Zum Tod von Michael Braun

L&Poe Journal #02/2022

Kurz vor Weihnachten starb unerwartet der Literaturkritiker und unermüdliche Netzwerker und Lyrikförderer Michael Braun. In früheren Jahren war er häufig auch auf diesen Seiten zu lesen. Wir trafen uns in Freiburg / Staufen und gelegentlich am Rand von Veranstaltungen. Ich glaube, das erste, was ich von ihm las und was mir seinen Namen einprägte, war ein lyrikgeschichtlicher Aufsatz aus den frühen 90ern – zumindest las ich es damals, als sich mir die Westberliner Bibliotheken öffneten – über die (meine Worte) Überformung der modernen deutschen Lyrik durch den französischen Symbolismus, ein Problem, über das ich immer mit ihm diskutieren wollte, bis es nun zu spät ist. Man musste ihm nicht in allem zustimmen, aber seine Stimme wird fehlen, die Lücke ist nicht zu schließen.

Im folgenden einige spontane Nachrufe auf sozialen Netzwerken.

Paul-Henri Campbell | Andreas Heidtmann | Ulrich Koch | Alexandru Bulucz | Carolin Callies | Dieter M. Gräf | Beate Tröger | Horst Samson | Volker Sielaff | Hendrik Jackson |

Paul-Henri Campbell

… eben erreichte mich eine schreckliche Nachricht, die mich schockiert und ganz taub macht: Der Literaturkritiker und lieber Freund MICHAEL BRAUN (28.2.1958-23.12.2022) ist heute in der Früh gegen fünf Uhr im Neckarathen Heidelberg vollkommen unerwartet verstorben. Michael Braun war nicht nur ein allseits geschätzter Experte und Kritiker der zeitgenössischen Literatur, aber auch ein fairer, feiner, liebevoller und umsichtiger Mensch, der über eine sichere Urteilskraft in Dingen verfügte, die das gesamte Leben berührten. Seine über vierzig Jahre währende tägliche und intensive Auseinandersetzung mit und in dem wuseligen Feld der zeitgenössischen Litertur, besonders auch in ihren lyrischen Formen, mehrte nicht nur seinen eigenen Überblick, sondern als Kommentator und Herausgeber den Genuss, den viele Menschen an der Literatur erfahren konnten. Sein Einsatz für junge und alte Autor:innen ist enorm und strukturierte nachhaltig das mit, was wir heute als deutschsprachige Gegenwartsliteratur erleben. Ich war in den Jahren immer erstaunt, wie sehr er allen Texten etwas abgewinnen konnte, sich an ihnen erfreute, manchmal zähe Geduld mit ihren Autoren übte, an allen Texten Spuren und Tendenzen größerer Bögen erkannte und anderen zeigte, in welchen günstigen und ungünstigen sozialen sowie persönlichen Zusammenhängen, durch welches Engegement, Opfer, Genie und Zufall die Literatur als unzerstörbares Erbe der Menschheit entsteht. Rest in peace, old friend! I will dearly miss you. Thank you for everything you have done to increase beautiful words among us all.

Andreas Heidtmann

In der Nacht zum 23.12.2022 ist Michael Braun gestorben! Wir sind tief erschüttert.

Michael Braun war der unangefochtene Kenner der Lyrik, der kompetente Kritiker in Sachen Dichtung und hat durch viele Rezensionen, Moderationen und Dozenturen die Lyrikszene und die gesamte Literatur geprägt. Seine Bücher sind nicht aus der Literaturwelt wegzudenken. So die lyrischen Bestandsaufnahmen, die er mit Hans Thill vorlegte. „Der gelbe Akrobat“, den er mit Michael Buselmeier verfasste, wurde zu einem lyrischen Lesebuch. Wichtig war ihm auch sein letztes Buch in Gedenken an Günter Eich: Was ich weiß, geht mich nichts an.

Er war ein großer Intellektueller, ein kluger Skeptiker, jemand, der die Lyrik über alles stellte. Sie war Teil seines Lebens. Er hinterlässt ein unermessliches Vakuum.

