Kategorie: Frankreich

Nichts

Francis Picabia (* 22. Januar 1879 in Paris; † 30. November 1953 ebenda) Dada riecht nicht, es bedeutet ja nichts, gar nichts. es ist wie Euere Hoffnumgen: nichts wie Euer Paradies: nichts wie Euere politischen Führer: nichts wie Euere Helden: nichts wie Euere Künstler:… Continue Reading „Nichts“

Dich plagt das Gewissen …

René Crevel (* 10. August 1900 in Paris; † 18. Juni 1935 ebenda) Dich plagt das Gewissen … Dich plagt das Gewissen, den Vater umgebracht, ohne          hundert Jahre Erinnerung erworben zu haben. Immer diese Schwäche der Nerven wie die Blumen… Continue Reading „Dich plagt das Gewissen …“

Fontis

René Char (* 14. Juni 1907 in L’Isle-sur-la-Sorgue, Département Vaucluse; † 19. Februar 1988 in Paris) EINGESUNKENES ERDREICH Zum Vaterland hat die Beere Die Finger der Winzerin. Sie aber, wen hat sie, Am Ende des schmalen Pfades den grausamen Weinberg entlang? Den Rosenkranz der… Continue Reading „Fontis“

Claire an Ivan

Claire Goll (* 29. Oktober 1890 in Nürnberg; † 30. Mai 1977 in Paris) Ich erwarte unsren Tod Wie ein Kind seine Ferien: Wir werden ein Zwillingsgrab haben Dein Regen wird der meine sein Ein gleiches Klima wird unsre Herzen Erblühen machen Im vergoldeten… Continue Reading „Claire an Ivan“

Zrtsch

Der bitteren – wohl mehr existenziellen als poetologischen – Bestandsaufnahme von 1962 sei heute ein etwas anderes Gedicht hinzugefügt. Mehr folgt im Lauf des Celanjahrs. ZRTSCH Zahniger Zorn, ich zätsche, zundere, zaibe. Es ännt hinterm Hirn, es gegittert. E-e-g! E-e-g! Ich haare, ich harsche.… Continue Reading „Zrtsch“

Paul Celan 1920-1970

Hölderlinjahr, Beethovenjahr, Hegeljahr… und Celanjahr. 100. Geburtstag im November (!), 50. Todestag heute!* Ich konnte mich nicht für ein Gedicht entscheiden und beschloss, etwa fünf an fünf Tagen zu präsentieren. Es sollten nicht zu bekannte und trotzdem mich bewegende Gedichte sein, Gedichte verschiedener Arten… Continue Reading „Paul Celan 1920-1970“

Die Flucht nach Lesbos

Yvan Goll (* 29. März 1891 in Saint-Dié, Frankreich; † 27. Februar 1950 bei Paris) Aus: Tristan Torsi [d.i. Yvan Goll], Films. 1914 Der Herausgeber spricht: Der Expressionismus ist keine neue Religion, die hier gegründet wird. Er ist schon längst das tägliche Brot der… Continue Reading „Die Flucht nach Lesbos“

Vorortballade

René Schickele (* 4. August 1883 in Oberehnheim im Elsass; † 31. Januar 1940 in Vence, Alpes-Maritimes) Vorortballade Um seine Villa beneidet der eine den andern, um das Leuchten des Wannsees, um seine Terrasse mit geflochtenen Stühlen, um das Segelboot „Ramses“. Um seinen Hühnerhof… Continue Reading „Vorortballade“

Tausendmal mehr wert

Margarete von Navarra (auch Margarete von Angoulême, französisch Marguerite de Navarre; * 11. April 1492 in Angoulême; † 21. Dezember 1549 in Odos), Königin von Navarra, kluge Frau und Dichterin ZEHNZEILER (an Clément Marot gerichtet) Wenn die, die Geld Euch liehen, wie Ihr sagtet,… Continue Reading „Tausendmal mehr wert“

Sag: stirbt auch die Seele?

Paul Verlaine (* 30. März 1844 in Metz; † 8. Januar 1896 in Paris) Für diese Verse wird man mich verleumden Für Charles Vignier GEBEUGT STAND ICH am Bett: ganz hingegeben den keuschen Leib, lagst du im Abendschlummer. Und ich begriff, als läse ich… Continue Reading „Sag: stirbt auch die Seele?“

Gabe des Gedichts

Stéphane Mallarmé (* 18. März 1842 in Paris; † 9. September 1898 in Valvins) Gabe des Gedichts EIN KIND AUS EDOMS NACHT, HIER LIEGT ES VOR DIR. BLOSS Und schwarz, mit Flügeln blutig-bleich und federlos, Durchs Fensterglas, gebeizt von würzigem Rauch und Gold, Gefrorne… Continue Reading „Gabe des Gedichts“

Homer lesen

Pierre de Ronsard (Geboren 6. September 1524* im Château de la Possonnière bei Couture-sur-Loir; † 27. Dezember 1585 im Priorat Saint-Cosme bei La Riche, Touraine) *) nach der deutschen Wikipedia. Die französische aber sagt: Sein Geburtsdatum ist ungewiss, nach einer zeitgenössischen Fälschung fällt es… Continue Reading „Homer lesen“

Der Traum. Le Rêve

Henri Rousseau (genannt „Le Douanier“, Der Zöllner; * 21. Mai 1844 in Laval; † 2 . September 1910 in Paris) Der Traum Jadwiga, süß entschlummert kaum, Hat einen wunderschönen Traum; Der Flöte Ton dringt an ihr Ohr, Ein guter Zauberer ruft ihn hervor. Das… Continue Reading „Der Traum. Le Rêve“

Wenn man mich machen ließe

Guillaume Apollinaire (* 26. August 1880 in Rom, Italien; † 9. November 1918 in Paris) Wenn man mich machen ließe Zeit du allein der Weg von einem Punkt zum andern Wenn man mich machen ließe hätt ich bald verändert Das Herz der Menschen und… Continue Reading „Wenn man mich machen ließe“

Nach und von Rimbaud

Nach Rimbaud VIERZEILER Sterne weinten rosen in deine pulsenden Ohren; Unendlichkeiten – weiß vom Hals zu den Lenden – sanken; Das Meer hat rote Perlen an glühe Brüste verloren, Und der Mann verblutete schwarz an deinen gebietenden Flanken. Aus: Alt- und neufranzösische Lyrik in… Continue Reading „Nach und von Rimbaud“