Kategorie: Asien

Jiddisch

Abraham Sutzkever (hebräisch אברהם סוצקבר , jiddisch אַבֿרהם סוצקעווער; auch Avrom oder Avrohom Sutzkever oder Sutzkewer; * 15. Juli 1913 in Smorgon, heute Smarhoń, Weißrussland; † 19. Januar 2010 in Tel Aviv) JIDDISCH Soll ich beginnen von Anbeginn? Soll ich, der ich kein Abraham…

Shelter

Lang Leav Shelter My father was a house, my mother was a home. (Lang Leav: Sea of Strangers, Simon + Schuster Inc., 2018, Pg 19. ISBN-10: 1449489893, ISBN-13: 978-1449489892) Noch ein Zitat: I don’t think you need to be in love to write. But you had to have been…

Gleichnisse

GLEICHNISSE Tschuang-Tse (Zhuāngzǐ, „Meister Zhuang“, Zhuāng Zhōu, chinesischer Philosoph und Dichter, 370 v.u.Z. – 287 v.u.Z.) Gleichnisse sind meine Reden zumeist und Worte, vor mir von anderen geprägt. Der Becher, der täglich zum Trunke kreist, doch den Abglanz des Ewigen in sich trägt. Der…

Mond und ich

Die Dichterin Shunzei no musume (1171? – 1254) war eine Zeitgenossin Walter von der Vogelweides. Anders als der Deutsche konnte sie auf eine jahrhundertalte Tradition zurückgreifen. Kaiser Gotoba erkannte ihren literarischen Rang und nahm sie in seinen Dichterkreis auf. Mit diesem Gedicht gewann sie…

Kommunikation über Bande

Ise war eine japanische Dichterin, die im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert lebte. 178 ihrer Gedichte sind in kaiserlichen Anthologien überliefert. Das folgende hat eine lange Überschrift, die gewisse biographische Informationen liefert. Es „verrät“ sich aber nur über Bande. Es spricht über einen…

Gedichte, die ihre Bedeutung unmittelbar ausdrücken

Ein Gedicht der Hofdame Nijō-in no Sanuki (1141-1217) aus der Anthologie „Sechsunddreißig Dichterinnen des Alten Japan. Höfische Dichtkunst der Heian- und Kamakura-Perode. 9. bis 13. Jahrhundert“ (Köln: DuMont Buchverlag Köln. In Zusammenarbeit mit der New York Public Library, 1992) (8R). Ein Gedicht über die…

Fern in den Bergen

Die japanischen Formen Tanka und Haiku scheinen dem westlichen Leser vielfach unmittelbar zugänglich. Auch weil seit Anfang des vorigen Jahrhunderts Künstler und Dichter sie adaptiert und unsere Augen und Ohren geschult haben. Klingt der folgende Tanka nicht wie aus Brechts Spätlyrik?   Hätt ich…

Was waren das für Zeiten

Kirti Chaudhury Was waren das für Zeiten Als die Dinge vorüberglitten Und wir verharrten Als säßen im Zug wir und sähen Die Landschaft den Blicken entschwinden Von Augenblick zu Augenblick Was saß dort auf dem Draht Nachtigall Kuckuck Spatz? Hoch droben am Himmel War…

Nicht mit dem Schwerte

Schah Faqir Allah Affrin Lebte als Derwisch an der Tür einer Moschee in Lahore, wo er 1741 starb Auch mit dem Schwerte kannst du     nicht die Rebellen bessern: Noch stärker brennt die Kerze,     schlägst du ihr den Kopf ab. Aus…

Nur wir beide

KAVITA SINHA Kavita Sinha (Jahrgang 1932), indische Schriftstellerin (Bengali), Radioproduzentin und Feministin, gab 1966 die sehr populäre, täglich erscheinende Lyrikzeitung Dainik Kavita heraus Nur wir beide Eben noch hunderttausend Lügen gesagt wir beide sechs Tassen Tee wir beide, sechs Tassen Tee und eben noch…

Sakontala

Goethe Will ich die Blumen des frühen, die Früchte des späteren Jahres,   Will ich was reizt und entzückt, will ich was sättigt und nährt, Will ich den Himmel die Erde mit Einem Namen begreifen;   Nenn ich Sakontala dich und so ist alles…

Sie ergreifen nicht den Moment

Schah Abdul Karim von Bulrri (Geboren 1636 Sind, gestorben 1694) Am Fluß-Ufer lebend,     sterben die Toren vor Durst – Sie schweigen voll Qual     und ergreifen nicht den Moment. Aus:  Die schönsten Gedichte aus Pakistan und Indien. Islamische Lyrik aus tausend…

Liebeskampf und Liebeslaute

Man schlägt auf viererlei Art: Mit dem Handrücken, mit der ausgestreckten hohlen Hand, mit der Faust, mit der flachen Hand. Die aus den Schlägen erwachsenden Schmerzen äußern sich in pfeifenden Wehlauten, deren man acht Abarten unterscheidet: Den Laut „Him“, das Donnern, das Girren, das…

Verhangener Himmel

Shamsher Bahadur Singh (Śamaśera Bahādura Siṃha) (* 13. Januar 1911, Dehradun, Indien, † 12. Mai 1993, Ahmedabad, Indien) Verhangener Himmel Verzweifelt starr ich empor zum verhangenen Himmel: Tief in das Wolkendickicht verkriecht sich der Mond; Und von allen Seiten Schleicht sich leise lachend die Nacht heran….

Altindisch

Ganz unerwartet zieht die junge Frau den alten Gatten an den Haaren zu sich, umarmt ihn heftig und küsst ihn: hierzu wird sie einen besondern Grund haben. Aus: Indische Sprüche, Sanskrit und Deutsch. Böhtlingk, Otto von [Hrsg.] Band 1: A-Na. St. Petersburg, 1863.