Andreas Heidtmann, poetenladen Verlag

https://www.poetenladen-der-verlag.de/

Alexandru Bulucz

Ich kann es nicht fassen und bin todtraurig darüber, dass Michael Braun gestorben ist. Wie so vielen Lyrikerinnen und Lyrikern war er auch mir größter Förderer und treuester Begleiter. Wir dürften uns irgendwann 2014 oder 2015 kennengelernt haben, und seitdem stand er mir stets mit Rat und Tat und einem freundlichen, ermunternden Wort zur Seite. 2017 führte er mich gemeinsam mit Insa Wilke in die Welt des Hörfunks ein. Seit nunmehr sechs Jahren durfte ich also mit ihm einige Handvoll lyrischer Neuerscheinungen für den DLF besprechen. Jedes Mal hatte ich größte Bewunderung für seine literarischen Urteile, die nie Verurteilungen waren, und für die reichen literaturhistorischen Quellen, aus denen er sie perspektivierte. Wenn ihm etwas eher wenig zusagte, das war mein Eindruck, dann hinterfragte er zunächst sich selber und das ihm zur Verfügung stehende lyrikkritische Instrumentarium, bis ihm möglich wurde, dem zu besprechenden Material doch noch etwas abzugewinnen. Wenn jemand eine lyrikgerechte Sprache für die deutschsprachige Lyrik des neuen Jahrtausends entwickelt hat, dann er. Keine Art Lyrik war ihm Tabu. Es konnte religiöse Mystik sein oder Experimentelles. Und die innerlyrikbetrieblichen Streitereien waren ihm nie von Belang. Dafür war er zu diskret. So konnte er überall hinschauen: zu den Stillen, den Extrovertierten, den Grantigen, den Konformistischeren … Seine Sympathie galt allen, die sich ernsthaft mit Lyrik auseinandersetzten. Er hat zwar keine Geschichte der deutschsprachigen Gegenwartslyrik geschrieben, so wie teilweise Christian Metz etwa, aber sie war implizite Grundlage seiner Anthologien, Herausgeberschriften, Kolumnen, Rezensionen und Nachrufe. Er hat sie nicht geschrieben, aber maßgeblich begünstigt und beeinflusst. Zu den großen Kritikerinnen und Kritikern aus seiner Alterskohorte gehören Hubert Winkels, Iris Radisch, Helmut Böttiger … Er gehört für mich, ohne Frage, in diese schillernde Reihe. Und sich dort einzureihen, das hat er geschafft trotz des freien Kritikerdaseins, das er führte und das sicher nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist. Ich glaube, er hätte sich gefreut, ab 65 nur noch das zu tun, was ihm lieb war und absolut notwendig schien. Zuletzt gab er im Poetenladen „Was ich weiß, geht mich nichts an. Zu Günter Eich. Essays“ heraus. Es ist eine bewegende Hommage an Eich.

Ich verliere einen wichtigen Menschen in meinem Leben, von dem ich gern weiter gelernt hätte.

Vor genau einem Jahr tauschten wir per Mail Bilder aus und sprachen darüber. Er schickte mir dieses Bild von Renate von Mangoldt, das ihn 1994 im LCB zeigt, im Kreis von Manfred Peter Hein, Hajo Steinert, Uwe Kolbe und Joachim Sartorius.

Ulrich Koch

Ich weiss nicht, was ich schreiben soll. Vor wenigen Tagen noch –
Ich bin untröstlich. Und unendlich dankbar für alle unsere Begegnungen. Wir verabschiedeten uns vor Kurzem mit den Worten: „Bis auf unsere nächste vorletzte Begegnung!“
Das, lieber Freund, rufe ich Dir hinterher.

Carolin Callies

Noch immer kann ich nicht fassen, dass Michael Braun (1958-2022) so plötzlich am Tag vor Heilig Abend gestorben ist. Schon seit einigen Wochen lag seine letzte Herausgeberschaft zu Günter Eich mit dem Titel „Was ich weiß, geht mich nichts an“ auf meinem Nachttisch. Erst über die Weihnachtsfeiertage nahm ich sie jetzt endlich zur Hand und war erschrocken über die Todesnähe dieses Bandes. Auch Günter Eich war kurz vor Weihnachten gestorben – im Jahr 1972. Noch in diesem Jahr ging Michael Braun auf die Suche nach Eichs Asche, die im Schweizer Ort Alfermée ausgestreut wurde. Auf seinem Sterbebett, so zitiert es Michael Braun, sagte Eich im Dezember 1972: „Ich will gar nichts mehr, ich will anfangen zu spielen.“

Mein Beileid von Herzen an seine Familie und seine Freunde, die keine Möglichkeit hatten, sich zu verabschieden.

