der Abtei Saint-Pierre bei Solesmes)
Ein Schweigen das lügt
Warte warte
sanftmütig im Qualm der Fackeln
entfesselten Atems den der Sturm skandiert
Körner voll Lebens treiben über den Boden
und füllen nach und nach die Radspuren
Es schreit der Wind er wechselt die Richtung
im verzweifelten Lauf der eroberten Geschicke
Schwarz oder weiß
aber auf der Stirn ist er rot
Im Inneren des Himmels wo die Schmiede geheizt wird
warte auf den Augenblick deinen Knebel zu winden
Auch zum Beißen ist der Mund gemacht
zu geifern und den Schweiß zu trinken der Furchen zieht
zum Lachen zum Lügen
deine Befreiung zu singen
Rosig und frisch wie eine Wunde
war er schöner als vorher
aber er wußte nicht mehr was sagen
Aus dem Französischen von Max Hölzer, aus: Pierre Reverdy: Quellen des Windes. Gedichte aus den Jahren 1915 – 1948. München: Kösel-Verlag, 1970, S. 111
Le Silence qui ment
Attends attends
Placide dans la fumée des torches
Le souffle déchaîné que rythme la tourmente
Une traînée de grains pleins de vie sur le sol
Comble peu à peu les ornières
Il crie le vent qui change ses ressorts
Dans la course éperdue des destinées conquises
Noir ou blanc
Mais il est rouge au front
A l'intérieur du ciel où l'on chauffe la forge
Attends le moments de tordre ton bâillon
La bouche est faite aussi pour mordre
Pour baver et boire la sueur qui creuse des sillons
Pour rire pour mentir
Pour chanter ta délivrance
Rose et fraîche comme une cicatrice
Elle était plus belle qu'avant
Mais elle ne savait plus quoi dire
Ebd. S. 110
Pierre Reverdy
Die Funktion der Poesie (Auszug)
Gibt es auf der ganzen Welt ein Wort, das bedeutungsvoller wäre, von dem ein stärkerer Zauber ausginge, als das Wort Poesie? Gibt es, andererseits, ein zweites Wort, das leichter als dieses verspottet und verkannt – so häufig verwendet und so schlecht definiert würde? Für gewöhnlich dient das Wort, dienen die Worte, dazu, die Dinge zu definieren, zu bedeuten – sie von ihrem Gewicht zu befreien, sie durch den Geist leicht, beweglich und geschmeidig zu machen. Was aber die Dichtung angeht, könnte es scheinen, als hätte man dem Ding das aufgebürdet, was Sache des Wortes wäre. Man sagt, dies oder jenes Ding sei poetisch. Man glaubt, einander zu verstehen. Aber rasch gewahrt man, daß man sich schon nicht mehr so gut versteht, sobald man sich anschickt, genauer zu bestimmen, weshalb und inwiefern dies oder jenes poetisch ist oder nicht. Und zwar vielleicht bloß darum, weil man das, was man bezeichnen möchte, dort unterbringt, wo es sich nicht befindet.
Die Poesie ist nicht in den Dingen – so wie Farbe und Duft in der Rose sind und von ihr ausgehen –, sie ist im Menschen, und nirgends sonst, und der Mensch legt sie in die Dinge, wenn er sich ihrer bedient, um sich auszudrücken. Sie ist ein Bedürfnis und ein Vermögen, eine Notwendigkeit für den Menschen – eine jener Notwendigkeiten, die über sein Schicksal entscheiden. Sie ist eine eigene Art des Empfindens und Denkens.
