Kategorie: Deutsch

Keine Delikatessen

Ingeborg Bachmann Nichts mehr gefällt mir. Soll ich eine Metapher ausstaffieren mit einer Mandelblüte? die Syntax kreuzigen auf einen Lichteffekt? Wer wird sich den Schädel zerbrechen über so überflüssige Dinge – Ich habe ein Einsehen gelernt mit den Worten, die da sind (für die…

Oberdada

Ich besitze von ihm vier Hefte der Siegener Reihe „Vergessene Autoren der Moderne“, ein Bändchen der famosen Nautilus-Bücherei und eine Ausgabe der „Schriften, Manifeste, Flugblätter, Billets, Werke und Taten“  des „Oberdada“ Johannes Baader. Nichts davon würde ohne Kleinverlage und Enthusiasten existieren. Verlagswesen und Betrieb…

Nahbellpreis 2017: A.J. Weigoni

G&GN-INSTITUT DDORF-ELLER SÜD, 21.6.2017 / Der Nahbellpreis geht dieses Jahr an den Düsseldorfer VerDichter A.J. Weigoni. Der höchstdotierte Literaturpreis der Welt wird damit zum 18. Mal verliehen. In den ersten Antworten des noch laufenden Nahbell-Interviews DER LANGE ATEM: WEIGONIS „VORLASS“-(WIEDER)BEAT(MUNG) gibt Weigoni über literaturhistorische…

Hungertuch und Nahbellpreis

Aus einem Beitrag von Matthias Hagedorn Im deutschsprachigen Raum wird an jedem Tag mindestens ein Literaturpreis verliehen. Auszeichnungen und Preise ähneln – Billy Wilder zufolge – Hämorrhoiden, “früher oder später bekommt sie jedes Arschloch.” Und in den weitaus meisten Fällen sind es die Jurys, die…

„bespiene bücher, also rezensierte“

Von Wulf Kirsten (geboren am 21. Juni 1934 in Klipphausen bei Meißen) ein Porträtgedicht aus dem Jahr 1972:  Grabbe bohnenspiel im zuchthaus, ein galliger scherz. die lues logierte in der Goldenen Gans. läppisches Lippe, zänkisches weib. zum auditeur geschlagen, eine satire auf podagrabeinen. soldaten…

Pascal

Heute kein Dichter, aber ein großer Denker. Blaise Pascal, geboren am 19. Juni 1623 in Clairmont (Auvergne), gestorben am 19. August 1662 in Paris. Er war Mathematiker, Physiker, Erfinder, Philosoph, Moralist und Theologe. Seine Bücher wurden bewundert und gefürchtet und sogar verboten und verbrannt….

Elfriede Gerstl

urlaub im kopf ich hol mir nicht angina          in indochina ich will die zöpfe der madegassen          nicht nah zum anfassen ich seh das alles gern – fern spar nerven zeit und geld und hock mit meinen…

Theodor Däubler

Am 13. Juni 1934 starb der Dichter Theodor Däubler Die Buche Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub. Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken, Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken, Ich bin das Laub, die Krone überm Staub. Dem warmen Aufruf mag ich…

H.C. Artmann

Am 12.6. 1921 wurde H.C. Artmann geboren. mit einem jahr ein kind, mit zweien jahr ein jüngling, mit dreien jahr ein mann, mit vier jahr wohlgetan. mit fünfen geht es auch noch an, mit sechsen rückt das alter an. mit sieben jahr ein greis,…

Rainer Maria Rilke

Am 11. Juni 1919, heute vor 98 Jahren, ging der Lyriker Rainer Maria Rilke in die Schweiz, „wo er seine Schaffenskrise überwindet“, wie man sagt. Sonette an Orpheus XIII Voller Apfel, Birne und Banane, Stachelbeere … Alles dieses spricht Tod und Leben in den…

Nein

nein nein nein nein nein nein nein (beantwortung von sieben nicht gestellten fragen) Heute vor 17 Jahren starb Ernst Jandl

Poeterey/ ach nein/ ach nein!

Der „hochberühmte“ (Neu-)Cöllnische Dichter und Richter Nicolaus Peucker (um 1620 – 1774) ist heute vergessen. Seine Gedichte waren Gelegenheitsgedichte, im Buch gesammelt wurden sie erst postum. Fritz Martini druckte 1947 in einer Anthologie die ersten 5 Strophen dieses Gedichts und gab ihm die Überschrift…

Villon unterm Galgen

Werner Söllner Villon unterm Galgen Solang ich frei war, hielt sie mich gefangen. Nun bin ich gut geschnürt, nun darf ich gehn. Nichts ist zu wenig: sogar dies verstehn zu viele. Wem das Hohelied vergangen, der pfeift es von den Dächern. Notgesänge aus jeder…

Bevestigter Gesang

Friedrich Hölderlin Aus: Die Titanen.                       (…) bevestigter Gesang als von Blumen Neue Bildung aus der Stadt, wo Bis zu Schmerzen aber der Nase steigt Citronengeruch auf, aus der Provence, und es haben diese…

Dem Libanon

Georg Kulka Dem Libanon Dem Libanon, dem jüngst im Flügelkleide schwärmenden, Wuchs heut der Regen bleicher aus der Stirne. Knatternd, als man die Seide zerbrach. O du hellhöriger höllhärener Morgen! Der Tag blieb dir im Munde stecken. Aber die Wolken poltern sich stauend. Niemand…