Paul-Henri Campbell, Alexandru Bulucz, Ron Winkler, Dincer Gücyeter und viele andere schrieben es schon: Die deutschsprachige Lyrikszene hat Michael Braun so viel zu verdanken. Die Lyrik wäre ohne sein Wissen, sein Zutun, seine Fürsprache, seine Klugheit, seine Tiefenversenkungen und Tiefenbohrungen ins einzelne Gedicht, seine Herausgeberschaften und Jurytätigkeiten nicht dort, wo sie heute ist. Er konnte so warmherzig präzise und offen über Gedichte sprechen wie niemand sonst, das zutiefst Menschliche im Gedicht festmachen und beschreiben.

Ich selbst bin Michael so dankbar. Niemand hat so oft über meine Gedichte geschrieben, niemand hat mich so oft moderiert – in Erlangen #poetenfest, Frankfurt #LiteraturhausFrankfurt #KulturamtFrankfurt, Bensheim, Gerlingen, Ladenburg, Worpswede, Stuttgart #LiteraturhausStuttgart. Manchmal brachte er, der Heidelberger, mich Autolose mit dem Auto nach Hause. Zuletzt sahen wir uns in diesem Jahr bei der Jurysitzung zum Lyrikpreis der Südpfalz im #KünstlerhausEdenkoben (den Ulf Stolterfoht bekam) und sprachen über Volker Braun. Wir saßen im Garten und er erzählte über die Herausforderungen, in heutiger Zeit Lyrikkritiker zu sein in einer (wie im Günter Eich-Buch nachzulesen ist) „Dynamik eines geschichtsvergessenen Literaturbetriebs, der im 21. Jahrhundert nur noch im Modus der Hyperventilierung agiert“. Wir sahen uns in Gerlingen zur Preisverleihung und es gab Sekt. Das war noch im Oktober. Es war die letzte Begegnung.

Im Faust-Interview in Bezug auf Nicolas Born sagte er: „Und das hat mich schon damals sehr berührt, weil er beides im Grunde gleichsetzt: Existenz und Schreiben. Es geht ja darum, dass die Frage nach den letzten Dingen – also warum wir eigentlich leben und sterben müssen, leben dürfen und sterben dürfen, – vor allem in Gedichte aufbewahrt wird, in konzentrierter Form.“

Ich hätte gern ein Foto gezeigt, bei dem Michael Braun im Mittelpunkt steht. Er schaute vom Rand in den Kern der Gedichten. Wie ihn gibt es keinen Zweiten. Ich werde ihn vermissen – in so vielem.

https://faustkultur.de/literatur-gespraeche/wunderbarer-eigensinn/?fbclid=IwAR3TustJKbIKzCK6eh4h-hAZA59-JOVZTwHSoZABkMA8I22vs47awR-hPkE

Beate Tröger

Gedicht zum Tag

In memoriam Michael Braun (1958-2022)

Thomas Rosenlöcher: Echo

Wo ich bin knarren die Föhren.
Wo nicht rauscht in ihnen das Meer.
Folg ich dem Rauschen kommt Knarren.
Dort wo es rauscht kam ich her.

Auch dem Dichter Thomas Rosenlöcher, Autor des Gedichts „Echo“, hat nach dessen Tod der Kritiker Michael Braun im April 2022 so freundlich nachgerufen, wie zuletzt, vor wenigen Tagen noch, dem Dichter Wulf Kirsten. Und vielen, vielen anderen vorher. Der Tod eines jeden, dessen Schaffen er begleitet hatte, ging ihm auch persönlich nahe, das konnte hören, wer mit ihm darüber ins Gespräch kam.

Jetzt hat Michael Braun, der Kenner und Vermittler der deutschsprachigen Gegenwartslyrik, sich selbst verabschiedet, so, wie er oft selbst aufgetreten ist: Unaufgeregt und undramatisch und völlig überraschend. Heute, am Übergang von der Nacht zum Morgen.

Der kritische Enthusiast. Aufmerksam im Kleinsten. Skeptisch noch im Letzten. Und grade noch im Ohr, am Montag in der Leitung, am Mittwoch am Telefon, seine schöne, so radiophone Stimme: mild-melancholisch, heiter und guter Dinge, mit hin und wieder aufflackerndem Humor.

