Kategorie: Deutschland

Die Zeichen

Alfred Lichtenstein (* 23. August 1889 in Wilmersdorf; † 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Die Zeichen Die Stunde rückt vor. Der Maulwurf zieht um. Der Mond tritt wütend hervor. Das Meer stürzt um. Das Kind wird Greis. Die Tiere beten und… Continue Reading „Die Zeichen“

Schöne Kleinheit

Barthold Hinrich Brockes (* 22. September 1680 in Hamburg; † 16. Januar 1747 ebenda) Brockes ist unter den deutschen Dichtern der erste Naturbeobachter und -erforscher. Mit durch wissenschaftliche Erkenntnis geleiteten wachen Augen beobachter er große und kleine Naturphänomene.. Hier ein Wassertröpfchen oder vielmehr die… Continue Reading „Schöne Kleinheit“

Du August Stramm

Kurt Heynicke (* 20. September 1891 in Liegnitz; † 18. März 1985 in Merzhausen) August Stramm Du bist von den Bergen aus den Steinen und dem Feuer. Blinde werfen Dämme sonnengegen. Bald wühlt die Glut auf flache Schollen. Dann brennen Menschen: Du! Aus: Kurt… Continue Reading „Du August Stramm“

Tag, der den Sommer endet

Gottfried Benn (* 2. Mai 1886 in Mansfeld, Brandenburg; † 7. Juli 1956 in Berlin) Tag, der den Sommer endet, Herz, dem das Zeichen fiel: die Flammen sind versendet, die Fluten und das Spiel. Die Bilder werden blasser, entrücken sich der Zeit, wohl spiegelt… Continue Reading „Tag, der den Sommer endet“

Dein Liebesfeuer

Manchmal ist eine Übersetzung treuer, weil freier. Oder nur frei möglich? Wie hier bei Eduard Mörike: Jesu benigne! A cujus igne Opto flagrare Et te amare: Cur non flagravi? Cur non amavi Te, Jesu Christe? – O frigus triste!* *) Diese Zeilen finden sich wirklich… Continue Reading „Dein Liebesfeuer“

Alwine Wuthenow heute vor 200 Jahren geboren

Alwine Wuthenow (* 16.9.1820 Neuenkirchen bei Greifswald, † 8.1.1908 Greifswald) Heute ein Gedicht in niederdeutscher (plattdeutscher) Sprache. Die Autorin Alwine Wuthenow nannte sich, vielleicht um die Familie (Ehemann Bürgermeister in Gützkow und Kreisgerichtsrat in Greifswald, Vater Superintendent in Gützkow) nicht zu kompromittieren, als Autorin… Continue Reading „Alwine Wuthenow heute vor 200 Jahren geboren“

Coronett

Àxel Sanjosé Man liest, wohin man liest, nur noch ein Wort: Corona. Nicht Lorbeer-, Dornen-, Gold- noch Lilien- können weilen – die Kron’ der Schöpfung muss den Rang mit Viren teilen, der Dichter dichtet aus und schont die Ärmelschoner. Nicht Mailand, nicht Madrid und… Continue Reading „Coronett“

Der

Werner Dürrson (* 12. September 1932 in Schwenningen am Neckar; † 17. April 2008 in Neufra) Der ist nicht in Sätze zu zwingen der steht nicht zum Wort wir lassen ihm Raum frei zwischen den Zeilen hoffen er falle durch sie hindurch Aus: Werner… Continue Reading „Der“

gedicht für übersetzerstudentn

Thomas Kling / Natalie Schellander gedicht für übersetzerstudentn poemistraforestundenslateronsowellaniewollane wemailedsdry!(fig.a):«newheresemesecreepeloneye» ,«’nslater!»«honeyecome»(figa.b.),«b.b.goforworko olybee….keep’emoneybeekeeper’speek’ree»(’nee:ras chaschasch….brachalanlano….;)dem’n‘ofinga:WHER EtHEBEELEGSWEREDEMENtLt)armsbirndaloxee’ns’layt orbeetraytor«tür’k’n’n’t’raubn!»omen=omengelleds pretend’tweredersernerderserner(sig.) gedicht für übersetzerstudentn übertragun‘!, wi komnu zus über übn-tragn! (fig. 1): »voll an di waffel gekriecht«, »übersetzn si« »durchkrochne wabn« (fig. 2), »a- beizbienchen losgejagt, jäger- und dreiimkerübertragun’«… Continue Reading „gedicht für übersetzerstudentn“

Judith

Noch einmal Adelaide Crapsey. Ich finde es wunderbar, dass der gestrige Beitrag mehrere Versionen ihres Gedichts gebracht hat. Das Cinquain ist einerseits von japanischen Gedichten inspiriert und andererseits eng mit den amerikanischen Modernisten verbunden, ich nenne Ezra Pound und Hilda Doolittle (H. D.). Ich… Continue Reading „Judith“

Lernjahre

Helga M. Novak (* 8. September 1935 in Berlin-Köpenick; † 24. Dezember 2013 in Rüdersdorf bei Berlin) LERNJAHRE SIND KEINE HERRNJAHRE mein Vaterland hat mich gelehrt: achtjährig eine Panzerfaust zu handhaben zehnjährig alle Gewehrpatronen bei Namen zu nennen fünfzehnjährig im Stechschritt durch knietiefen Schnee… Continue Reading „Lernjahre“

Regenlein

Catharina Regina von Greiffenberg (* 7. September 1633 auf Schloss Seisenegg in Viehdorf bei Amstetten in Niederösterreich; † 10. April 1694 in Nürnberg) Uber ein Lustbringendes Regenlein Der Regen schadet nichts / als daß er uns die Lust nur tausendmal verschönt / und angenemer… Continue Reading „Regenlein“

Ein Nachtlied

Die Nacht vom 6. auf den 7. September 1780 verbrachte Goethe in einem Häuschen auf dem Kickelhahn genannten Berg bei Ilmenau. Dort schrieb er das Gedicht mit dem berühmten Anfang „Über allen Gipfeln ist Ruh“ mit Bleistift auf die Holzwand. Er kam öfter wieder,… Continue Reading „Ein Nachtlied“

Was kein Des-car-tes nicht ergründt

Christian Wernicke (* im Januar 1661 in Elbing; † 5. September 1725 in Kopenhagen) Auf die wunderbahre Wirckungen des Gemüths und des Glücks DAß ich heut Freuden-voll / bedachtsam und gescheut Und morgen saur / zerstört / und voller Traurigkeit / Und diß wie… Continue Reading „Was kein Des-car-tes nicht ergründt“

Unverständliche Richtung

Ernst Meister (* 3. September 1911 in Haspe, heute Stadtteil von Hagen; † 15. Juni 1979 in Hagen) VOGELWOLKE Ein Abend, starrend von Staren . . . und wärs auch Wortspiel, es schafft sich Wahrheit, so schwarzes Gezwitscher, ein unerhörtes im Labyrinth. Das muß… Continue Reading „Unverständliche Richtung“