Schlagwort: Jan Wagner

L&Poe ’17-15

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Kerstin Becker, F. W. Bernstein, Pulitzerpreise,…

What is poetry?

‘WHAT IS POETRY?’—the first session of the first day begins with a sucker punch. It is an unanswerable question and the German poet Jan Wagner, of whom this has been asked, knows it. He demurs, talks about how lifetimes are spent writing essays on it and then attempts an…

Digest 19./20.6.

Peinlich Nun schickt Lerner eine Programmschrift zum Status der Poesie hinterher… Es ist auch ein autobiographisches Spiel, denn häufig rekurriert der Autor auf eigene Erfahrungen. Lerner gefällt, dass ihm gegenüber jeder Nichtdichter Kenntnisse über Lyrik simuliere, „obwohl die einzigen Gedichte, denen er in den…

Digest 11.-12.6.

Richard Pietraß 70 Jan Wagner gratuliert: Bei aller Sinnlichkeit, die Pietraß’ Gedichte zu geradezu greifbaren Erscheinungen macht, sie duften und klingen läßt, bei aller Lebenslust, die sich sogleich auf den Leser überträgt, läßt sich der Basso continuo der Melancholie und eines großen Ernstes kaum…

W:Orte

Die zweite Auflage des Innsbrucker Lyrik-Festivals „W:Orte“ widmete sich in den vergangenen Tagen dem wundersamen Engtanz von Geschriebenem und dem ganzen Drumherum. (…) José F. A. Oliver, der das Festival am Donnerstagabend gemeinsam mit Odile Kennel und Erica Zingano im Literaturhaus am Inn eröffnete. Ein…

Wochendigest 5./6.6.

1000 Seiten Depression Ein guter Freund, der Houellebecq verehrt, hat mir berichtet, immer, wenn die Stimmung in seiner Redaktion zu gut würde, klettere er auf einen Stuhl und deklamiere ein Houellebecq-Gedicht. Ein todsicheres Mittel, um eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre herzustellen. Übrigens erwischt man sich irgendwann…

„Risse“

In der neuen Ausgabe der Rostocker „Risse“ (Heft Nr. 36 mit dem Schwerpunktthema: Schweigen) Teil 1 eines Essays von Bertram Reinecke über „Das Jahr der Lyrik in der Kritik. Parteiische Thesen und kritische Ausschweifungen“ (Fortsetzung im nächsten Heft). Ich zitiere einen Passus über Jan Wagner: Seinen vorherigen…

Zwischenruf zur Lyrikdebatte

„Lyrik hat keine gesellschaftliche Bedeutung. Das liegt aber nicht an der Lyrikkritik, sondern an der Lyrik, die heute geschrieben wird. Wenn sie sich selbst genügt!“ (Artur Nickel mit Bezug auf Ioana Orleanu bei Fixpoetry). Das hätte auch Goethe über Hölderlin sagen können, und umgekehrt….

Großes Lob

Seit einem Jahr sind die Sender und die – um das Wort komm ich jetzt nicht herum – Gazzetten voll des Lyriklobs. „Lyrik erlebt derzeit ein Hoch“ (Börsenblatt 3.6.15); „Lyrik steht derzeit hoch im Kurs beim Publikum“ (NZZ 29.7.15); „Heute ist Lyrik en vogue…

Vermittler und Dienstleister

Beitrag von Bertram Reinecke zur Debatte um Lyrikkritik Die bisherige Debatte Das Uninteressanteste zuerst: Natürlich bin ich auch der Meinung, dass Lyrikkritik zu schlecht honoriert wird. (Ich würde gern öfters rezensieren, kann mir das aber nicht leisten.[1]) Aus diesem Grundproblem erwachsen viele der Probleme….

Verunsicherung

Es ist irritierend, wie verunsichert wir sind. Aber es ist auch gut, wenn die Verunsicherung von Gedichten ausgeht, kann sie unser gewohntes Denken und Sprechen in Frage stellen. Gedichte können Offenheit erfahrbar machen, Blicke weiten, Erkenntnis ist möglich, Abweichung produktiv. Einleitung zu einer Sammelrezension…

Nicht ohne schamanische Reste

Ich lasse die Verbeugung vor dem Zweitgeist* weg und gehe gleich zum Wesentlichen in Gregor Dotzauers Rundblick um die Neue deutsche Lyrik im Jahr eins „nach Jan Wagners Sieg“: Ágnes Nemes Nagy, die bedeutendste ungarische Dichterin des 20. Jahrhunderts, hat aus gutem Grund die…

Münchner Reden zur Poesie

Uljana Wolf sagte 2009 in ihrer Rede über ein Prosagedicht von Lydia Davis: „Der Text mündet in einer nur durch Kommata und Semikola leicht getakteten Endlosschleife, statt plots und dots“ – statt Handlungen und Punkten – „eine Serie von knots„, Knoten. Ein Satz, der problemlos…

Renaissance? Über Gelaber und Lyrik

Junge deutsche Dichter werden auf einmal gefeiert und geehrt. Das bereitet ihnen nicht nur Freude. Über die Renaissance der Lyrik in Zeiten des Gelabers. schreibt Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung. Renaissance, naja. In diesem Hype feiert vor allem der Literaturbetrieb sich selbst als das…

„Seelenschau To Go“

Liebe, Lust, Karriere, Zukunft: Was immer den Menschen auf der Seele liegt, Lynn Gentry schreibt ein Gedicht dazu. Der New Yorker Spontandichter sitzt in einer U-Bahn-Station vor einer alten Schreibmaschine und textet aus dem Stegreif. „Pick a subject and a price, get a poem“…