Schlagwort: Roman Bucheli

L&Poe Rückblende – September 2001

Wie ist doch die Zeitung aktuell Am 1. September 2001 druckt die taz Notizen von Klaus Siblewski zu Telefongesprächen mit Ernst Jandl.  Am 4. 10. 1998 ein immer aktueller Vorschlag: Ob ich ihm mein Ohr leihen könnte, ein Ohr und vielleicht noch ein Stück meines…

Metaphernvorrat

Herr Schrott, Goethe und Schiller sind sich in Jena nach einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft begegnet. Es war der Anfang einer grossen Freundschaft. Könnten Sie sich heute eine ähnliche Begegnung mit Dichtern in Naturforschenden Gesellschaften vorstellen? Raoul Schrott: Leider nein. Aber immerhin gibt es ein…

Gottfried-Keller-Preis

Der in Zürich lebende italienische Lyriker Pietro De Marchi erhält den Gottfried-Keller-Preis. Seine Gedichte erzählen in bestürzender Genauigkeit von den grossen und kleinen Schrecken des Daseins. / Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung Die Preisverleihung findet heute, Samstag, 22. Oktober, im Kulturhaus Helferei in Zürich statt….

Vergnügen an Parodien

Oder um mit einem Vers zu fragen: «Und in der Tat, warum sollte jemand das lesen?» Allein der Sprache wegen! Weil hier jemand, im Wortsinn, Verse schmiedet. Weil hier im Reim zusammengezwungen wird, was nie und nimmer sonst zusammenkommt. Und weil hier auseinanderbricht, was…

Gefährlich

Auch in unseren Breiten leben die Dichter gefährlich, berichtet heute Roman Bucheli in der Neuen Zürcher: Selbst in dem stillen Städtchen an der Aare kann die Literatur zum Ernstfall werden. Es war weit nach Mitternacht (dies jedenfalls sagte das subjektive Zeitempfinden), längst hätte ein…

Sensers Lyrik

Armin Sensers Lyrik ist komplexer geworden, vertrackter, gedankenreicher. «Der Gedanke ist ein Liebhaber der Poesie», heisst es in dem nämlichen Aufsatzband. Wohl in keinem Band zuvor hat Senser, der immer schon zu einer diskursiven, argumentativen und bildarmen Gedankenlyrik neigte, die Schönheit des Denkens und…

Die Dichter kommen

Die Neue Zürcher informiert: Während Jahrhunderten besangen die Dichter den Mond, dann kam Durs Grünbein und entzauberte die hüpfenden «Mondkänguruhs» mit Ironie. und Lyrik steht derzeit hoch im Kurs beim Publikum. Sogar Jan Wagners Gedichtband stand jüngst wochenlang auf der Bestsellerliste. Es gibt Gründe…

Wie Lyrik

«Facebook ist in etwa wie Lyrik – jeder schreibt, kaum einer liest.» Dass mir ausgerechnet der Lyriker Raphael Urweider solches antwortet auf die Frage, was er da tue und warum, hat mich nur einen Augenblick lang verwundert. Das soll Lyrik sein, was man hier liest, oder…

55. Peter Huchel Preis 2015 an Paulus Böhmer

Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Paulus Böhmer. Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete Preis wird seit 1983 vergeben. „Zum Wasser will alles Wasser will weg“, so heißt der prämierte Gedichtband von Paulus Böhmer. Das Langgedicht…

17. Neuer Ton?

Vielleicht ist es nur Einbildung, weil man schon so lange keine Gedichte mehr gelesen hat von Marcel Beyer: Aber es scheint, da schwinge ein neuer Ton mit in diesen Versen, die Worte würden sich zu lockeren Rhythmen fügen und entspannter sei der erzählerische Gestus…

12. In der Schweiz

So etwas hat es hierzulande (und wohl auch andernorts) noch nicht gegeben. Roger Perrets Anthologie «Moderne Poesie in der Schweiz» ist eine editorische und verlegerische Grosstat – und sie ist überdies und keineswegs zuletzt ein glänzendes Zeugnis der Kunst des Übersetzens. Die Anthologie trägt…

32. „Die verstehen mich nicht“

Von Celan ist in diesem Gedichtband die Rede, auch von Brecht. Aber die wahre Autorität hat ein anderer inne. Wir hören lediglich seine Stimme, von ferne sozusagen, durchs Telefon und aus einer schon fast wieder unvordenklichen Vergangenheit. Einmal habe Thomas Kling angerufen, so heisst…

34. Kritik

Wir kennen die Klage zur Genüge. Sie ist so berechtigt wie freilich auch müssig: Seit nach der Jahrtausendwende der Werbemarkt für Tageszeitungen richtiggehend zusammengebrochen ist, sind auch ein paar schöne Illusionen geschwunden. Mochte man bis dahin glauben, eine Zeitung werde nach dem Geschmack der…

88. Unbeständiger Ruhm

Napoleon soll ihn den «Voltaire der Deutschen» genannt haben; in Erfurt, wo Wieland für kurze Zeit eine Professur für Philosophie innehatte, sagte man ihm die «Gesinnungen eines epikureischen Schweins» nach. Als erstem deutschem Dichter kam ihm zu Lebzeiten die Ehrung einer prachtvollen Gesamtausgabe seiner…

111. Lyrikdebut

«Auf Gletscherbetten» friert sich hier jemand «um den Schlaf» und klettert «am Nachtseil» in den Spalt hinunter zur Quelle. Oder die Frühlingssonne scheint auf «wintertrockene Haut» und hinterlässt «ein Flirren von lichtweissen Wänden». Man merkt es gleich, wenn man in dem ersten Gedichtband der…