Wer je auf der Bühne, bei einer Jurysitzung, aber auch an einem Tisch mit ihm saß und über Literatur sprach und manchmal auch friedlich stritt, wird jetzt diese Gefühle teilen: Traurigkeit. Dankbarkeit. Die sich so schnell wie Wasser aus einem umgeschütteten Glas ausbreitende Gewissheit, dass, was die Kritik der deutschsprachigen Lyrik angeht, niemand diese Lücke wird füllen können, die sein Tod nun aufreisst, die entsteht, weil er nicht mehr da ist, er selbst und in ihm ein lebendes Archiv, dessen geduldigem, freundlichem, genauem und langem Blick aufs Objekt und auf die Menschen, wenig entging.

Jahrelang stand der DLF-Lyrikkalender auf unserem Küchentisch. Jeden Tag ein Gedicht auf der Vorderseite des Kalenderblattes, jeden Tag ein Kommentar zum Gedicht von Michael auf der Rückseite. Er hat unglaublich viel gearbeitet, bis zur Erschöpfung und auch darüber hinaus.

Er war vielen freundlich gesonnen, manche hat er wirklich gemocht. Die Liste derer, für deren Schreiben er sich eingesetzt hat, ist so lang, dass die Namen aneinandergereiht weit reichten. Er hat nicht nur ins Dunkel hinein nachgerufen, sondern auch ans Licht gelockt und wachsen lassen. So viele neue Stimmen entdeckt, gefördert, sie begleitet. Er war ein Freund.

Das Foto zeigt Michael im Jahr 2018. Da bekam er im Rahmen der Leipziger Buchmesse — in Anbetracht seiner langjährigen Verdienste um die Literatur sehr spät — den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik zugesprochen, kurz nach seinem 60. Geburtstag. Man kann seine Freude gut sehen, obwohl das Bild ein bißchen unscharf ist.

Dieter M. Gräf

Ich wusste von Michael Braun, dass seine Gesundheit chronisch angegriffen war. Ich fürchtete, vielleicht so in sieben Jahren eine schlechte Nachricht zu erhalten. Aber nicht heute. Ich sah ihn zuletzt bei der LCB-Veranstaltung „100 Jahre Höllerer“. Obgleich wir verabredet waren nur kurz, denn die lange Nacht war eine solche und uns beiden zu lang. So verschoben wir unser Gespräch. Er sah gut aus, und in den letzten Tagen korrespondierten wir reger als sonst. Er schrieb sehr munter. Bei manchem hat er nur noch abgewunken, denn er wolle sich Ende 2024 zurückziehen und dann nur noch Privatier sein. Oder fast. Heitere Distanz und klare Worte. Wir lernten uns früh kennen, denn wir kommen aus der gleichen Gegend. Ich machte mit meinem Mannheimer Dichter-Freund thomas gruber ein regionales Anthologieprojekt namens „zuckungsbringer“ (1990). Irgendwann im Anschluss kam er, damals Mitarbeiter der „Zeit“, zusammen mit Hans Thill aus Heidelberg zu uns nach Mannheim. Seit der Zeit sind wir in gutem Einvernehmen. Mit Ausnahme meiner Insel-Anthologie hat er alle meine Bücher besprochen. Das letzte bei Moloko Print und das davor bei der Brueterich Press genauso wie die bei Suhrkamp und der Frankfurter Verlagsanstalt. Für die „Tussirecherche“ hat er einen Aufsatz beigesteuert. Als ich den Pfalzpreis in meiner Heimatstadt Ludwigshafen entgegennahm, hielt er die Laudatio. Er wird mir sehr fehlen und ohne ihn kommt mir mein Tun im Literaturbetrieb noch sinnloser vor. Denn ich schätze die kontinuierliche Auseinandersetzung sehr und nicht das Auf-und-Ab-Springen, und auch, dass er als Kritiker stets selbst kritisierbar blieb, gänzlich uneitel und aufrichtig an der Sache interessiert. Ich sah ihn stets als so etwas wie einen Kollegen an, der es als Freiberufler wohl auch nicht leicht gehabt haben wird, sein Geld über all die Jahre zu verdienen und dennoch vielen Gutes erwies, auch als Juror. Keiner kennt wohl so viele Lyrikbände der deutschsprachigen Gegenwart wie er. Was soll nun ohne ihn werden? Hier seine letzte Anthologie, ist sie schon beachtet worden?

