Schlagwort: Brigitte Struzyk

L&Poe Journal #02

Frühjahr 2022 In dieser Ausgabe: UKRAINE: Wikyrtschak | Ames | Witte | NEUE TEXTE (Igel | Peters | Genschel | Becker | Struzyk | Endres | Hefter | Hoffmann) | ALTER TEXT | DOSSIER ANGELIKA JANZ 1: Delta | Fragmenttexte | Das Un |… Continue Reading „L&Poe Journal #02“

Friedliche Revolution

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Friedliche Revolution Am Abend, dem anderen Tag Am Achten blühte der Kirschbaum Vor Freude: Es wird! Blühte auf Ja, am Abend Und am Neunten, am Abend, kam von drei Worten ein Wind auf. Die Blätter fielen, der… Continue Reading „Friedliche Revolution“

Von Natur aus

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Von Natur aus Es flirrt in der Krone Vom Stöckchen zum Zweig und vom Zweig bis zum Ast Kanadischer Ahorn Essigbaum Erle Kreuz und quer durch die Welt San Francisco Sarajewo Stamm und Wurzeln so weit weitverzweigt… Continue Reading „Von Natur aus“

Für Anna Achmatowa

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Für Anna Achmatowa Das Regenrohr und eine Eisenleiter Ich höre den Regen. Wieder stemmt er sich Dem Dach entgegen Wie der Regen an die Scheiben trommelt! Solange gewartet, bis der Granit Weicher als Wachs wurde. Frisch wehte… Continue Reading „Für Anna Achmatowa“

Steinbacher Stunden

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Steinbacher Stunden Aus Richtung Hallenburg Da kommt er, stolpert Zum Unterricht hinauf Ich schnell hinunter Die Mutter unterrichtet ihn Im Flötenspiel. Treppengeländer runter Vom zweiten Stock Irgendwo unten hör ich Füjerstei, Bonbons hier auf der Straße? Es… Continue Reading „Steinbacher Stunden“

Schanzengraben

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Schanzengraben Wo sich die Wiesenseiten senkten Dass jach ein Tal entstand mit alten Apfelbäumen Den Hang hoch frühlings Veilchenwiesen Und in den Weiden Kletternester Im Hohlen lockten die Verstecke Den Weg hinab, den schmalen Weg Ein Rinnsal… Continue Reading „Schanzengraben“

Ach, altes Ach

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Ach, altes Ach Keine Achterbahn Eine Allee Kastanienbäume, nackt, mit seltsam weißen Kronen vom Schnee gezuckert. Es läuten die Glocken Der Herderkirche es fliegen die Vögel die Flügel im Schnee Und geschwärzt hat sich schon Alles Weiße… Continue Reading „Ach, altes Ach“

Für H.

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Für H. Kommt! Ins Offene! Auf den Balkon! Oder ans Fenster! Legt Hand auf Hand! Lasst sie gewaschen sein! Klatscht in die Hände! Nicht für die Ärztin Nicht für den Arzt Nicht für die Schwester Applaus für… Continue Reading „Für H.“

Cursdorf

(L&Poe Journal #02 Neue Texte) Brigitte Struzyk Cursdorf Die Müllabfuhr heißt hier Ernst Sie fährt vor den Wolken den Berg hoch An den Wiesen vorbei Vorbei an dem Duft von Pestwurz und Augentrost Ehrenpreis und Dost Zurück fährt dieser Ernst, die Wolken wieder bergab,… Continue Reading „Cursdorf“

Die andere Hälfte

Brigitte Struzyk Die andere Hälfte Die Äpfel und Birnen sind abgenommen wenn alles abgenommen wird bewahre der Himmel die Blüten im Winter Zum Grunde gehen kann dauern bedauern die Blüten die Frucht die Früchte aus Wachs die Nachgebildeten Ja gegen den Wind wird dem… Continue Reading „Die andere Hälfte“

Wind winde Weiden wenn Weöres weint

Brigitte Struzyk Am anderen Abend Bind Besenbinder brauchbare Besen Bald badet die Bachmann Hitziger Hajnal halt ihr das Handtuch Finde für Fühmanns Fächer Folianten Wind winde Weiden wenn Weöres weint Am anderen Abend atmet Anna auf Grün glänzen die Grenzen im Garten von Vas… Continue Reading „Wind winde Weiden wenn Weöres weint“

Tantalus, füll deinen Becher

Edith Södergran Tantalus, füll deinen Becher Sind das Gedichte? Nein, es sind Fetzen, Flicken, Schnipsel des Alltags. Tantalus, füll deinen Becher. Unmöglichkeit, Unmöglichkeit. Sterbend einst werf ich den Kranz von meinen Locken    in deine ewige Leere. Aus dem Schwedischen von Brigitte Struzyk Aus:… Continue Reading „Tantalus, füll deinen Becher“

Am Rande

Brigitte Struzyk Am Rande (Die Kawenzmänner) Die Vielgestalt des Gleichen- die Verwandtschaft- wandelt die Wand von Bäumen am Rande zu einem Wald Von Zweig zu Zweig das Grün formt an den Zackenrändern Töne, ja, sie betonen, was vom Himmel fällt, vom Wind gehoben, ja… Continue Reading „Am Rande“

Fünfzigtausend Anschläge

Liebe Dichterin, Lyrikerin, Poetin, Verseschmiedin*,  Lieber Verseschmied, Poet, Lyriker, Dichter**, die Auswahl- und Lektoratsclique, bestehend aus Katja Horn, Kristin Schulz, Clemens Schittko und mir***, hat alle eingereichten Texte gesichtet.  Uns lagen ca. 700 Gedichte von etwas weniger als 100 Einsendern vor. Gedichte, die uns nicht zugesandt wurden, konnten… Continue Reading „Fünfzigtausend Anschläge“

59. Sapphoesie

Birgit Kreipe bildet in ihren Annäherungen die auf Gefäßscherben fragmentarisch überlieferten Verse nach (S. 87). Angelika Janz (S. 89) brilliert mit ihrer Interpretation, indem sie Vorgefundenes ergänzt und damit einer Deutung unterwirft. Kerstin Becker weiß in ihrer dichterischen Antwort auf das Fragment 31 mit… Continue Reading „59. Sapphoesie“