Schlagwort: Franz Fühmann

Selbstbildnis

Milán Füst  (geboren 17. Juli 1888 in Budapest; gestorben 26. Juli 1967 ebenda)  Selbstbildnis Ein Alter, hager und hakensinnig will auch ich sein, so, wie der Herr … Und solltest du fordernd fragen nach meinen Kindern, so werde ich voll Verachtung den Kopf abwenden … Denn keine Kinder hab ich, ich… Continue Reading „Selbstbildnis“

Prolog

Viktor Dyk (* 31. Dezember 1877 in Pšovka bei Mělník; † 14. Mai 1931 auf der Adriainsel Lopud, Jugoslawien) Prolog Sohn einer finstren Generation war ich, die mit sich und der Welt entzweit. Irgendein Vers berichtet noch davon: „Nur einen Tag des Glücks kennt… Continue Reading „Prolog“

Franz Fühmann 100

Franz Fühmann (* 15.1.1922 in Rochlitz/Riesengebirge (heute Tschechien), † 8.7.1984 in Berlin) Aber kein Kerker … Aber kein Kerker ist härter als der in die Seele gesenkt, was sind Schlösser und Schwerter, wenn der Geist ein Bild nicht mehr denkt, sich versagt ihm, versargt es… Continue Reading „Franz Fühmann 100“

Vergleich

Das Lyrikjahr 2022 hat begonnen, das Jubeljahr 2021 (Sibylla Schwarz 400) ist vorbei. Seit 1.1.21 habe ich jeden Tag einen Tweet mit dem Werk der Dichterin abgeschickt, wer dem folgte, konnte das gesamte Lied- und Sonettwerk und etliches andere in Zwitscherportionen lesen. Es läuft… Continue Reading „Vergleich“

Ganz und gar Herbstliche

František Halas  (* 3. Oktober 1901 in Brno / Brünn; † 27. Oktober 1949 in Prag) Ein berühmtes Gedicht des tschechischen Dichters in 3 Fassungen Die ganz und gar Herbstliche Ihre Kleider waren ganz herbstliche ihre Haare waren ganz herbstliche ihre Augen waren ganz herbstliche Ihr Mund war ein ganz herbstlicher ihr… Continue Reading „Ganz und gar Herbstliche“

Dennoch schauen

Ágnes Nemes Nagy  (* 3. Januar 1922 in Budapest; † 23. August 1991 ebenda)  Dennoch schauen Und dennoch schauen, schauen, sagte wer, sobald der Rauchvorhang es zuläßt, in der spaltgroßen Pause in diesem Augenblick zwischen dem Rauch, der Säure, dem Ammoniak, den Angriffen, schauen, weißt du, wie einen Tisch die Form… Continue Reading „Dennoch schauen“

Begegnen

Konstantin Biebl (* 26. Februar 1898 in Slavětín nad Ohří; † 12. November 1951 in Prag) Begegnen Auf der Welt ist kein Platz so bitter und traurig Daß zwei nicht einander begegnen könnten Weit hinter dem Meer und selbst in solcher Ödnis Wie dem… Continue Reading „Begegnen“

Morgenstern in der DDR

[✺]  Von Michael Gratz Facts first. Ich wurde in der DDR geboren und überlebte sie. In der DDR habe ich lesen gelernt, besuchte die Grundschule („Polytechnische Oberschule“) und das Gymnasium („Erweiterte Oberschule“), begann im 16. Lebensjahr, privat Gedichte zu lesen, schloss die Universität in… Continue Reading „Morgenstern in der DDR“

Kurze Geschichte der bulgarischen Lyrik

Christo Botew (auch Hristo Botev, bulgarisch Христо Ботев, * 25. Dezember 1847 jul./ 6. Januar 1848 greg. in Kalofer; † 20. Mai jul./ 1. Juni 1876 greg. – bei einem Aufstand gegen die türkische Herrschaft erschossen bei Wraza) (Hoffen wir das Beste, dass kein… Continue Reading „Kurze Geschichte der bulgarischen Lyrik“

Hirtenlied in Kriegszeiten

Miklós Radnóti (* 5. Mai 1909 in Budapest; von Deutschen ermordet am 9. November 1944 bei Abda nahe Győr) Erste Ekloge Quippe ubi fas verstim atque nefas: tot bella per orbem, tam multae scelerum facies; …*) Vergil Hirt: Lange schon sah ich dich nicht;… Continue Reading „Hirtenlied in Kriegszeiten“

Orient

Konstantin Biebl (* 26. Februar 1898 in Slavětín nad Ohří; † 12. November 1951 in Prag) Orient Immer schon hab ich die Köchinnen Um Muskat Vanille Zimt beneidet Auch liebe ich Weihnachten so sehr Diese mohammedanischen Feiertage Abends zur Weihnachtsstunde teilte Mutter langsam die… Continue Reading „Orient“

Poetik

Vítězslav Nezval (* 26. Mai 1900 in Biskoupky; † 6. April 1958 in Prag) Poetik Zuerst den Geizhälsen Verhöhnung! Ein Bild das alles rings in Brände setzt! Des Pöbels Gaukelein bei einer Krönung und Liebe ganz zuletzt Wir sind aus Gossen ein Gelichter vereint… Continue Reading „Poetik“

Hoffnung 1839

Mihály Vörösmarty (* 1. Dezember 1800 in Kápolnásnyék/Pusztanyék; † 19. November 1855 in Pest) In ein Gutenberg-Album Wenn einst die Nacht sich erschöpft und der Trugträume Priester verschwinden und das erstrahlende Licht Wahnwissenschaft nicht mehr zeugt; wenn einst das Schwert der Gewalt den rohen… Continue Reading „Hoffnung 1839“

Gewaltmarsch

Miklós Radnóti (geboren als Miklós Glatter, 5. Mai 1909 in Budapest, Österreich- Ungarn; gestorben 9. November 1944 auf einem Gewaltmarsch* bei Abda nahe Győr)   Berlin: Volk und Welt, 1967, S. 89. Nachdichtung und Nachwort Franz Fühmann Forced March You’re crazy. You fall down,… Continue Reading „Gewaltmarsch“

Rückblende L&Poe Dezember 2001

Der Dichter Christian Saalberg lebt und begeht seinen 75. Geburtstag: Doch es war vor allem die surreale Lektüreerfahrung, die Saalberg „unmerklich veränderte, zu einem anderen Menschen machte“. Allerdings sah die Kunstironie des Nachkriegsschicksals für Deutschland kaum mehr die surreale Strömung vor (obwohl oder gerade… Continue Reading „Rückblende L&Poe Dezember 2001“