Kategorie: Deutschland

Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär

Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Jetzt tut man mir nichts mehr beim Militär. Wer achtet noch auf mich. Man hat sich längst gewöhnt An meine sonderbaren Zivilistenaugen. Beim Exerzieren bin ich halb…

Hätte ich ein Fünkchen Glück

Theodor Däubler (* 17. August 1876 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1934 in St. Blasien, Schwarzwald) Hätte ich ein Fünkchen Glück, wäre alles anders! Wollte blauer Tauwind hold meine Segel schweelen, Blitzte gleich durch mich der Geist eines kühnen Landers, Und ich müßte…

Auf unverständige Poeten

Auszug aus Benjamin Neukirchs ((* 27. März 1665 in Reisen, heute Rydzyna in Schlesien; † 15. August 1729 in Ansbach) gleichnamigem Gedicht Hast du, Lysander, Witz, so folge meinem Rat: Der ist der klügste Mann, der nichts geschrieben hat. Laß einen Kirchenschwan Bär, Schaf und…

Anti-SterbLied

Sibylla Schwarz (* 14. Februar alten, 24. Februar neuen Stils 1621 in Greifswald; † 31. Juli alten, 10. August neuen Stils 1638 ebenda) Die Greifswalder Bürgermeistertochter Sibylla Schwarz starb heute vor 381 Jahren, 17 Jahre, 6 Monate und 17 Tage alt. In ihrer Heimat…

Ode auf das Schachspiel

Der „größte Dichter Bayerns“ (er stammt aus dem Elsass). Ein deutscher Odendichter 100 Jahre vor Klopstock. Der deutsche Horaz. Pech für uns: er dichtete auf Latein. Wäre sein Werk in deutscher Sprache möglich gewesen? Hätte wäre wenn. Er heißt Jakob Balde (Johann Jacob Balde,…

Der du bist im Exil

Horst Samson GEBET Der du bist im Exil, Verschwiegen werde dein Name, dein Wille Vergehe ungeschehen auf Erden wie im Himmel Das tägliche Brot. Dein Reich Verschimmele, wie Dein Körper, deine Wörter sind schnell und schuldig, sie vergeben Nichts wie auch wir dir nie…

Der Stein

Von Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher; † 17. November 1934 in Berlin) Ein kleines Steinchen rollte munter Von einem hohen Berg herunter. Und als es durch den Schnee so rollte, Ward es viel größer als es wollte….

Papantscha Vielerlei

Christa Reinig (* 6. August 1926 in Berlin; † 30. September 2008 in München) Aus: PAPANTSCHA VIELERLEI Ob nun das Christentum den Hinduismus oder der Hinduismus das Christentum beeinflußt haben mag, gleichviel, die Übereinstimmung ist oft frappierend: Im Anfang war der Reim. Da gingen…

offener ansatz

Flanzendörfer (* 30. Dezember 1962 in Dresden-Oberpoyritz; † 4. August 1988 in Marienwerder), Aus: Die Gestalt (1987) Aus: flanzendörfer: unmöglich es leben. Berlin: Janus press, 1992, S. 101 Aus der Biografie (Quelle: Frank Lanzendörfer, Versensporn 16. Jena 2014): Im Juni 1985 wird flanzendörfer von…

Musik

René Schickele (* 4. August 1883 in Oberehnheim im Elsass; † 31. Januar 1940 in Vence, Alpes-Maritimes) Aus: René Schickele: Weiss und rot. Gedichte. Berlin: Cassirer, 1920

Nur mal so

Johann Wolfgang Goethe [Aus Lila] Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibliches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen — Rufet die Arme Der Götter herbei. (1777) Ich übergebe an Herrn…

Freude dran

Friedrich Rückert Des Dichters Freude am Gedicht Erst hattest du deine Freude dran; Nun haben sie andre Leute dran: Das ist nun deine Freude dran. Aus: Neuer poetischer Hausschatz. Halle: Hendel, o.J. (ca. 1896), S. 14

Liebster Perthes

Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) Wollgast den Januar 1807 Liebster Perthes … wir haben den Sommer die Pr(eußen) an der Grenze gehabt, jetzt die fr(anzosen) und also immer ein doppeltes interesse, welches eben nur…

Werner Söllner † 19. Juli 2019

Werner Söllner Zum Glück für Constantin von Barloewen Wir stolpern, wir stolpern in den Tag hinein. Das soll unser, das soll unser Leben sein. Und abends, und abends stolpern wir zurück in die Nacht, und das macht unser Glück aus: das Licht. Aus: Das…

als es auf die kompromisse nicht mehr ankam

Silvio Pfeuffer (1969-2019) enklaven als es auf die kompromisse nicht mehr ankam weil jeder sie einzugehen bereit war die taschenklappen schlugen durch in den herzen viele kamen mit dem gehen und bleiben nicht mehr nach taxis transportierten großes konservatives erzählkino durch die knochenbälkchen der…