Schlagwort: Johann Wolfgang Goethe

Zwei Abschnitzel von Goethe

Johann Wolfgang Goethe Onckel und diri bleiben Werden ich dumsi da Also nit weiter treiben Mochten im samsi da. S. 685 A. Das ist wieder ein gefährliches Buch! B. Gefährlich! Gefährlich! Was gefährlich. Gefährlich sind solche Bestien, wie ihr seid. Die alles ringsherum mit…

Christel

Gretchen, Klärchen, Friederike, Christel, Lili, Lotte, Christiane, wie sie alle heißen. Die einen spielen eine Rolle in der Dramaturgie von Theaterstücken, die den Titel von Männern haben (Faust, Egmont) und denen sie untergeordnet sind. Gretchen, das ist natürlich keine Liebesgeschichte, sondern die Geschichte einer…

Frauengestalten

Weimar im August 2019: das Künstlerkollektiv „Frankfurter Hauptschule“ bewirft Goethes Gartenhaus in Weimar mit Toilettenpapierrollen (sie sagen, sie hätten es „geschändet“), um auf sexistische Tendenzen in seinem Werk (Heidenröslein verharmlose eine „brutale Vergewaltigung“, sein Werk strotze „vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“). Wers…

Dschami

Nūru’d-Dīn ʿAbdu’r-Raḥmān-i Dschāmi (persisch نورالدین عبدالرحمن جامی, DMG Nūr ad-Dīn ʿAbd ar-Raḥmān-i Ǧāmī; mit Titel Maulānā; geboren am 18. August 1414 in Chardscherd im Gebiet von Torbat-e Dschām in Chorasan, gestorben am 19. November 1492 in Herat) – ein persischer Dichter, geboren im Nordosten…

Nur mal so

Johann Wolfgang Goethe [Aus Lila] Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Weibliches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen — Rufet die Arme Der Götter herbei. (1777) Ich übergebe an Herrn…

Hatem

Johann Wolfgang von Goethe Hatem Locken, haltet mich gefangen In dem Kreise des Gesichts! Euch geliebten braunen Schlangen Zu erwidern hab‘ ich Nichts. Nur dies Herz, es ist von Dauer, Schwillt in jugendlichstem Flor; Unter Schnee und Nebelschauer Ras’t ein Ätna dir hervor. Du…

Zwei Weisheiten zum Tage

# Laß dich nur in keiner Zeit Zum Widerspruch verleiten! Weise fallen in Unwissenheit, Wenn sie mit Unwissenden streiten. # Wie kommt’s, daß man an jedem Orte Soviel Gutes, soviel Dummes hört? Die Jüngsten wiederholen der Ältesten Worte Und glauben, daß es ihnen angehört….

Solang‘ man nüchtern ist

Johann Wolfgang Goethe Solang‘ man nüchtern ist, Gefällt das Schlechte; Wie man getrunken hat, Weiß man das Rechte; Nur ist das Übermaaß Auch gleich zu handen; Hafis! o lehre mich, Wie du’s verstanden! Denn meine Meinung ist Nicht übertrieben: Wenn man nicht trinken kann,…

Sakontala

Goethe Will ich die Blumen des frühen, die Früchte des späteren Jahres,   Will ich was reizt und entzückt, will ich was sättigt und nährt, Will ich den Himmel die Erde mit Einem Namen begreifen;   Nenn ich Sakontala dich und so ist alles…

In Froschpfuhl all das Volk verbannt, Das seinen Meister je verkannt.

Johann Wolfgang Goethe Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung In seiner Werkstatt Sonntags früh Steht unser treuer Meister hie: Sein schmutzig Schurzfell abgelegt, Einen saubern Feierwams er trägt, Läßt Pechdraht, Hammer und Kneipe rasten, Die Ahl steckt an den Arbeitskasten; Er…

Modergrün aus Dantes Hölle

Goethe konnte mit Dante nicht viel anfangen. Kleine Auswahl von Dantebezügen in Goethes Werk: Modergrün aus Dante’s Hölle Bannet fern von eurem Kreis, Ladet zu der klaren Quelle Glücklich Naturell und Fleiß. Aus: Zahme Xenien III, Weimarer Ausgabe Bd. 3, S. 281, V. 756-759…

Anarchie

Ohne besonderen Anlaß unterbreche ich die kleine Danteserie (die ab morgen weiter geht) für ein paar Zeilen von Goethe: Warum mir aber in neuster Welt Anarchie gar so wohl gefällt? — Ein jeder lebt nach seinem Sinn, Das ist nun also auch mein Gewinn….

Vor Gericht

Johann Wolfgang Goethe Kein Opfer, keine elende, bemitleidenswerte Existenz, sondern eine selbstbewußte junge Frau, das ist selten auch in der Literatur des Sturm und Drang. Dieses Gedicht wagte Goethe erst 1815 zu veröffentlichen, versteckt in einer Werkausgabe zwischen zwei scherzhaften erotischen Gedichten. VOR GERICHT…

Slave to the rhythm

Hansens Flaschenpost Kolumne von Dirk Uwe Hansen. Er unterrichtet an der Universität Greifswald. Zuletzt erschien: wolkenformate. Frankfurt/Main: gutleut, 2016 „It’s all in the rhythm” — oder so ähnlich, ich zitiere aus dem Gedächtnis: Dieser Satz von Edith Sitwell gehört zu meinem großen Fundamentalwahrheiten. Es ist immer zuerst…

Der Meister vom Stuhle

Eine Goetheparodie von Clemens Brentano, der heute vor 175 Jahren, am 28. Juli 1842, starb. Es saß der Meister vom Stuhle, Gar frech im eignen Kot, Wer wagt sich zu dem Pfuhle, Es tun ihm Prügel not, Wer schmeißt mich über und über, Wer…