Kategorie: Französisch

Berthas Augen

Charles-Pierre Baudelaire (* 9. April 1821 in Paris; † 31. August 1867 ebenda) Berthas Augen Den herrlichsten Augen seid ihr überlegen, Ihr Augen meines Kindes, süß wie die Nacht Entströmt euch der Güte milder Segen, Ihr Augen, schenkt zaubrischen Dunkels Macht! Ihr Augen, Geheimnisse, die ich verehre, Ihr seid… Continue Reading „Berthas Augen“

Gebet der Senegalschützen

Für dieses Gedicht von Léopold Sédar Senghor muss man vielleicht wissen, dass der Autor in Westafrika geboren wurde, als es eine französische Kolonie war, und seine Hochschulbildung in Frankreich erhielt. Und dass Frankreich die Bewohner der Kolonien für seine Kriege rekrutierte. Senghor wurde Soldat… Continue Reading „Gebet der Senegalschützen“

und revolutionen sind nicht mehr möglich

Henri Chopin  (* 18. Juni 1922 bei Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk)  Heute vor 15 Jahren starb der französisch-britische visuelle und Klangkünstler Henri Chopin („poésie sonore“). Hier ein Schreibmaschinenpoem. Chronique, Page 7, 1974Originalmanuskriptseite aus: Collection OU, Nr. 5, Tinte und Letraset auf Papier Rohübersetzung des französischen Texts (Annäherung, da der… Continue Reading „und revolutionen sind nicht mehr möglich“

Laure (1903-1938)

Colette Peignot  (* 6. Oktober 1903 in Meudon; † 7. November 1938 in Saint-Germain-en-Laye) Die französische Schriftstellerin veröffentlichte überwiegend unter dem Pseudonym Laure, unter dem auch die deutsche Ausgabe bei Matthes & Seitz erschien. Aus dem gegenwärtigen und unsichtbaren Fenster sah ich alle meine Freunde, wie sie mein Leben in Fetzen… Continue Reading „Laure (1903-1938)“

Dichtkunst

Paul Colinet (* 2. Mai 1898 in Arquennes, Seneffe, Belgien.; † 23. Dezember 1957 in Forest (Brüssel)) Dichtkunst Der Vogel ist im Koffer, der Koffer im Ei, das Ei im Felsen, der Felsen im kleinen Finger, der kleine Finger im Mond, der Mond im Hahn… Continue Reading „Dichtkunst“

Erinnerung

Marceline Desbordes-Valmore  (* 20. Juni 1786  in Douai; † 23. Juli 1859 in Paris) Erinnerung. Als eines Abends plötzlich er erblaßte, Als seine Stimme unverhofft verstummte Im halbgesproch’nen Wort, als seine Augen So brennend heiß, mich schwer verwundeten Mit Leiden, die ihm eigen, wie ich wähnte – Als seine Züge von… Continue Reading „Erinnerung“

Der dreißigjährige Dichter

Jean Cocteau  (* 5. Juli 1889 in Maisons-Laffitte bei Paris; † 11. Oktober 1963 in Milly-la-Forêt bei Paris) DER DREISSIGJÄHRIGE DICHTER Nun habe ich erreicht die Mitte meiner Jahre, Auf meinem schönen Haus sitz rittlings ich und reit; Dasselbe Land ist’s, das ich beiderseits gewahre, Doch, die’s bedeckt, ist nicht dieselbe Jahreszeit. Hier ruht der… Continue Reading „Der dreißigjährige Dichter“

Henri Chopin 100

Henri Chopin  (* 18. Juni 1922, heute vor 100 Jahren, in Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk)  Seite aus der Notation des Soundpoems sol air (1964). Was wie elektronische Musik klingt (Audio unten), wurde ausschließlich mit der Stimme des Autors auf Magnettonband erzeugt.… Continue Reading „Henri Chopin 100“

Der verlorne Brief

Der französische Schriftsteller Pierre Louÿs war ein Meister der erotischen Literatur und ein Fälscher. Von ihm stammt der Roman Dieses obskure Objekt der Begierde (verfilmt von Luis Buñuel) und, eine Sensation, die angebliche Übersetzung einer bisher unbekannten griechischen Dichterin aus dem Umkreis der Sappho, Bilitis. Er… Continue Reading „Der verlorne Brief“

Die brennenden Schober

Emile Verhaeren  (* 21. Mai 1855 in Sint-Amands bei Antwerpen; † 27. November 1916 in Rouen)  DIE BRENNENDEN SCHOBER (Auszug) Glut in des Abends Tiefe die Ebene hellt. Aufspringend Sturmgeläut bellt und gellt, Stößt wund sich am starrenden Firmament; – Ein Schober brennt! Die Menge, in Wegschleusen drängend, heult! Die Menge, durchs Dorf sich… Continue Reading „Die brennenden Schober“

Über Haltung und Versgrammatik (4)

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Vierte und letzte Folge) Montieren: alte Verse vs. neue Verse Textanfang und -ende am Beispiel Familien-Werte Montieren: alte Verse vs. neue Verse Wenn es einerseits schwieriger scheint, in alten Strophenformen zu bauen, weil Reim und Rhythmus… Continue Reading „Über Haltung und Versgrammatik (4)“

Versbau und Beliebigkeit

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Dritte Folge) Versbau und Beliebigkeit Verskollaboration organisieren – Einzelfälle Über Haltung und Versgrammatik (3) Versbau und Beliebigkeit Arbeite ich mit Zeilen lebender DichterInnen[1], reagieren diese manchmal mit Freude, manchmal mit Neugier oft aber auch mit Verunsicherung.… Continue Reading „Versbau und Beliebigkeit“

Stanze

Jean Moréas  (* 15. April 1856 in Athen; † 30. April 1910 in Paris) Stanze Sagt nicht: das Leben ist ein Festgelage; So spricht die Torheit wohl und ein gemeiner Sinn. Doch sagt nur ja nicht: es ist grenzenlose Plage; Dies zeugt von schlechtem Mut, dem alle Kräfte fliehn. Lacht, wie die… Continue Reading „Stanze“

Bei der Lektüre eines französischen Textes

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Zweite Folge) Bei der Lektüre eines französischen Textes Beim Lesen eines spätstalinistischen Dichters Über Haltung und Versgrammatik (2) Bei der Lektüre eines französischen Textes Besonders deutlich wird mir die umschriebene Farbenblindheit wenn ich beobachte, wie nahezu… Continue Reading „Bei der Lektüre eines französischen Textes“

at the border of a must

Heute drei polyglotte Siebenzeiler aus einer größeren Serie, die Helmut Schulze auf seiner Facebookseite veröffentlicht. camminando dimentico des derniers pas que j’ai faits it’s reality that i mow nie sei’s, daß ich heu verschmäh’ and a lot to it I owe le parfait plus-que-parfait… Continue Reading „at the border of a must“