Schlagwort: Kito Lorenc

Stele für Mickel, Hüge und Lorenc

Kito Lorenc Totenschmaus • Regenzauber Schält Zwiebeln reibt Meerettich die Trauerzitrone preßt, zu Tisch! Mickel hat sein Sterbchen gemacht, Hüge brannte schon Laßt kreisen den roten Wein Zu Tisch Fixgriffel! Bei Fuß winselnder Leichdorn Zeilenschinder Schmähbrieftipper Hoch die trüben Tassen ihr Frotzler Abzocker Fellversäufer… Continue Reading „Stele für Mickel, Hüge und Lorenc“

So langsam wirds Zeit

Kito Lorenc (1938-2017) Schließübung So langsam wirds Zeit das Haus einzuzäunen die Alarmanlage anzubringen und den Hund auszubuddeln da wo er begraben liegt Zeit wirds wieder die Zeit totzuschlagen die Grenzen dichtzumachen die Akten zu schließen und den Muskel Fangen wir gleich an mit… Continue Reading „So langsam wirds Zeit“

Christian-Wagner-Preis für Kito Lorenc

Der sorbisch-deutsche Dichter Kito Lorenc erhält den 13. Christian-Wagner-Preis. Der 78-Jährige werde mit der Auszeichnung für sein lyrisches Gesamtwerk geehrt, teilte die Christian-Wagner-Gesellschaft am Montag in Leonberg (Baden-Württemberg) mit. «Seine Gedichte entfalten ihre subversive Schönheit zwischen ernster, genauer Weltwahrnehmung und selbstreflexivem Sprachwitz», hieß es.… Continue Reading „Christian-Wagner-Preis für Kito Lorenc“

Nur einzel repressalie

Gut ein Jahr nach der Gefangennahme der ukrainischen Kampfpilotin Nadja Sawtschenko hat die Anklage in Russland, wohin sie verschleppt wurde, 23 Jahre Haft verlangt. Der russischsprachige Dichter, Blogger und Psychiater Boris Chersonski (Борис Херсонский) aus Odessa kommentiert, heute brauche man keine Massenrepressalien mehr, punktuelle genügten.… Continue Reading „Nur einzel repressalie“

Gedichte und Schmungks

Und noch auf andere Weise haben die Gedichte von Kito Lorenc etwas Kindliches an sich, was jedoch keinesfalls abwertend gemeint ist, sondern viel mehr ihre Qualität ausmacht: so wie es manchmal schwer sein kann gegen die glasklare Logik eines Kindes zu argumentieren, kann man… Continue Reading „Gedichte und Schmungks“

23. Viele Gedichte

Dichtung ist Provokation, ist Zeitgenossenschaft, ist Klangkunst. Selten konventionell, aber dafür unbedingt existentiell ist das Gedicht. „Lyrik lesen!“, lautet die Devise dieser Sendung. Gutenbergs Welt spricht unter anderem mit Franz Mon über sein Lebenswerk. Ein Meilenstein der Lyrikgeschichte ist Franz Mons Lesebuch „Zuflucht bei Fliegen“.… Continue Reading „23. Viele Gedichte“

40. Ginge ich nach Haus

Das sorbische Volk (“gibt es das? ja, es gibt es noch, vor allem Wort um Wort, bei Kito Lorenc” – Peter Handke) ist ansässig in der Nieder- und Oberlausitz, hat eine eigene Flagge, eigene Sprache, eigene Dichter. Aber wie die Herkunft aus der Familie… Continue Reading „40. Ginge ich nach Haus“

103. Geleit

Geleit Worte, schön flügelnd, wir nennen sie wie Namen der Mädchen, die wir kennen: Da tauchen sie aus den Gewässern, aus den Bäumen treten sie hervor, sie stoßen herab aus den Himmeln zu denen, die sie verstehn. Aus: Kito Lorenc, Gedichte. Ausgewählt und mit… Continue Reading „103. Geleit“

94. In Halle

Mein erstes Antiquariat, wo ich vor Jahrzehnten paar Bücher verkaufte (denn ich war jung und brauchte das Geld), aber dann mit Sicherheit Jahr um Jahr viel mehr kaufte, ist jetzt zu. „Ladenlokal zu vermieten“ steht dran. Voriges Jahr war es noch auf, aber mit… Continue Reading „94. In Halle“

88. Petrarcapreis für Kito Lorenc und Miodrag Pavlovic

Den mit 20.000 Euro dotierten Preis teilen sich in diesem Jahr zwei Lyriker aus dem slawischen Sprachraum: der Sorbe Kito Lorenc, 1938 in Schleife in der Niederlausitz geboren, und der Serbe Miodrag Pavlovic, 1928 in Novi Sad geboren. Im kragenlosen Hemd schwärmte Handke in… Continue Reading „88. Petrarcapreis für Kito Lorenc und Miodrag Pavlovic“

51. Kito Lorenc und Miodrag Pavlović teilen sich den Petrarca-Preis

Sie machen Literatur zum Ausdrucksmittel der Kultur ihres Landes: Der Sorbe Kito Lorenc und der Serbe Miodrag Pavlović werden in diesem Jahr mit dem Petrarca-Preis geehrt. Mit der Auszeichnung soll die Arbeit europäischer Schriftsteller gewürdigt werden, die trotz ihrer Bedeutung für ihre heimatliche Literatur in Deutschland… Continue Reading „51. Kito Lorenc und Miodrag Pavlović teilen sich den Petrarca-Preis“

58. Meine Anthologie: Assejew, unser Kläuschen

1973 erschien ein Gedichtband von Nikolaj Assejew in der „Weißen Lyrikreihe“ des Verlages Volk und Welt. Ich kaufte ihn, wie die ganze Reihe, las aber wenig darin. Assejew schien mir der Inbegriff des (langweiligen) Sowjetdichters. Ich kannte Achmatowa (schon 1967 in der Reihe), Jessenin,… Continue Reading „58. Meine Anthologie: Assejew, unser Kläuschen“

40. Rückblende März 2001: Zwischen Wunderland und Widerstand

Die isländische Schriftstellerin Steinunn Sigurdardottir erklärt Deutschland zum  „Wunderland für Lyrik“: „das einzige Land, wo Lyrik verkaufbar ist“. Michael Braun schreibt über die „dunkleren Traditionen des Leonce-und-Lena-Wettbewerbs“, dazu gehöre „die Ignoranz der Vorjurys, die mit blamabler Beharrlichkeit die interessanten jungen Dichter dieser Jahre einfach… Continue Reading „40. Rückblende März 2001: Zwischen Wunderland und Widerstand“

29. Dichterreisen mit Fleming

Von Bertram Reinecke Seit einiger Zeit erscheint in der Edition Cornelius des Projekteverlages ein Programm, in dem immer wieder Lyrik und Lyriker zu Wort kommen. Unbeachtet von einer größeren Öffentlichkeit erschien dort auch der von Richard Pietraß und Peter Gosse herausgegebene Band „Ich bin… Continue Reading „29. Dichterreisen mit Fleming“

86. Bei uns nix personen kult

Bei der Formulierung „immer nur einzelne“ aus der vorigen Meldung kann ich nicht anders als an ein Gedicht von Kito Lorenc zu denken, der als deutscher Christoph Lorenz aufwuchs und dann seine sorbischen Wurzeln entdeckte. Kito Lorenc schreibt in beiden Sprachen und wurde einer… Continue Reading „86. Bei uns nix personen kult“