Aus dem Französischen von Friedhelm Kemp, ebd. S. 128
Urs Allemann
psälmchen
mir fällt das hirn raus, mach ich ohne weiter
mich kratzts nicht dass mal schluss ist mit
dem jawozuler, dem warumerich
mein ist das wort pantoffeltierchen – hopsla
Aus: Jahrbuch der Lyrik 2024/25. Hrsg. Matthias Kniep und Karin Fellner. Frankfurt/Main: Schöffling & Co., 2024, S. 204
189 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Karl Kraus
(* 28. April 1874 in Jičín, Böhmen, damals Österreich-Ungarn; † 12. Juni 1936, heute vor 90 Jahren, in Wien)
KOMPETENZ VOR DER SPRACHE Ja, die Sprache beherrscht unser Herr, der Kommis. Ihm ist sie zur Hand und mich zwingt sie aufs Knie. Sie ist seine Magd und er geht mit ihr um, und ich bin ihr Diener und mich macht sie stumm. Was hör' ich? Wer vor einem Bild sich nicht traut zu sprechen, wird vor dem Gedichte laut? Das macht, er selbst kann nicht malen, doch sprechen, drum kann er sich gleich an dem Sprachwerk rächen. Wenn einer vor Symphonieen zwar schweigt, so weiß er doch, wie so ein Dichter geigt! Das macht, er kann selber sprechen, nicht geigen, drum wird er einmal es dem Dichter zeigen. Man sollte die Kompetenzen vermehren, die sprechenden Esel auch singen lehren, und die Umgangsmusik durch die Kunst noch ergänzen, die Kleider mit Farben anzutrenzen. Die Frage »Wie gehts?« sei gemalt, sei gesungen, zur Not sei sie gar in Gips noch gelungen. Daß vor keiner der Künste verstumme, nein nie, der die Sprache beherrscht, unser Herr, der Kommis! Aus: Karl Kraus, Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1989 (Schriften, Band 9), S. 151
202 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Zum 80. Geburtstag des Lyrikers Richard Pietraß sein Gedicht auf das Geburtsjahr 1946.
Richard Pietraß
(* 11. Juni 1946 in Lichtenstein (Sachsen))
1946
Im Stichjahr meiner Geburt
War die Welt nicht heil
Meinem gejagten Vater
Brannte das Hinterteil
Meine brave Mutter
Hat mich hungernd getragen
Ihre wortlose Güte
Ist nie zu Buche geschlagen
Den Geschwistern dreien
Bin ich Mitesser gewesen
Sie werden mir verzeihen
Wenn sie die Zeilen lesen
Der Himmel lag in Scherben
Noch Gott gebrachs an Leim
In Asche gingen die Erben
Und suchten die Wälder heim
Wer einen Schuppen gefunden
Genoß die ärmliche Lust
Die Mütter zählten die Stunden
In der milchleeren Brust
Im Strichjahr meiner Geburt
War die Welt nicht heil
Daß sie es wenig wurde
Trag ich geringes Teil
Aus: Richard Pietraß: Notausgang. Gedichte. Berlin und Weimar: Aufbau, 1980, S. 47
Heute wird der Dichter, Übersetzer und Herausgeber Richard Pietraß achtzig Jahre alt. Seit den 1970er Jahren gehört er zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Lyrik. Besondere Bedeutung gewann Richard Pietraß auch als Entdecker und Förderer anderer Autorinnen und Autoren. Als Herausgeber (Poesiealbum, Temperamente), Anthologist und Gesprächspartner hat er die deutschsprachige Lyrik über Jahrzehnte mitgestaltet und zahlreichen Stimmen Öffentlichkeit verschafft.
Lieber Richard, alles Gute zum 80. Geburtstag! Sto lat!
221 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
LJ Jeschke
Letztes süßes Stückle
1
Wenn ich Stress habe
Fällt es mir leicht
Zu vergessen
Was mich glücklich macht.
Mit vergessen meine ich nicht nur
Dass ich vergesse
Was mich mal glücklich gemacht hat
Sondern auch, dass ich vergesse
Das zu tun
Was mich glücklich machen könnte
Zum Beispiel, dass ich einen Körper habe.
Und laufen gehen könnte. Es geht nicht.
Ich gehe nicht.
Zum Beispiel, dass ich einen Körper habe.
Und mich auf den Sessel setzen und lesen könnte
Und lesen könnte
Während der Geschirrspüler läuft.
Was wäre das für ein Moment???
