Schlagwort: Walter Höllerer

Gestorben

«Ich brauche dieses Leben», so heisst der Gedichtband, mit dem Werner Lutz 1979 im Suhrkamp-Verlag debütierte. Da war er, mit Jahrgang 1930, bereits 49 Jahre alt und längst ein bekannter Lyriker – und immer noch zu entdecken. Jahrelang hatte er schon geschrieben, erste Gedichte…

Das lange Gedicht

Mit der unterkomplexen Rezeption der Thesen zum langen Gedicht wurde leider eine der letzten Ausfahrten verpasst, Lyriktheorie ausgehend von einer ästhetischen Theorie der Literatur zu denken. Es wurde zu wenig über das poetologische Potential der Thesen gestritten, stattdessen zankten sich die Beteiligten um Bagatellen wie…

Sätze

Wir müssen uns den modernen Lyrik-Theoretiker als nervösen Leser vorstellen, angetrieben von einem permanenten Unruhezustand. Die alten Hierarchien in der Lyrik-Diskussion sind ins Wackeln geraten – und das ist gut so. Die neue Infrastruktur der Lyrik wächst und wächst weiter – ein Erfolgsmodell mit…

Transit

Franz Mon schreibt bei Hundertvierzehn über die Anthologie Transit von Walter Höllerer, die der Aktion Hundertvierzehn Gedichte des Blogs von S. Fischer zum Vorbild diente. Drei Auszüge. Über K. O. Götz: Kontur und Zug meiner poetischen Basis hatte ich gewonnen durch die Bekanntschaft mit…

Georg Britting 125

Walter Höllerer notierte 1952: „Britting gehört zu den wenigen Dichtern, die von den Zwanziger Jahren über die Dreißiger Jahre hin bis in unsere Zeit nach der Niederlage sich, äußeren Bedingungen zuliebe, niemals änderten“. Große Zäsuren in seinem Werk gibt es tatsächlich nicht. Ob Gedicht…

Poetisches Pingpong

Walter Höllerer hatte mich von der Gruppe 47 zum Literarischen Colloquium gelotst, und zusammen mit Delius studierte ich an der Freien Universität. Doch statt Gotisch und Althochdeutsch zu pauken, schrieben wir Gedichte, zu denen jeder von uns eine Zeile beisteuerte – auch Klaus Stiller…

Gruppenkritik

Von Helmut Heissenbüttel von 25 Autoren lasen 16 zum erstenmal 10 wurden positiv 9 negativ und 6 verschieden beurteilt in der Kritik fielen von 200 Wortmeldungen je 20 auf Walter Jens und Joachim Kaiser 17 auf Walter Höllerer 16 auf Erich Fried 12 auf…

96. Akzente 60

Auszüge aus einem Artikel von Willi Winkler zum 60. Geburtstag der Zeitschrift „Akzente“: Gleich im ersten Heft fielen sie auf einen Hoch- und Tiefstapler herein. George Forestiers Lyrikband ging eben in die fünfte Auflage und längst über die unteren Zehntausend, da zögerten die Herausgeber…

17. Elementar & plebejisch

Von seinen Genossen, die den ehemaligen Berliner Anarchokommunisten als Trotzkisten verdächtigten, trennte er sich 1939 mit der Klage, „dass sie mein Talent niederzuhalten bestrebt sind“. Er starb 1952 bei einem Besuch in der Heimat, von seiner Tante in Wien gepflegt und von Freunden im…

102. Das kurze Gedicht

Peterchen findet ein Schlüsselchen im Mist und Carolinchen findet ein Kästchen. Es wird aufgeschlossen, und es liegt darin ein kleines, kurzes rotseidenes Pelzchen. Wäre das Pelzchen länger gewesen, so wäre auch das Gedicht länger geworden. Literatur zur weiterführenden Lektüre: Die wahren Märchen der Brüder Grimm. Herausgegeben und mit einem…

109. Früher

… ja, da galt der Dichter, Zeitschriftengründer, Literaturprofessor und Institutionenstifter Walter Höllerer (…) als „Literaturpapst“. (…) Höllerer nämlich war es, der zwei Jahre nach dem Mauerbau es aufgrund seiner einzigartigen Netzwerk-Fähigkeiten schaffte, von den Amerikanern in Gestalt des Deutschlandexperten Shepard Stone 1,4 Millionen Deutschmarks…

116. Haufs’sches Paradox

Seine Gedichte werden zunehmend durchsichtig und transzendent gemacht für existentielle Vergeblichkeitserfahrungen. „Du kannst … in deinem Leben so viele Erfahrungen machen wie du willst“, lässt sein Freund Christoph Buchwald ihn in einem fiktiven Interview sagen, „letzten Endes weißt du gar nichts, nothing, null, nada,…

38. Zeitgenosse

WDR3: Passagen, 21.05.2013 Rezension: Walter Höllerer, Gedichte aus dem Nachlass, in: randnummer. Rezensent: Ulrich Rüdenauer O-Ton Marcel Beyer (…) es hat sehr viel damit zu tun gehabt, der Lyrik das sonntäglich Feierliche zu nehmen. Gedichte sind nicht das, was man zu hören bekommt, wenn Oma 80…

72. Walter Höllerer 1922-2003

Nach seinem Debüt 1952 mit dem Gedicht-Band „Der andere Gast“ setzte sich Walter Höllerer auch für die Lyrik anderer Autoren ein, gab zum Beispiel 1956 die laut Untertitel als „Lyrikbuch der Jahrhundertmitte“ angelegte Anthologie „Transit“ heraus. Warum Lyrik? „Ich versuche mit meinen Gedichten das…

102. Höllerer 90

Höllerer, heute vor 90 Jahren in Sulzbach-Rosenberg geboren, war ein Mann der vielen Talente, ein Tausendsassa, der sich der Literatur nicht nur als Universitätslehrer verpflichtet sah, sondern auch als Institutionen- und Zeitschriftgründer, als Autor und Journalist. / Oberpfalznet