Kategorie: Dänemark

manuskripte 217

Zeitschriftenschau Michael Gratz Die österreichische Literaturzeitschrift manuskripte erscheint im 57. Jahr. Heft 217 eröffnet mit einer seltenen Marginalie. Die Schriftstellerin Aslı Erdoğan, die im August 2016 in Istanbul verhaftet wurde, schrieb der Redaktion, sie sei stolz, daß zwei ihrer Artikel 2013 in manuskripte publiziert…

L&Poe-Rückblende: Mai 2002

Viel Bildungsgut (und Absturz von Bildungsgut) im Mai 2002 in der Lyrikzeitung Adieu, Dichter Do Poets Matter? fragt Robert Bové – und gibt auch Antwort: The short answer is, Yes—but only to them. That’s a fact, Jack. Poets are about as solipsistic a bunch as…

Gemeinsam geht es besser

Zwei Wikis sind besser als ein Wiki. Und manchmal reichen sie nicht aus. Über den dänischen Schriftsteller Leif Panduro  (1923-1977) lese ich in der deutschen Wiki: Bis 1976 war er Mitglied der Dänischen Akademie (Det Danske Akademi). In der englischen: In 1971 he was awarded with the Grand…

L&Poe-Rückblende März 2001

Inger Christensen lebt und schreibt über Zweifel an der Dichtung Ich bin keine Sterndeuterin, ich bin eher eine Handwerkerin. Die Dichtung ist ja auch nur eine Stimme unter den vielen Stimmen der Welt. Und sie ist auch kein Medium, das besonders geeignet ist, auf…

Zitterspiegel

Der dänische Dichter Søren Ulrik Thomsen ist ein Liebhaber von Versen, die über sich selbst nachdenken. In seiner ironisch-melancholischen Parlandolyrik versammelt er Bilder davon, was das Gedicht denn sein könnte. Ein Gefüge aus schwarzen Insekten etwa, das sich von der Seite löst und davonfliegt. Aber auch…

Griffin Poetry Prize Shortlist

TORONTO – April 12, 2016 – Scott Griffin, founder of The Griffin Trust For Excellence In Poetry is pleased to announce the International and Canadian shortlist for this year’s prize. Judges Alice Oswald (UK), Tracy K. Smith (USA) and Adam Sol (Canada) each read…

Literaturvergessen

Kein europäisches Land ist in der Liquidierung seines literarischen Kulturerbes so konsequent gewesen wie Dänemark. Was sich darin zeigt, daß kaum ein Däne in leitender Position die Klassiker gelesen hat. Suzanne Brøgger, Bedarf an Sündenböcken. In: Lettre international 109, Mai 2015, S. 141

Klaus Rifbjerg. „Gedopte Intelligenz“

Die Zeit war auch reif, als er ab 1956 die etwas marmorne Nachkriegszeit im literarischen Dänemark mit Gedichtbänden wie «Konfrontation» durcheinanderwirbelte, schon der Titel war das Programm einer neuen Epoche: Rifbjerg wurde zum Wortführer des dänischen «Modernismus». Konfrontation suchte er bis zum Schluss, erst…

Gestorben

Im Alter von 83 Jahren starb Klaus Rifbjerg, einer der einflußreichsten dänischen Autoren seiner Zeit. Er wurde am 15.12. 1931 in Kopenhagen geboren und starb am 4.4. nach langer Krankheit. Er veröffentlichte über 100 Romane, Drehbücher, Schauspiele, Fernseh- und Hörspiele, Kinder- und Tagebücher, Novellen-, Essay-…

32. Poetica I

„Ich erleuchte mich durch Unermessliches“ heißt das Motto der „Poetica I“, die vom 26. bis 31. Januar als „Festival für Weltliteratur“ in Köln stattfindet. Die Zeile aus einem Gedicht von Giuseppe Ungaretti (übersetzt von Ingeborg Bachmann) meint die doppelte Chance von Lyrik: Orientierung in…

95. Grenzgänger

„Das [Schreiben] ist für mich ein Spielplatz, wo ich ganz wilde Dinge machen kann, die ich sonst nicht machen kann. Ich [habe] das Gefühl, dass ich mich hinter der Kunst auch verstecken kann. Dass ich etwas sagen kann, was ich sagen möchte.“ Darum schreibt…

20. Yahya Hassan überfallen

Am Dienstag wurde er nun in Ramallah auf offener Strasse überfallen, wie die Kopenhagener Zeitung «Berlingske Tidende» berichtet. Ein mit fünf Männern besetztes Auto habe neben ihm angehalten, als er sich abends auf dem Weg zu einem Restaurant befand. «Bist du Yahya aus Dänemark?»,…

96. Yahya passt in keine Schublade

Die dänischen Bürger am rechten Rand haben in Hassans Geschichte endlich den Beleg dafür gefunden, dass alle Ausländer kriminelle Sozialschmarotzer sind und sich gar nicht eingliedern wollen. Das linke Lager sieht in Hassan endlich den Beweis dafür, dass die Dänen selbst mehr gegen Ghettobildung…

61. Sonett aus Glas und Beton

Eine Prosaminiatur, präzise notiert, voller Komik, jedes Wort an seinem Platz. Allein schon die Bewegungen darin –  fliegen, füttern, öffnen, sammeln, stehen, gehen. Clemens Setz, dem Autor dieser leichten, phantastischen Zeilen, gelingt es, die Papageien, unsere buntgefiederten Sprachimitatoren, aus dem ihnen von uns Menschen…

85. Yahya Hassan

Kritisch Kristoffer Cornils: Yahya Hassan ist ein mustergültiges Beispiel für Selbstinszenierung, voller Kanak Sprak, Slang und gestischem Zynismus. Hassan transportiert gekonnt eine Haltung. »BISTU INTEGRIERT« heißt es zwischendurch – eine Frage, die ihre Antwort bereits vorwegnimmt. Nein, Hassan ist nicht integriert. »AM TELEFON NENNT IHR…