Wenn weder ich
Noch ein anderer Mensch auf der Welt
Arbeiten müsste!
2
Nicht nur leben wir in Endzeiten
Jetzt auch noch das:
Guck, dort hinten taumelt
Das letzte süße Stückle dieser Welt
Unangebissen und unerreichbar
Ins ferne, weite Universum.
2024
Aus: LJ Jeschke: 1*er schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte. hochroth München, 2026, S. 48
LJ Jeschke ist Lyriker*in und Übersetzer*in und lebt in München. Bei hochroth München erschien zuletzt deren Band Die Anthologie der Gedichte betrunkener Frauen (2019), der in die Lyrik-Empfehlungen aufgenommen sowie mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Dey schreibt auf Deutsch und auf Englisch.
Veröffentlichungen
96 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Susanne Eules
WO
Wo könnten wir geborgen sein?
José F. A. Oliver, Finnischer Wintervorrat
kønnten wir
geborgn sein
im herzkam
merruch im
schweigver
weiss --
im stockn
des pen
dels in ner
reichung
des handlosn
ziffernblatts
Aus: Susanne Eules: Ůbern růckn des atlantiks den rand des nachmittags. gedichte. Hamburg: Fixpoetry, 2012, S. 26
Wenn man sich auch nur ein bißchen dafür interessiert, was man heute mit Sprache alles machen kann, dann sollte man sich Susanne Eules Gedichte anschauen. Wenn man sich aber dafür interessiert, was Sprache mit einem machen kann, dann muß man es sogar.
Ulf Stolterfoht
276 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Fred von Zollikofer
(4.1.1898 Hamburg – 11.7.1937 Berlin)
MÜDER GLANZ DER FRÜHEN TAGE I.
Wir sind so blaß von Gedanken,
Den sündhaft lächelnden kranken,
Und sind wie die sterbenden Ranken
An herbstlichen Lauben im Wind.
Wir sind so ermüdet von Träumen,
Erstanden in dämmernden Räumen,
Und gleiten wie Blätter von Bäumen,
Die sonnenverlassen sind.
Wir schreiten zart in den Schatten,
Den traurig glänzenden, matten,
Die jung wir empfangen hatten:
Durch irdisches, hilflos, ein Kind.
Aus: Poesiealbum 397. Fred von Zollikofer. Auswahl: Martin A. Völker. Bilder von Ludwig Meidner. Wilhelmshorst: MärkischerVerlag, 2025, S. 3
Fred von Zollikofer wurde am 4. Januar 1898 in Hamburg geboren. Sein Vater war ein »Militär«, die Mutter stammte aus einer Berliner Kaufmannsfamilie, wo er aufwuchs. Als Kürassierleutnant überlebte er den 1. Weltkrieg. Nach dem Krieg entfaltete er ein reiches Musenleben als Kritiker, Übersetzer und Herausgeber. Die Morbidität Berlins und das Idyllische neben dem Rauhen und Häßlichen bannten seine Fantasie; dieser wilden Mischung widmete er sein dichterisches Schreiben. Mit seinen Lyrikbänden Die frühen Tage (1921) und Über Maschinen das Licht (1928) zählte Zollikofer zu den aufstrebenden Dichtern und wichtigsten Talenten seiner Generation. Zollikofers Texte durchleuchten jenes urbane Leben, das Ludwig Meidner in seinen Bildern bannte. Die neuen Medien Radio und Film faszinierten Zollikofer, er gehörte zum »Kreis der Zwölf«, der ab 1929 in Hamburg neue Literaturformate für den Hörfunk erprobte. Die Autoren kannten sich durch die Anthologie Junge deutsche Lyrik (1928). (…) Nach 1933 stand er den Nationalsozialisten ablehnend gegenüber, was er mit seinem Leben bezahlte: Er wurde 1936 ins Gefängnis in Spandau und Berlin-Moabit inhaftiert, wo man den Dichter an Tuberkulose infiziert entließ. Qualvoll beendete die Krankheit am 11. Juli 1937 sein Leben.
(Ebd.)
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