Kategorie: Österreich

Zwei Textbilder von Rühm

Gerhard Rühm (* 12. Februar 1930 in Wien)

Wiener Wald 1896

Im Februar kommt als (hoffentlich nicht nur) Greifswalder Großereignis der 400. Geburtstag von Sibylla Schwarz (24.2.1621 – 10.8.1638 unseren Kalenders (julianisch 14.2. – 31.7.). Sonst noch dies und das, wichtig der 200. Todestag von Keats (23.), vielleicht der 100. Geburtstag von Margarete Hannsmann und… Continue Reading „Wiener Wald 1896“

Jesse Thoors Dankrede

Jesse Thoor (* 23. Januar 1905 als Peter Karl Höfler in Berlin; † 15. August 1952 in Lienz/Osttirol) Dankrede Dies ist die Rede des Einzigen und aus Jesse und Lob und Dank. Der viel gesehen hat, mancherlei gehört und mehr noch erfahren. Und zur… Continue Reading „Jesse Thoors Dankrede“

Kinder reicher Leute

Mascha Kaléko (Golda Malka Aufen, * 7. Juni 1907 in Chrzanów, Galizien, Österreich-Ungarn; † 21. Januar 1975 in Zürich) Kinder reicher Leute Sie wissen nichts von Schmutz und Wohnungsnot, Von Stempelngehn und Armeleuteküchen. Sie ahnen nichts von Hinterhausgerüchen, Von Hungerslöhnen und von Trockenbrot. Sie… Continue Reading „Kinder reicher Leute“

Hölderlin

Georg Trakl (* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) HÖLDERLIN Der Wald liegt herbstlich ausgebreitet Die Winde ruhn, ihn nicht zu wecken Das Wild schläft friedlich in Verstecken, Indes der Bach ganz leise gleitet. So ward ein edles… Continue Reading „Hölderlin“

Der Ritter Rokoko

Albert Ehrenstein (* 23. Dezember 1886 in Ottakring, Österreich-Ungarn; † 8. April 1950 in New York) Der Ritter Rokoko Der Ritter Rokoko ritt auf seinem Pferde weit weg von seiner Burg, der schönen, die da hieß »Reim auf erde«, weit weg von seinem Weib,… Continue Reading „Der Ritter Rokoko“

Friederike Mayröcker zum 96. mit herzlichen Grüszen

Friederike Mayröcker (* 20. Dezember 1924 in Wien) Die Eisenbahnen die Eisenbahnen mit ihren gewissenhaften Rädern, emsig nähen sie die grüne (oder graue oder weisze) Landschaft zusammen wie eine Nähmaschine das Tuch Aus: Friederike Mayröcker, Gesammelte Gedichte 1939-2003. Hrsg. Marcel Neyer. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2004,… Continue Reading „Friederike Mayröcker zum 96. mit herzlichen Grüszen“

Saget nicht

Am 7. Dezember 1940 gelingt es der Dichterin und Malerin Paula Ludwig, auf der Flucht vor den Nazis in Lissabon ein Schiff nach Brasilien zu bekommen. Saget nicht: die Glücke mußt du büßen saget nicht: dein Fuß erschreckt die Schwelle Wenn ich falle werde… Continue Reading „Saget nicht“

1, 3, 7

Rainer Maria Rilke (* 4. Dezember 1875 in Prag, Österreich-Ungarn; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz) Aus „Sieben Gedichte“ (Spätherbst 1915) I Auf einmal faßt die Rosenpflückerin die volle Knospe seines Lebensgliedes, und an dem Schreck des Unterschiedes schwinden die… Continue Reading „1, 3, 7“

Lied des Entsprungenen

Johannes Urzidil (* 3. Februar 1896 in Prag; † 2. November 1970 in Rom) LIED DES ENTSPRUNGENEN (Aus der symphonischen Dichtung „Die Straße“) Ein Irrer, langhaarig, schiefen Mundes, eine Geige in der Hand Will mich Hand des Wärters halten, werd’ ich mich zusammenfalten wie… Continue Reading „Lied des Entsprungenen“

Bertolt Brecht schrieb

Auf vielfachen Wunsch Friederike Mayröcker: Aus: Friederike Mayröcker, da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete. Berlin: Suhrkamp, 2020 (Bibliothek Suhrkamp)

Jandl geht immer

Ernst Jandl dieses gedicht es ist noch nicht gut und du mußt daran noch arbeiten aber es stürzt nicht die welt ein wenn du es dabei beläßt es stürzt nicht einmal das haus ein Aus: Ernst Jandl, idyllen. gedichte. Hamburg, Zürich: Luchterhand 1992, S.… Continue Reading „Jandl geht immer“

er august stramm

Ernst Jandl (* 1. August 1925 in Wien; † 9. Juni 2000 ebenda) august stramm er august stramm sehr verkürzt hat das deutsche gedicht ihn august stramm verkürzt hat der erste weltkrieg wir haben da etwas länger gehabt um geschwätzig zu sein Aus: Ernst… Continue Reading „er august stramm“

gedicht für übersetzerstudentn

Thomas Kling / Natalie Schellander gedicht für übersetzerstudentn poemistraforestundenslateronsowellaniewollane wemailedsdry!(fig.a):«newheresemesecreepeloneye» ,«’nslater!»«honeyecome»(figa.b.),«b.b.goforworko olybee….keep’emoneybeekeeper’speek’ree»(’nee:ras chaschasch….brachalanlano….;)dem’n‘ofinga:WHER EtHEBEELEGSWEREDEMENtLt)armsbirndaloxee’ns’layt orbeetraytor«tür’k’n’n’t’raubn!»omen=omengelleds pretend’tweredersernerderserner(sig.) gedicht für übersetzerstudentn übertragun‘!, wi komnu zus über übn-tragn! (fig. 1): »voll an di waffel gekriecht«, »übersetzn si« »durchkrochne wabn« (fig. 2), »a- beizbienchen losgejagt, jäger- und dreiimkerübertragun’«… Continue Reading „gedicht für übersetzerstudentn“

Der äthiopische Totentanz

Theodor Däubler (* 17. August 1876 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1934 in St. Blasien, Schwarzwald) Aus: Das Nordlicht / Der äthiopische Totentanz (…) Eine Lotosblume ragte Nun verduftend in die Nacht: Als die Glut der Liebe tagte, Ist die Blume hold erwacht:… Continue Reading „Der äthiopische Totentanz“