Schlagwort: Erinnerung

Das dürfen sie nie erfahren

Zu bestimmten Zeiten, das könnten die Zwölf Haydnischen Nächte sein, haben unsere Männer, von denen wir im Krach geschieden sind, gewisse Macht über uns. Das dürfen sie nie erfahren.
//

#SarahKirsch #DieBüchseDerPandora #Prosagedicht #Lyrik #Liebesgedicht #DeutscheLiteratur #Pandora #Mythologie #Erinnerung #Gedicht #Lyrikzeitung

Sandra Trojan 1980-2026

Sich nicht um Verbindungen kümmern –
kein Schmerz, wenn sich Bänder
zu Kordeln drehen und Schultern
aus ihren Sockeln springen.

Zum Tod von #SandraTrojan #Contortio #Gegenwartslyrik #Lyrik #Gedicht #Körperpoesie #Poetenladen #DeutscheLiteratur #Nachruf #Poesie #Literatur #Lyrikzeitung

Tage

unauffällige,
zu vergessende Tage,
doch nicht für die,
denen sie die ersten sind,
oder die letzten. //

#KlausMartens #DieseTage #Lyrik #Gedicht #Gegenwartslyrik #Zeit #Vergänglichkeit #Alltag #Erinnerung #Leben #Tod #Poesie #ModerneLyrik #Lyrikzeitung

Und dennoch

Als wär ich todkrank gewesen,
muß neu ich die Welt beginnen,
jede Gestalt neu erlernen,
neue Wortgefüge ersinnen. //

#TadeuszBorowski #Auschwitz #Holocaust #Nachkriegsliteratur #PolnischeLiteratur #Lyrik #Gedicht #Erinnerung #Konzentrationslager #Dachau #Literaturgeschichte #Zeugnisliteratur #Poesie #Lyrikzeitung

Fuji

Fuji //

nie gesehen /
schon gar nicht /
erfasst /
erhebst du dich /
über träume /
wirr oder unwirr //

#EmilyArtmann #Fuji #MountFuji #Lyrik #Gegenwartslyrik #ÖsterreichischeLiteratur #Poesie #Naturlyrik #Erinnerung #Manuskripte #EditionThanhäuser #Literatur #Gedicht #Lyrikzeitung

Walter Hasenclever (1890-1940)

Irgendwo in einer Stadt im Traume /
ist es so, als ob man schon gelebt: /
einen Augenblick im schwanken Raume — /
Sonne da im Nebel, der sich hebt! //

#WalterHasenclever #PaulVerlaine #Kaleidoskop #Kaléidoscope #Lyrik #Poesie #Symbolismus #Expressionismus #Exilliteratur #Literaturgeschichte #Gedicht #Übersetzung #FranzösischeLiteratur #DeutscheLiteratur #Lyrikzeitung

Jüdischer Friedhof

Ein Nachmittag verbracht mit einigen Bewegungen /
des Lichts auf sehr alten Steinen. //

#WalterHelmutFritz #Gedicht #Lyrik #JüdischerFriedhof #Worms #Judentum #Erinnerungskultur #Literatur #DeutscheLyrik #Grabsteine #Geschichte #Vergänglichkeit #Friedhofskultur #JüdischeGeschichte #BerlinWeißensee

Keine Musik mehr, nur noch Wasser

Keine Musik enthält der Regen mehr,
er fällt nur
lärmend und anhaltend
und sickert kalt durch meine Füße,
die schon alleine sind.

Ya no tiene música la lluvia,
sólo cae
ruidosa y persistente
y escapa fría entre mis pies,
que ya están solos.

Ihr seid immer bei mir

Ihr seid immer
bei mir,
es gibt nie
einen Ort

für sich.

Wo sind wir her Wo gehn wir hin

Wo sind wir her
Wo gehn wir hin
Vom Mutterkuchenfressen
bis zum Fraß der Würmer
Die Spur dazwischen spült der Regen

Verrückt und jung

als alles und nichts noch möglich
und die Silbe »un« nicht bekannt war
kam jemand vorbei und sagte
Du bist nicht jung sondern verrückt

Einmal rief Thomas Kling mich an

Einmal rief Thomas Kling mich an, als ich in Berlin lebte,
auf Zeit in einem Raum mit aufblasbarem Bett
und Telefon, zweiter Hinterhof, lebendig begraben.

Ein Staat mit Namen Heimat

Ich lebe in einem Staat mit dem Namen Heimat

Seine Verfassung ist ein einziger Satz:
Jeder Bürger hat das Recht auf ein Grab in der Heimat

Für Tadek Różewicz

115 Wörter, 1 Minute Lesezeit. LnPoe-Messelese #04 · Manfred Peter Hein Eine aktuelle Kolumne mit neuen Texten, Fundstücken und Wiederentdeckungen rund um die Leipziger Buchmesse. Am 10. Mai 2025 starb der Dichter Manfred Peter Hein in Espoo bei Helsinki. Sein Gedichtband „Spiegelungen Orte“ enthielt… Continue Reading „Für Tadek Różewicz“

Wolken

Also fort-da mit der Sonne.
Dann sind endlich auch die Schatten weg.