Schlagwort: Kurt Schwitters

Neue Rundschau 4/2016

Zeitschriftenlese von Michael Gratz Die Neue Rundschau hatte ich aus den Augen verloren. Ein großer Fehler. Die älteste (?) unserer Literaturzeitschriften (begründet 1890 – 127. Jahrgang 2016) ist kein traditionspflegender Oldtimer. Das vorliegende Heft hat die Schlagzeile „Die schreckliche Schönheit im Innern der Menschen“, deren…

Growing charm of Dada

The group, which became known as Dadaists, consisted of three Germans (Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Emmy Hennings), one Alsatian (Hans Arp), two Romanians (Marcel Janco and Tristan Tzara), and the Swiss Sophie Taeuber. They were soon joined by Walter Serner, an Austrian born in…

Sammlung Dada (2)

Weltpost ins Nichtall

Das schmale Werk von August Stramm wäre schon lange in Vergessenheit geraten*, hätte dieser Dichter nicht schreiende Gedichte des Verstummens hinterlassen, und damit die inneren Verwerfungen des modernen Menschen wie unter einem Brennglas formuliert. Die Widmungsanthologie, die der fleißige Lyrik-Vermittler, der Weßlinger Anton G. Leitner mit…

In Waldshut-Tiengen

Thomas Pforte, Sprechkünstler aus Lenzkirch, trägt Gedichte und Texte von Ernst Jandl, Kurt Schwitters und Robert Gernhardt vor. Deren experimentelle Lyrik ist ein ganz besonderes Sprech- und Hörerlebnis. Jeder Text ist ein Versprecher und jeder Text ist ein Versprechen. So auch das Motto des…

Spezialhaus für Abfälle

Kurt Schwitters, der Komponist, Dichter und Sänger der Ursonate und Erfinder von Merz, war von jeher schwer einzuordnen. Vor 40 Jahren verbannte Friedhelm Lach, seinerzeit Herausgeber der literarischen Werke in fünf Bänden, nicht wenige Gedichte in den Anhang und hatte viele Arbeiten erst gar nicht aufgenommen, weil sie…

12. Schwitters‘ Kladden

Gegenüber der Schwitters-Ausgabe von Friedrich Lach, 1973-1981 erschienen, haben sich Ursula Kocher und Isabel Schulz unter Mitarbeit von Julia Nantke und Antje Wulff dem materialbasierten Edieren verschrieben. Das bedeutet eine Orientierung am Originalzustand der überlieferten Textzeugen und den gänzlichen Verzicht auf traditionelle Ordnungskriterien wie…

12. Indonesian Football und Oursprache

Audioarbeiten von Gary Barwin gibt es hier und bei PennSound. Zum Beispiel Indonesian Football (audio work using diverse materials, including Indonesian chant, Russian choral singing, the sounds of a children’s football game in rural Canada.) Skalla Grimr [digital sound based on an Icelandic saga] Hier eine Chorversion…

88. Typografie und Poesie

Den zeitlichen Anfang setzt dabei der Künstler, Werbegrafiker und Dichter Kurt Schwitters mit der Collage «ohne Titel (Pelikanol)». Das 1930 entstandene Bild beglaubigt den Schwitters-Satz: «Typografie kann Kunst sein», und es ist gleichzeitig ein Bekenntnis zur Aufhebung der Gattungsgrenzen. Wenn der Vers-Dadaist Schwitters das…

71. Unverständliches Gedicht

Ich brauch jetzt mal ein unverständliches Gedicht, was für den kleinen elitären Zirkel. Die anderen können in der Zwischenzeit was andres machen. Ursonorous Disruptions-Wu Tang Kurt Schwitters‘ Ursonate played back using phonetic fragments from multiple Ursonate performances mixed with various songs by Wu Tang…

81. Heute

ist Weltstottertag, International Stuttering Awareness Day (ISAD), eingeführt 1998. Kurt Schwitters Kleines Gedicht für große Stotterer Ein Fischge, Fisch, ein Fefefefefischgerippe Lag auf der auf, lag auf der Klippe. Wie kam es, kam, wie kam, wie kam es Dahin, dahin, dahin? Das Meer hat…

3. KÜNSTE IM EXIL

DIE VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND DAS NETZWERK KÜNSTE IM EXIL Material zu Bertolt Brecht, Jo Mihaly, Herta Müller, Kurt Schwitters, Liao Yiwu und vielen anderen Hier Künste im Exil ist eine Ausstellung im virtuellen Raum, die sich den Künsten unter den Bedingungen des Exils zuwendet. Ihr Anliegen…

89. Avantgarde im Exil

‚Das Zimmer stank‘, wird Fred Uhlmann über seine erste Begegnung mit Schwitters schreiben. ‚Ein muffiger, säuerlicher, unbeschreiblicher Gestank, der von drei Dada-Plastiken ausging, die er aus Porridge (Haferbrei) gefertigt hatte, da an Gips nicht heranzukommen war. Der Porridge hatte Schimmel entwickelt, und die Skulpturen…

29. Auch ich bin ein Idiot

Bereits vor seiner Flucht aus Deutschland Anfang 1937 hatte er, angetan von der Schwärmerei der Dadaistin Hannah Höch für Norwegen, einige Sommerurlaube dort verbracht und 1932 auf der Insel Hjertøya für 99 Jahre eine alte Schmiede gemietet. Am 2. Januar 1937 verließ er schließlich gemeinsam mit…

63. Zu nichts nütze

Dass der Text auf dem Papier nur die Partitur der Dichtung sei – darüber besteht beim Berliner Poesiefestival Konsens. Betrachtet man Poesie als Klangkunst, ist das Wort nur noch ein Laut-Ereignis – eine «Befreiung der Sprache von der Bedeutungsklammer» (so hiess es in einer…