Horst Samson

Michael Braun, Michael Buselmeier und Hans Thill gehörten 1987 als 33-jähriger Emigrant aus der Ceausescu-Diktatur zu meinen ersten Freunden in Heidelberg, wo ich am Neckar mit meiner Familie einen ersten Heimathafen gefunden hatte. Dankbar bin ich auch der damaligen Leiterin der Stadtbibliothek, Regine Hauschild, die mich zu Lesungen in ihr Haus einlud und über die ich Hilde Domin kennen lernte. Und bei Hilde Domins privater Geburtstagsfeier, die mich spontan in ihr Herz geschlossen hatte, begegnete ich dann Herrn Palm, und lernte über Domin Elisabeth Alexander kennen, die ein schönes „Heidelberger Lesebuch“ komponierte, in dem ich erstmals mit Hilde Domin und meinen Heidelberger Freunden zwischen zwei Buchdeckeln vereint war. Damals gab es in HD einen kleinen literarischen Stammtisch, wo ich Michael Braun jede zweite Woche traf und mit ihm und Buselmeier viel debattierte. Buselmeier ist geradezu ein wandelndes Literaturlexikon, wie übrigens auch mein kürzlich verstorbener Freund Wulf Kirsten, der sich mal in einer Widmung für mich als „erfolgreichen Produzent von Ladenhütern“ beschrieb, aber großartige Gedichte von hohem sprachlichen Reiz „verfertigte“. Tja…

Volker Sielaff

Im November schickte Michael mir sein Eich-Buch und schrieb: „Hier ist der Versuch, mit Hilfe des späten Günter Eich Antworten zu finden auf die Frage, wie man mit dem verbleibenden Lebensrest im Alter einigermaßen sinnvoll umgehen kann.“ Es war dann ein empörend kurzer „Lebensrest“, der ihm noch geblieben. Ich kann es noch immer kaum fassen…

Christian Lux

Danke Michael Braun. Er war für viele wichtig, auch für uns. Ich bin traurig und denke an die Zusammentreffen und mag nicht viel mehr sagen.

Hendrik Jackson

Lieber Michael Braun

das kann ich nicht akzeptieren. Ich war mit manchem nicht einverstanden, was du geschrieben hast, aber die Auseinandersetzung darüber war noch lange nicht an ihr Ende gekommen. Wer soll jetzt die neuen Zeitschriften besprechen? Wer bespricht wie du Christian Lehnert, Paul-Henri Campbell? Wer hält die Stellung in diesem äußert schmalen Scharnier zwischen Medienbetrieb mit seiner unbarmherzigen Forderung nach Häppchen und Einordnung und der nach Leben gierenden und sich jeder Einordnung entziehenden (und zumindest das anstrebenden) Lyrik, wer von allen KritikerInnen stellt wieder und wieder die Frage nach der Spiritualität, nach Religiösität? Das hast nur du noch gemacht.

Dein Tod kommt in jeder Hinsicht zu früh und ist verstörend. Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Gute Reise?

Jetzt ein Michael-Braun-Preis? Dafür ist es noch zu früh. Ein Wein-Smiley? Wie inadäquat. Und die Befürchtung, dass sich solche Nachrichten von nun an häufen werden. Viele werden sich jetzt fragen, wer dann überhaupt noch ihren Band bespricht.

Deine Kritiken sind so überhaupt noch nicht veraltet. Es wird bestimmt auch noch eine Runde Akademie der Lyrikkritik geben, du bist doch eingeladen. Überlegs dir doch nochmal, komm nochmal zurück. Ich kann das so nicht akzeptieren.

Hendrik

3 Comments on “Zum Tod von Michael Braun

  1. Sie wissen, was s ist, [x] weiß beim Schweißen nicht.
    Man spart, trotz Thermolattich, nichts, den Staub und
    nicht den Weg. Man erbricht Kaffee mit Zimt, mischt
    Schräges der Ebene bei, das Sprechen dem Teig, um
    gekehrt wird Kuchen gekocht. Und doch, und noch
    mehr Prélude. Dahin ein Bussi und auch dort Gesichtspflicht.

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  2. Pingback: L&Poe Journal 2 (2022) – Lyrikzeitung & Poetry News

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