Schlagwort: Dirk Uwe Hansen

Die Hellebardin

Eine brandneue Anthologie zugleich deutscher und internationaler, zugleich neuster und alter Lyrik ist anzuzeigen: … und bey den Liechten Sternen stehen. Gedichte zu Sibylla Schwarz‘ 400. Geburtstag. Hrsg. Berit Glanz und Dirk Uwe Hansen. Leipzig: Reinecke & Voss, 2021. 170 Seiten. ISBN 978-3-942901-46-8 Gedichte… Continue Reading „Die Hellebardin“

Nossis vielsprachig

Mein Freund Hansen (Dirk Uwe) schickt mir einen Reader, darin „alle Gedichte von Nossis aus der Anthologie, übersetzt von „Gerlach, Hansen, Kugelmeier, Savvidis, Teichmann, von Moellendorff“. Darin dieses, dasselbe, das Kling nach Rexroth übersetzt hat (siehe gestern). Aber von wem die einzelnen übersetzt sind,… Continue Reading „Nossis vielsprachig“

Ehrengedicht für die Dichterin

Johann Peter Titz (* 10. Januar 1619 in Liegnitz, Schlesien; † 7. September 1689 in Danzig) Ehrengedicht für Sibylla Schwarz in der Ausgabe ihrer „Deutsche(n) Poetische(n) Gedichte“, die 1650, zwei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges und 12 Jahre nach dem Tod der jungen… Continue Reading „Ehrengedicht für die Dichterin“

Lampe

Buch 5, 7: Asklepiades Lampe, in deinem Beisein hat Herakleia dreimal geschworen zu kommen, aber sie kommt nicht. Lampe, wenn du ein Gott bist, dann zahl es der Lügnerin heim! Wenn sie da drinnen mit einem Liebsten ihren Spaß hat, geh aus und leuchte… Continue Reading „Lampe“

nie

Anna Griva (* 1985 Athen) die kinder hatten niemals märchen gehört hatten nicht gelernt gerüche zu unterscheiden und farben auszuwählen im frühling in blühenden gärten sie hatten auch nie getanzt im gold des weizens in einem frühen sommer hatten nie beere für beere die… Continue Reading „nie“

Sirenen

Phoebe Giannisi Aus: Phoebe Giannisi: Homerika. Gedichte. Übersetzt von Dirk Uwe Hansen. Leipzig: Reinecke & Voß, 2016, 36

Schwarzes Loch

Katerina Chandrinou Puritanismus Irgendwo im Zentrum meines Bettes ist ein schwarzes Loch‚ das führt ins Mittelalter. Fällst du hinein, triffst du greise Rechtsgelehrte mit schwarzen Talaren, die Nacht und Tag arbeiten in hohen Büchersälen. Neben einer Kerze bemühen sie sich, aufgehobene Regelwerke und Verordnungen… Continue Reading „Schwarzes Loch“

Puritanismus

Katerina Chandrinou (Geb. 1979, lebt in Athen) Puritanismus Irgendwo im Zentrum meines Bettes ist ein schwarzes Loch, das führt ins Mittelalter. Fällst du hinein, triffst du greise Rechtsgelehrte mit schwarzen Talaren, die Nacht und Tag arbeiten in hohen Büchersälen. Neben einer Kerze bemühen sie… Continue Reading „Puritanismus“

Familienuntergang

Niki Chalkiadaki Familienuntergang Verben sind verloren gegangen in diesem Haus, seltene Verben, die küssten uns einst auf die Stirn, und brachten uns ins Bett. Sie sind nicht mehr hinter dem Sofa, in den Schubladen, im Kleiderschrank; sieh, wenn Mama sie findet beim Auflesen der… Continue Reading „Familienuntergang“

PENELOPE SPRICHT

Katerina Angelaki-Rooke PENELOPE SPRICHT Ich habe nicht gewebt, ich habe nicht gestrickt, ich habe etwas zu schreiben begonnen und verlosch unter dem Gewicht der Worte, denn der vollkommene Ausdruck wird verhindert, wenn das Innere bedrückt ist von Schmerzen. Und auch wenn Abwesenheit das Thema… Continue Reading „PENELOPE SPRICHT“

POETISCHES POSTSCRIPTUM

Katerina Angelaki-Rooke POETISCHES POSTSCRIPTUM Die Gedichte können nicht mehr schön sein, seit die Wahrheit hässlich geworden ist. Die Erfahrung ist jetzt der einzige Körper der Gedichte, und je reicher die Erfahrung wird, desto mehr nährt und stärkt sich das Gedicht. Meine Knie schmerzen und… Continue Reading „POETISCHES POSTSCRIPTUM“

wirst zwischen Blinden schwirren

Dirk Uwe Hansens zweite Version, die Nach-Dichtung, von Fragment Voigt 55, mit dem unsere kleine Sapphoserie begonnen hatte: Frg. 55 Voigt Tot wirst du sein und begraben, wird keiner sich deiner erinnern, hier, denn die Rosen der Musen sind dir nichts. Durchsichtig, dort, in… Continue Reading „wirst zwischen Blinden schwirren“

Unsterbliche Aphrodite

Aus Dirk Uwe Hansen: Sappho. Scherben – Skizzen Frg. 1 Voigt Unsterbliche Aphrodite auf dem bunten Thron Tochter des Zeus, listenreiche, ich bitte dich: nicht mit Sorgen und Kummer bedränge Herrin, mein Herz. Sondern komm her, wenn du schon einmal von anderswo mein Rufen… Continue Reading „Unsterbliche Aphrodite“

Pleiadengedicht

Heute Dirk Uwe Hansens Doppelfassung des „Pleiadengedichts“. Obwohl es nicht einmal sicher ist, ob es wirklich von Sappho stammt, ist es heute eins ihrer bekanntesten Gedichte. Überliefert ist es ohne Nennung eines Autornamens in einem antiken Metrikhandbuch. In einer Anthologie aus dem 15. Jahrhundert… Continue Reading „Pleiadengedicht“

Scherben und Skizzen

2012 veröffentlichte der Philologe und Dichter Dirk Uwe Hansen ein Bändchen mit ausgewählten Fragmenten der Sappho in zweifacher Gestalt, als die Scherben der Fragmente (Scherben ist bei einem der Fragmente sogar wortwörtlich wahr: der Text von Fragment 2 Voigt überdauerte eingeritzt in eine Tonscherbe)… Continue Reading „Scherben und Skizzen“