Schlagwort: Bertolt Brecht

01-28

Sonnabend, 28.1. 814: Karl der Große stirbt in Aachen 1549: Elijah Levita, deutsch-jüdischer Dichter, Humanist und Sprachwissenschaftler †. Auch Elia Levi Ben Ascher Aschkenasi („Elia, Sohn des Ascher, genannt der Deutsche“) oder jiddisch Elje Bocher. Ritterdichtungen, Psalmenübersetzungen. Direkter Vorfahr des britischen Premierministers David Cameron. 1558: Jakob Micyllus, deutscher…

L&Poe-Rückblende Mai 2001

8 gegen 58. Der Georg-Büchner-Preis für Männer So überschreibt Iris Radisch einen Kommentar zum Büchnerpreis für eine Frau. Die Zahlen bezeichnen das Verhältnis weiblicher zu männlicher Preisträger. Wenn Frau Radisch schreibt: „Nachdem Grass, Walser, Enzensberger, Müller, Strauß und Handke schon dran waren, kamen sogar…

Spaltet das Publikum

Marcel Reich-Ranicki ließ keine Zweifel aufkommen, dass Biermann den Büchnerpreis auch als Liedermacher verdient habe: „Seine Kunst wirkt nicht vereinigend, sie spaltet das Publikum. Und die Kritik? Oft bereitet er den Redaktionen Kummer. Wer soll denn darüber schreiben? Der Literaturkritiker will nicht recht, das…

Satzzeichen-Suada

Samuel Gerlach war kein großer Dichter, nach den wenigen Widmungsgedichten zu urteilen, die ich kenne. Seine Widmung für Königin Christina von Schweden, die neben vielen Landstrichen auch Pommern regierte, heißt Untertähnigste Zuschrifft Der Durchlauchtigsten / Großmäch= tigsten und Sieghaftesten Fürstin und Fräulein / Fr….

Wahrer Klassiker

Für jemanden, der selbst bei der Choreographie des eigenen Todes um den kleinstmöglichen Interpretationsspielraum bemüht war, hat man Brecht im Laufe der Jahre einer schwindelerregenden Anzahl scheinbar inkompatibler Deutungen und Vereinnahmungen unterzogen, und das innerhalb wie außerhalb Deutschlands: „zu politisch“, „nicht politisch genug“, „apolitisch“;…

Digest 27.-30.6.

In Hausach „Ich bin beseelt von dem heutigen Nachmittag“, schwärmte dann auch José F. A. Oliver als Macher des Leselenzes. Das Publikum sei Zeuge „von Literatur der Welt und Weltliteratur“ geworden. Mit beeindruckender und junger deutscher Lyrik ging der sehr schöne Poetik-Marathon auf die…

Kriegs-Brecht

Ein unveröffentlichtes  Gedicht von Bertolt Brecht aus dem Kriegssommer 1918 im Spiegel #26 (nur für Abonnenten)

Wochendigest 1

Abrechnung Uwe Kolbe rechnet mit dem Autor und seinen Nachbetern ab, die ihn „im kleinen Handgepäck mit sich führen**“. meint Christian Eger am 30.5. in der Frankfurter Rundschau und ergänzt: Hätte es die DDR ohne Brecht gegeben? Selbstverständlich. Aber hätte es die DDR ohne…

Kempner in die Lesebücher (Aber es gibt die Tscherkessen)

Was ist ein gutes Gedicht? In den 50er Jahren schrieb Brecht: „Weder politische noch geschmackliche Urteile können gebildet werden nur an Gutem. (…) Wo bleibt der ‚Trompeter an der Katzbach‘ als Beispiel von Chauvinismus?“ Julius Mosen Der Trompeter an der Katzbach Von Wunden ganz…

Originalität

»Heute«, beklagte sich Herr K., »gibt es Unzählige, die sich öffentlich rühmen, ganz allein große Bücher verfassen zu können, und dies wird allgemein gebilligt. Der chinesische Philosoph Dschuang Dsi verfaßte noch im Mannesalter ein Buch von hunderttausend Wörtern, das zu neun Zehnteln aus Zitaten…

Erbärmliche Zeiten

Indonesiens moderne Lyrik ist stark vom Westen inspiriert – nicht zuletzt auch von deutschen Dichtern. Den einflussreichsten unter ihnen hat der 1962 geborene Dichter und Übersetzer Agus R. Sarjono vor fünf Jahren mit seinem Gedichtzyklus «Lumbung Perjumpaan» ein Denkmal gesetzt. Da heisst es etwa…

Rudyard Kipling 150

Nicht zuletzt ist Kipling ein Dichter. Der Grenzgänger zwischen Orient und Okzident zeigt sich auch hier als Amphibium, weil er ständig und mühelos von der Prosa zum Vers wechselt. Seine rasanten Balladen aus dem Soldatenleben des Empire, «Barrack Room Ballads», waren einst in aller…

Parasitär

Auszug 1: Dummkopfelegien Kristian Kühn: Mich würde interessieren, was du meinst, wenn du sagst, du arbeitest dich „seit einer Weile“ an ihm ab. Vor allem, was dabei den Begriff der „Sprachwaschung“ betrifft, von der Brecht als Ausgangspunkt seiner Unterscheidung spricht und die er bei…

Lyrik wäscht sich nicht

Das neue Heft der in Prenzlauer Berg herausgegebenen Zeitschrift „Abwärts!“ nimmt die lockere Scheck-Bemerkung* zum Anlass für einen Generalangriff auf diese Kultur und wählt dafür das Leitmotiv: „Lyrik wäscht sich nicht“. Freunde und Mitarbeiter der Zeitschrift waren gebeten worden, zu der Frage Stellung zu nehmen, wie hygienisch Dichter und Gedichte sein sollen. Das beigefügte Postscriptum…

Pound gegen seinen Lobredner verteidigt oder Wider die Verächter der Technik

Kurt Drawert lobt (in der Frankfurter Anthologie) ein Gedicht, das jedes Lob verdient, Ezra Pounds „In einer Station der Metro“. Doch halt – jedes vielleicht doch nicht. Dieses auf keinen Fall: Natürlich hatte Pound keine Sekunde daran gedacht, einen lyrischen Parallelismus zu verwenden, so…