Schlagwort: Johann Wolfgang Goethe

Ein Nachtlied

Die Nacht vom 6. auf den 7. September 1780 verbrachte Goethe in einem Häuschen auf dem Kickelhahn genannten Berg bei Ilmenau. Dort schrieb er das Gedicht mit dem berühmten Anfang „Über allen Gipfeln ist Ruh“ mit Bleistift auf die Holzwand. Er kam öfter wieder,… Continue Reading „Ein Nachtlied“

Einmal noch

Noch zwei Talismane aus dem Buch der Sprüche* (Goethe über soziale Medien) Ueberall will jeder obenauf seyn, Wie’s eben in der Welt so geht. Jeder sollte freylich grob seyn, Aber nur in dem was er versteht. Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch… Continue Reading „Einmal noch“

Goethes Vorschlag zur Güte

Johann Wolfgang Goethe Aus Rendsch Nameh. Buch des Unmuths. Aergert’s jemand daß es Gott gefallen Mahomed zu gönnen Schutz und Glück, Um den stärksten Balken seiner Hallen Da befestig‘ er den derben Strick, Knüpfe sich daran! das hält und trägt, Er wird fühlen daß… Continue Reading „Goethes Vorschlag zur Güte“

Goethe zum Hölderlinjahr

Johann Wolfgang Goethe Aus: West-östlicher Divan (1819) Befindet sich einer heiter und gut, Gleich will ihn der Nachbar peinigen; So lang der Tüchtige lebt und thut, Möchten sie ihn gerne steinigen. Ist er hinterher aber todt, Gleich sammeln sie große Spenden Zu Ehren seiner… Continue Reading „Goethe zum Hölderlinjahr“

Spruch

Johann Wolfgang Goethe   Gesteht’s! Die Dichter des Orients Sind größer als wir des Occidents. Worin wir sie aber völlig erreichen, Das ist im Haß auf unsres Gleichen. Aus: West-oestlicher DIVAN von Goethe. Stuttgard: Cotta, 1819, S. 102 (Hikmet-Nameh. Buch der Sprüche)

Lebt man denn wenn andre leben?

Johann Wolfgang Goethe   Keinen Reimer wird man finden Der sich nicht den besten hielte, Keinen Fiedler der nicht lieber Eigne Melodieen spielte.   Und ich konnte sie nicht tadeln; Wenn wir andern Ehre geben Müssen wir uns selbst entadeln. Lebt man denn wenn… Continue Reading „Lebt man denn wenn andre leben?“

Zwei Abschnitzel von Goethe

Johann Wolfgang Goethe Onckel und diri bleiben Werden ich dumsi da Also nit weiter treiben Mochten im samsi da. S. 685 A. Das ist wieder ein gefährliches Buch! B. Gefährlich! Gefährlich! Was gefährlich. Gefährlich sind solche Bestien, wie ihr seid. Die alles ringsherum mit… Continue Reading „Zwei Abschnitzel von Goethe“

Christel

Gretchen, Klärchen, Friederike, Christel, Lili, Lotte, Christiane, wie sie alle heißen. Die einen spielen eine Rolle in der Dramaturgie von Theaterstücken, die den Titel von Männern haben (Faust, Egmont) und denen sie untergeordnet sind. Gretchen, das ist natürlich keine Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer… Continue Reading „Christel“

Frauengestalten

Weimar im August 2019: das Künstlerkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ bewirft Goethes Gartenhaus in Weimar mit Toilettenpapierrollen (sie sagen, sie hätten es „geschändet“), um auf sexistische Tendenzen in seinem Werk (Heidenröslein verharmlose eine „brutale Vergewaltigung“, sein Werk strotze „vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“). Wers… Continue Reading „Frauengestalten“

Dschami

Nūru’d-Dīn ʿAbdu’r-Raḥmān-i Dschāmi (persisch نورالدین عبدالرحمن جامی, DMG Nūr ad-Dīn ʿAbd ar-Raḥmān-i Ǧāmī; mit Titel Maulānā; geboren am 18. August 1414 in Chardscherd im Gebiet von Torbat-e Dschām in Chorasan, gestorben am 19. November 1492 in Herat) – ein persischer Dichter, geboren im Nordosten… Continue Reading „Dschami“

Nur mal so

Johann Wolfgang Goethe [Aus Lila] Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibliches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen — Rufet die Arme Der Götter herbei. (1777) Ich übergebe an Herrn… Continue Reading „Nur mal so“

Hatem

Johann Wolfgang von Goethe Hatem Locken, haltet mich gefangen In dem Kreise des Gesichts! Euch geliebten braunen Schlangen Zu erwidern hab‘ ich Nichts. Nur dies Herz, es ist von Dauer, Schwillt in jugendlichstem Flor; Unter Schnee und Nebelschauer Ras’t ein Ätna dir hervor. Du… Continue Reading „Hatem“

Zwei Weisheiten zum Tage

# Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch verleiten! Weise fallen in Unwissenheit, Wenn sie mit Unwissenden streiten. # Wie kommt’s, daß man an jedem Orte Soviel Gutes, soviel Dummes hört? Die Jüngsten wiederholen der Ältesten Worte Und glauben, daß es ihnen angehört.… Continue Reading „Zwei Weisheiten zum Tage“

Solang‘ man nüchtern ist

Johann Wolfgang Goethe Solang‘ man nüchtern ist, Gefällt das Schlechte; Wie man getrunken hat, Weiß man das Rechte; Nur ist das Übermaaß Auch gleich zu handen; Hafis! o lehre mich, Wie du’s verstanden! Denn meine Meinung ist Nicht übertrieben: Wenn man nicht trinken kann,… Continue Reading „Solang‘ man nüchtern ist“

Sakontala

Goethe Will ich die Blumen des frühen, die Früchte des späteren Jahres,   Will ich was reizt und entzückt, will ich was sättigt und nährt, Will ich den Himmel die Erde mit Einem Namen begreifen;   Nenn ich Sakontala dich und so ist alles… Continue Reading „Sakontala“