Kategorie: Europa

Und dann?

Was er schrieb, las alle Welt,
Und es brachte irgendwann,
Abgesehen von gutem Geld,
Freunde, deren Freundschaft hält;
»Und dann? « sang Platons Geist, »und dann? «

Max Jacob (1876-1944)

Oh! ja! meine Augen werden sich mit Tränen füllen, und wenn ihr vorbeigegangen seid, werden meine Tränen nicht aufhören, da ich weiß, zu welchen Schlünden ihr wandert! ich kenne, besser als jeder andere, den, der euch beim Umweg auflauert! //

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„Die Welt wird von Meinungen regiert“. Eine Klage von 1704

Wann sich der Krancke leget /
Meynst du / daß ihm die Zuflucht hin
Zum rechten Doctor träget?
Ach nein ! es hat die erst Instanz
Der Schmierer / Scherer / Kratzer /
Das alte Weib der Praler-Hans /
Der Lügner und der Schwätzer.
Schiebt der den Karren in den Koth /
Der Krancke will marchiren /
So will man in der letzten Noth
Zum Doctor appelliren. //

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Aber so kann man das nicht sagen

Der Lektor saß am Tisch
Und trank ein Glas Tee
Und las das Werk durch:
Gewiß ist das so
Aber so kann man das nicht sagen. //

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Menschen getroffen

Ich habe mich oft gefragt und keine Antwort gefunden,
woher das Sanfte und das Gute kommt,
weiß es auch heute nicht und muß nun gehen. //

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Die alte Fahne die klirrt

das alte Lied das stirbt
im Taumel der blauen Kolonnen
an Niemandes Strand. //

Schreibhand

jetzt

setz dich hin. Setz dich,
so wie du immer
dagesessen hast, als
ob die Sprache dir

ein frisch gestärkter
Kragen sei. Das ist
nicht viel. Ist nichts.
Muß alles sein. //

Himmel grüsst zart. Bietet dir Schluss

Niemand grüsst.
Niemand ein Wort.
Nie ruft den Namen
Dir Stimme des Menschen.
Würge dir ein
Hungers Wege.
Aufwärts! da oben
klingende Türe.
Verhungert.
Himmel grüsst zart,
Bietet dir Kommen und Schluss. //

nachdem sie den aufrechten gang erworben hatten

und als die welt in daten eingeschlossen war, gaben sich die menschen mit großer hingabe dem rechnen bin. alles addieren, um die lästigkeit des erzählens zu umgehen. bis sie rechenmaschinen erfanden, um nie mehr aus der höhle zu müssen und tag und nacht zu umgehen. //

Und dennoch

Als wär ich todkrank gewesen,
muß neu ich die Welt beginnen,
jede Gestalt neu erlernen,
neue Wortgefüge ersinnen. //

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Vorteil der Gedichte

gedichte haben ja immerhin den vorteil,
dass man die meisten schnell vergisst – //

Am Tage angehabt

Der Rock, am Tage angehabt, /
er ruht zur Nacht sich schweigend aus; /
durch seine hohlen Ärmel trabt /
die Maus. //

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Fuji

Fuji //

nie gesehen /
schon gar nicht /
erfasst /
erhebst du dich /
über träume /
wirr oder unwirr //

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Zwei Spanien

Es gibt jetzt einen Spanier, der leben /
will und zu leben beginnt /
zwischen einem Spanien, das stirbt, /
und einem anderen Spanien, das gähnt. //

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Majestät stolziert durch die Straßen

269 Wörter, 1 Minute Lesedauer. In der ersten Ausgabe des „allerletzten Revolverblattes von Prenzlauer Berg“, TorTour, veröffentlichte Bert Papenfuß seine Fassung eines Gedichts des russischen Futuristen Welimir Chlebnikow. Ich verzichte heute auf das Original. Vielleicht können wir uns darauf einigen: Seine Fassung möchte nicht… Continue Reading „Majestät stolziert durch die Straßen“