Kategorie: Island

Beim ersten Kennenlernen

Baldur Óskarsson (* 28. März 1932 in Hafnarfjörður, † 14. April 2013) An einen alten Freund Beim ersten Kennenlernen ist ein Gedichtband eine Stadt gesehen vom Meer Du segelst die Küste entlang Straßen öffnen sich und Sunde und wahrscheinlich ist es schon Zeit einen Hafen… Continue Reading „Beim ersten Kennenlernen“

Volk des Reims

Jóhannes úr Kötlum (1899-1972) Ein Volk des Reims Mein Land – das war ein Einsiedler im Meer des kühlen und blaufunkelnden Nordens: dort dröhnte sprühweiße Brandung an Felsenkanten und endlosen Sanden. Und mein Volk war die Hulda im Tal die hinaus in die rätselhafte… Continue Reading „Volk des Reims“

Zum Gedichte

Eysteinn Ásgrímsson (isländischer Mönch und Dichter, * ca. 1310, † 14. März 1360; od. 1361?) Aus: Die Lilie 98. Wer ein schwierig Maß will wählen, Muß sich zum Gedichte quälen Alte Worte, kaum zu zählen; Schwer wird’s dann, den Sinn zu stehlen. Hier kann… Continue Reading „Zum Gedichte“

Chronik – Oktober 2017

Im Oktober Preise, Preise und Festivals, nichts Neues in der Sache Gomringer-ASH (oder doch?), ein Skandal um Herta Müller in Belgrad, viel Jan Wagner und 25 Jahre Zeitschrift „Das Gedicht“, Hán Nôm in Vietnam, Leonard Cohen… und nicht zu vergessen: Gedichte in den Wahlurnen… Continue Reading „Chronik – Oktober 2017“

Seicht

Spruch 54 aus der Hávamál (aus der Lieder-Edda) Seichter See; seichte Meeresdünung. Seicht ist vieler Menschen Verstand. Nicht jeder Mann wurde klug geboren. In zwei Hälften zerfällt die Welt. Deutsch von Walter Baumgartner Lítilla sanda lítilla sæva lítil eru geð guma því at allir… Continue Reading „Seicht“

L&Poe Rückblende: April 2002

Lyrik im „Spiegel“ Wenn Lyrik im „Spiegel“, muß schon irgend etwas Nachrichtenwürdiges: Großmaul vom Gardasee. Zoten, Sex und Pornografie – ein Altphilologe hat den vulgärsten Dichter Roms neu entdeckt. Sein Name: Catull. Aus dem Inhalt: Und was sagte Cäsar? Ignorierte er den Tunten-Vorwurf? /… Continue Reading „L&Poe Rückblende: April 2002“

Alzheimer-Gedichte ausgezeichnet

Der isländische Tómas-Guðmundsson-Literaturpreis geht an Hjörtur Marteinsson für die Gedichtsammlung „Alzheimer-tilbrigðin“ (‚Alzheimer-Variationen‘). Die drei Jurymitglieder Ragnhildur Pála Ófeigsdóttir, Bjarni Bjarnason und Davíð Stefánsson wählten den Text aus 48 Manuskripten. Sie lobten seinen ironischen Ton und hoben hervor, daß der Dichter es verstehe, das unfaßbare… Continue Reading „Alzheimer-Gedichte ausgezeichnet“

Wunderland für Lyrik

Manchen Deutschen kommt Island so vor. Die isländische Autorin Steinunn Sigurdardottir sieht es andersherum. Im März 2001 stand es in der Lyrikzeitung: Als Lyrikerin seit ihrem 17. Lebensjahr – „in den wilden Jahren“ – und mit sechs Bändchen neben „fast sechs Romanen“ lobt die Isländerin… Continue Reading „Wunderland für Lyrik“

2015 PEN/Heim Translation Fund Winners

The PEN/America Translation Fund, now celebrating its twelfth year, is pleased to announce the winners of this year’s competition. The Fund received a record number of applications this year—226 total—spanning a wide array of languages of origin, genres, and eras. From this vast field… Continue Reading „2015 PEN/Heim Translation Fund Winners“

101. Invented Languages

Bei Dazed Digital „Ten of the weirdest invented languages in literature“. Darunter A Book From the Sky des Künstlers Xu Bing (1988), das aussieht wie Chinesisch, aber jedes Zeichen erfunden:   Ferner Klingonisch, Þrjótrunn des Isländers Henrik Theiling (2007), Alex‘ vom Russischen inspirierte Sprache in A Clockwork Orange, das… Continue Reading „101. Invented Languages“

64. Melitta Urbanic

Es war ein Kulturschock für die Wienerin, 1938 ins Provinznest Reykavík verschlagen zu werden. Nichts hatte Melitta auf diesen Exilort am Rande der Welt vorbereitet. Als sich das allzu willige Österreich Nazideutschland hatte anschließen lassen, tauschte Melittas Mann Victor kurzerhand mit dem Komponisten Franz… Continue Reading „64. Melitta Urbanic“

14. Linda Vilhjálmsdóttir

Vor allem Linda Vilhjálmsdóttirs Liebesgedichte zeugen von bedingungsloser Emotionalität, werden zu provozierenden poetischen Psychogrammen weiblicher und zwischenmenschlicher Befindlichkeit. Auffälliges Stilmerkmal ist dabei die ungewohnte Verwendung von Farbwörtern, die, häufig als Gegensatzpaare gesetzt, seelische Zustände in ebenso treffsicheren Bildern aufreißen, wie sie der Beschreibung von… Continue Reading „14. Linda Vilhjálmsdóttir“

92. Anarchosurrealisten an die Macht

In Island fand ein einzigartiges politisches Experiment statt: Vier Jahre lang regierten Anarchisten die Hauptstadt Reykjavik. Und diese Amateure haben Erstaunliches vollbracht. Schreibt der Tagessanzeiger, der vor Jahren anders sprach: Island ausser Rand und Band Nach dem Zusammenbruch der Banken, der massiven Verschuldung und… Continue Reading „92. Anarchosurrealisten an die Macht“

85. Abschied mit Portela

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 19:30 Uhr Der Seemann mit den Morgenpferden unter dem Gewand Es lesen Elías Portela und Denis Abrahams Eintritt 5,-/4,-€ Liebe Abonnent/inn/en des Lettrétage-Newsletters, unsere vorläufige Abschiedslesung ist dem galicisch-isländischen Dichter Elías Portela gewidmet, der derzeit in Berlin zu Gast ist. Elías Portela wurde… Continue Reading „85. Abschied mit Portela“

97. Atomdichter

Literarisch am impulsivsten reagierte auf die Kriegsfolgen eine Gruppe junger Dichter. Man beschimpfte sie in der aufwallenden Disputation als „Atomdichter“. Sie brachen mit den tradierten Formen isländischer Dichtung und lösten einen Kulturstreit aus, der die junge Republik über Jahrzehnte erschütterte. Island wurde unter Verletzung… Continue Reading „97. Atomdichter“