Kategorie: Deutschland

Geheimdichter

Hugo Lyck? Wer kennt den Namen? Auch die großen Literaturlexika (und auch Wikipedia) nicht. Ein echter Geheimdichter vom Anfang des vorigen Jahrhunderts. Ein Gedicht von ihm steht im Jahrgang 1958 der Literaturzeitschrift Akzente. Die Anmerkung: „Hugo Lyck, auf- und untertauchend im Café Stefany Münchens,… Continue Reading „Geheimdichter“

Ich bin euch trotzdem gewogen

Werner Riegel  (* 19. Januar 1925 in Danzig; † 11. Juli 1956 in Hamburg)  ICH atme Frucht und Phlox Und ich denke an mich. Meine Hymnen für euch Gesocks Sind nicht mehr feierlich. Macht euch bloß nicht ins Hemd! Ich bin euch trotzdem gewogen Im Wind, der uns niederschwemmt. Wohin die Rußflocken… Continue Reading „Ich bin euch trotzdem gewogen“

kapitulation

Kurt Bartsch war ein deutsch-deutscher Schriftsteller (Gedichte, Parodien, Theaterstücke, Übersetzung, Kinder- und Jugendbuch, Künstlerbuch, Hörspiel, Film). Er begann 1964 ein Studium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig und brach es Ende 1965, nach dem berüchtigten 11., dem „Kahlschlagplenum“ des Zentralkomitees der SED, wieder… Continue Reading „kapitulation“

Franz Fühmann 100

Franz Fühmann (* 15.1.1922 in Rochlitz/Riesengebirge (heute Tschechien), † 8.7.1984 in Berlin) Aber kein Kerker … Aber kein Kerker ist härter als der in die Seele gesenkt, was sind Schlösser und Schwerter, wenn der Geist ein Bild nicht mehr denkt, sich versagt ihm, versargt es… Continue Reading „Franz Fühmann 100“

Wie die Waffen, so die Theorien

Friedrich Müller, genannt Maler Müller oder Teufelsmüller (* 13. Januar 1749 in Kreuznach; † 23. April 1825 in Rom) Der Jüngling und der Waffenhändler Einst zu dem berühmten Waffenhändler Kam ein Jüngling. Lehre mich gebrauchen, Bat er, deine starken, schönen Kriegerwaffen, Daß ich tapfer sie mit Anstand führe, Wenn zum Kampfe die Trommete ruft. Drauf… Continue Reading „Wie die Waffen, so die Theorien“

Geschritten in die Welt kam Schiller

Friedrich Schlegel  (* 10. März 1772 in Hannover; † 12. Januar 1829 in Dresden) Schiller [1.] Geschritten in die Welt kam Schiller, Und da ward’s still und immer stiller. Erstaunt frug die Natur: »Was will er?« Und dreimal tönte laut der höchste Triller. [2.] Schick dein Schicksal in die Saale! Es gereicht… Continue Reading „Geschritten in die Welt kam Schiller“

Droste 225

Heute vor 225 Jahren geboren: Annette von Droste-Hülshoff  (* 10. Januar 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster; † 24. Mai 1848 auf der Burg Meersburg)  Mondesaufgang An des Balkones Gitter lehnte ich Und wartete, du mildes Licht, auf dich; Hoch über mir, gleich trübem Eiskrystalle, Zerschmolzen, schwamm… Continue Reading „Droste 225“

Eine Tochter säuget ihre Mutter

Daniel Heinsius  (* 9. Juni 1580 in Gent; † 25. Februar 1655 in Den Haag) Der Niederländer Daniel Heinsius galt als bedeutender humanistischer Gelehrter (auf Latein) und großer Dichter (auf Niederländisch) und wurde Pate der Reform der deutschen Dichtung der Schlesischen Schule. Opitz und andere übersetzten und adaptierten seine Gedichte als beispielgebend… Continue Reading „Eine Tochter säuget ihre Mutter“

Beflügelung

Christiane Grosz  (* 7. Januar 1944 in Berlin, † 10. November 2021) Alte Katze Katzenliteratur ist ihr ein Begriff. Gleich nach Grenzöffnung suchte sie die esoterischen Teestuben auf kaufte wenig aber hörte gern die Vogelstimmen mit Kopfhörern, um sich in die Stimmung einer Kontemplativen zu versetzen. Auf einer… Continue Reading „Beflügelung“

Angst

2021 wäre Lothar Walsdorf 70 geworden. Er starb vor 17 Jahren mit nicht einmal 53. Lothar Walsdorf  (* 16. Oktober 1951 in Zittau; † 5. Juli 2004 in Berlin) Angst mein kummerstein mein guter clown mein herz mein bibabutzelmann mein haus aus glas was… Continue Reading „Angst“

Kaschubisches Weihnachtslied

Werner Bergengruen  (* 4. Septemberjul. / 16. September1892greg. in Riga, Gouvernement Livland, Russisches Reich; † 4. September 1964 in Baden-Baden) KASCHUBISCHES WEIHNACHTSLIED Wärst du, Kindchen, im Kaschubenlande, wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren! Sieh, du hättest nicht auf Heu gelegen, wärst auf Daunen weich gebettet worden. Nimmer wärst du in den Stall gekommen, dicht… Continue Reading „Kaschubisches Weihnachtslied“

Wörter

Das jüngste Poesiealbum erschien gerade mit der stolzen Nummer 366: Volker Sielaff Wörter Allen meinen Freunden verschweige ich dich. Ich spreche mit ihnen über den Krieg im Fernsehen und was man am besten heraushält aus einem Gedicht. Und wenn ich so spreche fragt mich… Continue Reading „Wörter“

Goebbels seine Sorgen

Wem ist bewusst, dass in der berühmten Anthologie „Menschheitsdämmerung“ neben Benn, Stramm und Trakl auch Gedichte auf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stehen? Letzteres von Rudolf Leonhard. Er war Kriegsfreiwilliger, Pazifist, Expressionist, Kommunist, er lebte zuletzt in der DDR, wo er 1953 starb. In… Continue Reading „Goebbels seine Sorgen“

Dezember

Kurt Bartsch  (* 10. Juli 1937 in Berlin; † 17. Januar 2010 ebenda)  der dezember im schnee der vater die mutter mein das holzhaus der frieden hölzernes bein hinkt wie die vergleiche die bäume stehn im himmel unten das leben ist schön Aus: Saison… Continue Reading „Dezember“

Fortschrittswelt

Heinrich Heine  (* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) Mittelalterliche Rohheit Weicht dem Aufschwung schöner Künste: Instrument moderner Bildung Ist vorzüglich das Klavier. Auch die Eisenbahnen wirken Heilsam aufs Familienleben Sintemal sie uns erleichtern Die Entfernung von der Sippschaft. Wie… Continue Reading „Fortschrittswelt“