Schlagwort: Heinz Schlaffer

L&Poe-Rückblende März 2002

Viel Lob und ein wenig Kritik auch im März 2002. – Aber zuvor über zwei Tote Karl Krolow „Die Gedichte, die er Tag für Tag schreibt“, liest man in Peter Härtlings schönem, sehr persönlichem Nachwort, „sind nicht mehr nur Gedichte, sie haben sich befreit von…

92. Mit Schlaffer wär das nicht passiert

V0r 250 Jahren ist etwas gründlich schief gegangen. Klopstock war der falsche Prophet (oder statt seiner Oden hätten sie den Messias lesen sollen). Heute liest man beides nicht mehr, aber die verhängnisvolle Wirkung besteht fort. Mit fachkundiger Leitung kann man vielleicht den Irrweg der…

97. Kommt, ihr Geister!

In seinem neuesten Buch zeigt Schlaffer, wie eine ganze Gattung die Neuzeit hintergeht. Lyrik ist, so liessen sich Titel und Untertitel erläutern, ein archaisches Sprechen, das seltsamerweise unter Bedingungen der Moderne überlebt hat. Die ältesten überlieferten Gedichte Europas und Asiens sind zweckgebunden: Kultlieder und…

80. „Geisterfahrer“

Walter Delaber skiziert die Situation von Gegenwartslyrik: „Der Gedanke, dass Lyrik eine lernbare Schreibform ist, ist seit der Frühen Neuzeit weitgehend verloren gegangen. Was an Technik sonst geblieben ist, reicht aus, die seelischen Hygienefunktionen zu erfüllen, die wenigen Ausnahmen ausgenommen, die dann allerdings die…

53. Geistersprache

Wozu gibt es Gedichte, diese „aparten Ausnahmen“ von der allgemeinen Sprachverwendung, und was verbindet selbst noch ein Gedicht der Gegenwart mit den Ursprüngen dessen, was seit dem 18. Jahrhundert Lyrik heißt? Es ist eine relativ schlichte Frage, die Heinz Schlaffer, emeritierter Literaturprofessor und für…

86. Geheime Akademie

Vor zweihundert Jahren gab es in Deutschland täglich mehrere „Literatur-Zeitungen“ zu lesen, die anspruchsvolle und ausführliche Besprechungen literarischer, philosophischer, politischer und naturwissenschaftlicher Neuerscheinungen brachten. Das erstaunliche Niveau damaliger Bildung resultierte nicht aus einer zufälligen Häufung außergewöhnlicher Talente; es wurde vielmehr von jenen wohlorganisierten Institutionen…

182. Versroman

Was hilft die Versicherung, Puschkins „Onegin“ gehöre zu den schönsten Werken der Weltliteratur, wenn es sich um eine 200 Seiten lange Dichtung in Versen handelt? Von Erzählungen erwartet man heute Prosa, Verse nur von kurzen Gedichten. Diese strikte Aufteilung macht es einem Versroman in…

60. Semiotik in Erlangen

Seit der Romantik hadert die Literatur mit einem besonders anspruchsvollen Wahrnehmungsmodell: einer Ästhetik, die auf Andacht, Ergriffenheit, hohe Töne, große Gefühle zielt und dem Betrachter so lange Geduld abverlangt, bis er sich erweckt fühlt. Wilhelm Heinrich Wackenroders „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ (1796) mit ihren…

Vor 200 Jahren starb Klopstock

Länger als bei den Lesern währte die Erinnerung an Klopstock bei späteren Dichtern. Von Goethe und Hölderlin bis zu Bobrowski und Rühmkorf reicht die Reihe der Bewunderer, die von Klopstocks Experimenten mit der Sprache und dem Vers lernten: den Verzicht auf poetische Gewohnheiten wie…

Die kurze Geschichte der dt. Literatur

Martin Mosebach widerspricht heftig einer Rezension von Heinz Schlaffers Buch „Die kurze Geschichte der dt. Literatur“ (s. hier ): Die Bedeutung dieser Werke ist Schlaffer nicht bekannt: herablassend schreibt er von „den Stifters und Mörikes und Eichendorffs “ – allein dieser Plural sollte ein…