Schlagwort: Volker Braun

So wird es sein

Heute ein Gedicht von Pierre-Jean de Béranger, geboren am 19. August 1780 in Paris und gestorben am 16. Juli 1857 ebenda. Béranger ist heute in Deutschland kaum bekannt. In der DDR war das anders. Wolf Biermann und Volker Braun zollten diesem Lied Reverenz (siehe unten). So soll es…

Lyrik-Empfehlungen 2017

Eine Initiative der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Lyrik Kabinett und des Hauses für Poesie Welche Gedichtbücher sind besonders bemerkenswert, interessant, überraschend? Die Liste mit den diesjährigen Lyrik-Empfehlungen ist jetzt unter www.lyrik-empfehlungen.de veröffentlicht. 22 Gedichtbände wurden aus den Neuerscheinungen von Anfang 2016 bis…

L&Poe ’17-10

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Thomas Kunst, Aloysius Bertrand, Charles Baudelaire,…

L&Poe ’17-09

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Charles Reznikoff, Fréderic Forte, Richard Duraj,…

Sonnenpferde und Astronauten

Die ersten Lyrikanthologien in meinem Besitz waren vermutlich Geschenke. Das „Deutsche Gedichtbuch“ von Uwe Berger und Günther Deicke dümpelt irgendwo in der zweiten Reihe meiner Regale. „Lyrik der Antike in klassischen Nachdichtungen“ wurde mir von der Schule „für sehr gute Leistungen“ geschenkt. Die wahrscheinlich…

Brecht und Eisler, Cremer, Busch / Und Heise, Bloch sowie sein Schüler Teller / Bahro und Biermann (als er jung gewesen) / Und Fühmann, Dresen

Unsere Verhältnisse, unsere deutschen, sie bleiben schrecklich. Ein »wüstes Reich« ist die Gegenwart, wie Braun in »Telephos an Papenfuß« ausführt. Und wie im Vorbeigehen findet er, Goethe paraphrasierend, die Worte, die die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf den Punkt bringen: »Willkommen und Abschiebung«. So sehr…

Poetisch

setzt die Rezension von Rainer Kasselt zu Volker Brauns neuem Gedichtband ein, gar mit einem „heroischen“ trochäischen Achtheber (oder im Maß der Nationalhymne?): Ihn beherrscht ein eignes Wesen, heiter macht es ihn und trüber. Es schenkt ihm seine Freiheit, seine Engnis. Der gebürtige Dresdner Volker Braun,…

Lieber Puschkin

R., B., D., A. – Ihr wißt, ihr seid nicht gemeint. Gemeint sind T., Ch., B., M., N., F., O., P., G., M., M. und all die andern und alle, die sich angesprochen fühlen. Liebster Alexander Sergejewitsch, ich weiß schon. Ein Dutzend mal haben…

Ja Gott, die Welt ist so

Rainer Kirsch erzählt, wie er sich sein Grab ausgesucht hat. Burga Kalinowski erzählt von ihrer letzten Begegnung mit Rainer Kirsch und veröffentlicht ein Interview mit ihm. Darin sein letztes Gedicht und sein Grabgedicht mit einem Gutachten für die Friedhofsverwaltung oder den Kirchenvorstand, das Volker…

Stephan Hermlin 100

Andrée Leusink, geboren 1938 in Paris, überlebte den Holocaust in Verstecken und Lagern in Frankreich und der Schweiz, kam nach dem Krieg zu ihrem Vater Stephan Hermlin nach Berlin-Pankow, war dort von 1960 bis 1997 Lehrerin. Sie ist Mitglied in der VVN-BdA und in der…

Debatte

Give any one thought a push; it falls down easily; but the pusher and the pushed pro-duce that entertainment called a dis-cussion. Shall we have one later? John Cage Damals, als es Facebook noch nicht gab, da gab es häufig Debatten in der Lyrikzeitung…

58. Beschränkt

Von brennender Aktualität erscheinen mir diese Sätze Volker Brauns. Er schrieb sie 1993, die ersten Sätze verweisen auf die frühen 90er Jahre – aber 2014 sind sie aktueller denn je. Deutschland, nicht nur das offizielle, das auch, sondern die vielen Leute in ihren vielen…

54. Wirkungen einer Lyriklesung

Die Diskussion verlief in ungeheurer Erregung; der Korrespondent der Prawda stürzte am Schluß auf Hermlin zu und weinte; Klaus Völker, zurück in Westberlin, schickte ein Telegramm: das dichterische Antlitz Deutschlands hat sich über Nacht verändert. Das Wachbatallion wurde in Bereitschaft gesetzt und am Morgen…

81. Ode an die zwei Brötchen

B[ernhard] K[laus] Tragelehn Ode an die zwei Brötchen Für Ch.K. Sättigende! Billige! Fünf Pfennig das Stück. Ihr vom Erlös der leeren Milchflaschen Erschwinglichen! Ihr In der rauen Zeit vor Honorarempfang Treuen! Braune, knusprige, innen weiche und weiße! Erhaltend Zum Dichten den Dichter: Euch zu loben,…

62. „Hilfloses lyrisches Ich“

In der Besprechung des gesamten Gedichtbandes von Karl Mickel heißt es vom gleichen Professor unter der Überschrift „Hilfloses lyrisches Ich“ dann endgültig: Widerwärtig häuft sich Fäkal- und Sexualvokabular, wo Kraft und Saft nicht ideeller Substanz entspringen. (…) All die be- und verklemmten Gefühle können…