Kategorie: Asien

Stimme aus Israel

Die Anthologie „Stimmen aus Israel“ dokumentiert eine kurzlebige Literatur, entstanden im Wesentlichen in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Deutschen (Deutschsprachigen), denen die Flucht aus Europa und die Einreise nach Palästina gelungen war, und inzwischen so gut wie verschwunden. Von den 26 Autoren… Continue Reading „Stimme aus Israel“

Nur wer allein schläft

Die Dichterin Takashina Kishi (auch Kō no naishi, „Aufwärterin der Familie Takashina“ und Gidōsanshi no haha, „Mutter des stellvertretenden Ministers“) starb vor 1025 Jahren, im Oktober des Jahres 996. Sie ist eine der 36 unsterblichen Frauen der altjapanischen Dichtung. Das folgende Gedicht schrieb sie,… Continue Reading „Nur wer allein schläft“

Gleich geworden

Rumi (Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī, geboren am 30. September 1207 in Balch, heute in Afghanistan, oder Wachsch bei Qurghonteppa, heute in Tadschikistan; gestorben am 17. Dezember 1273 in Konya, Türkei) 16. Das spröde Erz ist weich geworden, Weich unter deinem Streich geworden. Du hast… Continue Reading „Gleich geworden“

Ob Li Po ein Säufer war

Yi Chŏng-Bo (um 1721 – 1741) Ich ließ dem Knaben mein Gewand, der Wirt empfange es als Pfand! Schick einen Blick zum Himmel hin, den Mond zu fragen, ob Li Po, der Hochberühmte, jemals so ein Säufer war, wie ich es bin. Anm.: Li… Continue Reading „Ob Li Po ein Säufer war“

Großmeister Kyunyŏ

Großmeister Kyunyŏ (Koreanisch: 균여; Hanja: 均如), 20. September 917 – 19. Juli 973, koreanischer buddhistischer Mönch und Dichter) Wasser und Eis sind vom gleichen Stoff: Erleuchtung und Täuschung sind eins. Nicht achtet unser Meister Du und Ich. In ihm sind alle, die wir leben,… Continue Reading „Großmeister Kyunyŏ“

Notizen

Cyrus Atabay (* 6. September 1929 in Teheran; † 26. Januar 1996 in München) Aus: Notizen 1 Was für ein Geschäft ich treibe? Ich handle mit zerrissenen Büchern. Und lebe vom Gutglück. 2 Ich habe es weit gebracht: ich brauche weniger Schlaf als ein… Continue Reading „Notizen“

Hannah Senesch 100

Vor ein paar Jahren ging ich in Tel Aviv in eine Buchhandlung. Ich hatte begonnen, Hebräisch zu lernen, aber zum Bücherlesen reichte es noch lange nicht. Ich fragte mich zur Gedichtecke durch, klein wie in deutschen Buchhandlungen, nahm ein paar Bücher in die Hand… Continue Reading „Hannah Senesch 100“

Wer wird bleiben

Abraham Sutzkever (hebräisch אברהם סוצקבר , jiddisch אַבֿרהם סוצקעווער; auch Avrom oder Avrohom Sutzkever oder Sutzkewer; geboren 15. Juli 1913 in Smorgon, Russisches Kaiserreich, heute Weißrussland; gestorben 19. Januar 2010 in Tel Aviv) Wer wird bleiben? Wer wird bleiben, was wird bleiben? Bleiben wird… Continue Reading „Wer wird bleiben“

Was wenn

SAID Was, wenn ich deine Hand streicheln würde während du mir den Cognac einschenkst ohne auf deinen Mann zu schauen? Was, wenn ich dich bei der Hand nehmen und ins Schlafzimmer bringen würde ohne mich umzudrehen? Was, wenn ich mich neben dich legen und… Continue Reading „Was wenn“

Heimlicher Hinweis

‚Ulayya bint al-Mahdi Arabische Dichterin und Musikerin, Tochter des abbasidischen Kalifen al-Mahdi in Bagdad, Schwester des Kalifen Harun al Raschid, 777-825 (Arabisch: عُلَيّة بنت المهدي‎) Heimlicher Hinweis sind unsere Blätter, Sendbote uns der Pupille Licht Werden doch Briefe manchmal gelesen. Und unsern Boten trauen wir… Continue Reading „Heimlicher Hinweis“

Angesäuselt für Sekretär Zhang geschrieben

Han Yü (768-824) Angesäuselt für Sekretär Zhang geschrieben Voll von streng riechenden Köstlichkeiten sind die Platten der jungen Reichen von Chang’an. Ohne die literarische Inspiration des Zechens füllen sie nur die Freudenmädchen ab und gleichen – trotz ausgelassenem Mahl – einem Schwarm umherschwirrender Mücken.… Continue Reading „Angesäuselt für Sekretär Zhang geschrieben“

Möwe

Und noch ein türkisches Kurzgedicht. Deutsch von Stan Lafleur. Melih Cevdet Anday Martı Martı bir majesküldür Küçük bir çocuğun yazdığı ** Möwe Die Möwe ist ein Großbuchstabe von einem kleinen Kind geschrieben

Herein

Okay, wenig sagen. Sabahettin Kudret Aksal (* 25. April 1920, İstanbul – † 19. April 1993) Der Gast Es schellte Herein kam Der Kirschbaum. Aus: Aus dem goldenen Becher. Türkische Gedichte aus sieben Jahrhunderten. Annemarie Schimmel. 2. überarb. Aufl. Köln: Önel, 2002, S. 238

Sag wenig

Oktay Rifat (* 10. Juni 1914 in Trabzon; † 18. April 1988 in Istanbul) Poesie Sag wenig Kaum sichtbar dein Taschentuch Halb gestopft deine Pfeife Mach kleiner die kleinen Zettel Unserer täglichen Poesie. Şiir Az söyle Mendilin görünür görünmez Pipon yan dolu Küçük kâğıtlarını… Continue Reading „Sag wenig“

Was soll ich tun?

Rumi (Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī, geboren am 30. September 1207 in Balch, heute in Afghanistan, oder Wachsch bei Qurghonteppa, heute in Tadschikistan; gestorben am 17. Dezember 1273 in Konya, Türkei) Ein selten Wild hab ich gefangen – was soll ich tun? Mein armer Kopf… Continue Reading „Was soll ich tun?“