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Veröffentlicht am 1. Mai 2026 von lyrikzeitung
116 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Edlef Köppen
(* 1. März 1893 in Genthin; † 21. Februar 1939 in Gießen)
Lied aus dem Graben
Die Straßen großer Städte sind mein Traum.
Die Mädchen, die dort nächtens Liebe jagen,
die Mädchen, die sich geben ohne Fragen.
Fahle Laternen. Rauchverquollener Raum.
Der Sang von Geigen, der das Blut aufschürt,
Duft von Kaffee und blühenden Zigaretten.
Das Lächeln blöder Greise, die mit fetten
und heißen Fingern letzte Gier umschnürt.
Oh! in wie blassen Fernen all das schwimmt!!
Auf Dreck zerschossener Gräben fällt die Stirn –
und bald bohrt sich die Kugel in mein Hirn,
die Qualen und Entsagen endlich nimmt ...
Aus: VERSENSPORN. Heft für lyrische Reize Nr. 62: Edlef Koeppen. Jena: Edition Poesie schmeckt gut, 2026, S. 6
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: deutsche Lyrik, Edition Poesie schmeckt gut, Edlef Köppen, Erster Weltkrieg, Expressionismus, Frontliteratur, Großstadtmotiv, Kriegsgedicht, Kriegslyrik, Lied aus dem Graben, literarische Moderne, Soldatenlyrik, Versensporn, Versensporn 62
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