Kategorie: Französisch

Henri Chopin 100

Henri Chopin  (* 18. Juni 1922, heute vor 100 Jahren, in Paris; † 3. Januar 2008 in Dereham, Norfolk)  Seite aus der Notation des Soundpoems sol air (1964). Was wie elektronische Musik klingt (Audio unten), wurde ausschließlich mit der Stimme des Autors auf Magnettonband erzeugt.… Continue Reading „Henri Chopin 100“

Der verlorne Brief

Der französische Schriftsteller Pierre Louÿs war ein Meister der erotischen Literatur und ein Fälscher. Von ihm stammt der Roman Dieses obskure Objekt der Begierde (verfilmt von Luis Buñuel) und, eine Sensation, die angebliche Übersetzung einer bisher unbekannten griechischen Dichterin aus dem Umkreis der Sappho, Bilitis. Er… Continue Reading „Der verlorne Brief“

Die brennenden Schober

Emile Verhaeren  (* 21. Mai 1855 in Sint-Amands bei Antwerpen; † 27. November 1916 in Rouen)  DIE BRENNENDEN SCHOBER (Auszug) Glut in des Abends Tiefe die Ebene hellt. Aufspringend Sturmgeläut bellt und gellt, Stößt wund sich am starrenden Firmament; – Ein Schober brennt! Die Menge, in Wegschleusen drängend, heult! Die Menge, durchs Dorf sich… Continue Reading „Die brennenden Schober“

Über Haltung und Versgrammatik (4)

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Vierte und letzte Folge) Montieren: alte Verse vs. neue Verse Textanfang und -ende am Beispiel Familien-Werte Montieren: alte Verse vs. neue Verse Wenn es einerseits schwieriger scheint, in alten Strophenformen zu bauen, weil Reim und Rhythmus… Continue Reading „Über Haltung und Versgrammatik (4)“

Versbau und Beliebigkeit

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Dritte Folge) Versbau und Beliebigkeit Verskollaboration organisieren – Einzelfälle Über Haltung und Versgrammatik (3) Versbau und Beliebigkeit Arbeite ich mit Zeilen lebender DichterInnen[1], reagieren diese manchmal mit Freude, manchmal mit Neugier oft aber auch mit Verunsicherung.… Continue Reading „Versbau und Beliebigkeit“

Stanze

Jean Moréas  (* 15. April 1856 in Athen; † 30. April 1910 in Paris) Stanze Sagt nicht: das Leben ist ein Festgelage; So spricht die Torheit wohl und ein gemeiner Sinn. Doch sagt nur ja nicht: es ist grenzenlose Plage; Dies zeugt von schlechtem Mut, dem alle Kräfte fliehn. Lacht, wie die… Continue Reading „Stanze“

Bei der Lektüre eines französischen Textes

L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Zweite Folge) Bei der Lektüre eines französischen Textes Beim Lesen eines spätstalinistischen Dichters Über Haltung und Versgrammatik (2) Bei der Lektüre eines französischen Textes Besonders deutlich wird mir die umschriebene Farbenblindheit wenn ich beobachte, wie nahezu… Continue Reading „Bei der Lektüre eines französischen Textes“

at the border of a must

Heute drei polyglotte Siebenzeiler aus einer größeren Serie, die Helmut Schulze auf seiner Facebookseite veröffentlicht. camminando dimentico des derniers pas que j’ai faits it’s reality that i mow nie sei’s, daß ich heu verschmäh’ and a lot to it I owe le parfait plus-que-parfait… Continue Reading „at the border of a must“

Wären die Dichter nicht so dumm

Wird mal wieder Zeit für Boris Vian! (* 10. März 1920 in Ville-d’Avray; † 23. Juni 1959 in Paris)  Wären die Dichter nicht so dumm Und wären sie auch nicht so faul Sie machten alle Menschen glücklich Um sich zu kümmern ganz in Ruh… Continue Reading „Wären die Dichter nicht so dumm“

Aus den Walliser Gedichten

Rainer Maria Rilke  (* 4. Dezember 1875 in Prag; † 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux, Schweiz) LES QUATRAINS VALAISANS XXI Après une journée de vent, dans une paix infinie, le soir se réconcilie comme un docile amant. Tout devient calme, clarté … Mais à l’horizon s’étage, éclairé et doré, un beau bas-relief… Continue Reading „Aus den Walliser Gedichten“

Kritik der Dichtung

Paul Éluard  (* 14. Dezember 1895 in Saint-Denis bei Paris; † 18. November 1952 in Charenton-le-Pont bei Paris)  Kritik der Dichtung Das Feuer erweckt den Wald Die Stämme die Herzen die Hände die Blätter Das Glück in einen Strauß gebunden Verwirrt sehr leicht schmelzend gesüßt Ein ganzer Wald von Freunden Der sich versammelt bei den… Continue Reading „Kritik der Dichtung“

Die Gesänge des Maldoror

Lautréamont (Eigentlich Isidore Lucien Ducasse, * 4. April 1846 in Montevideo, Uruguay; † 24. November 1870 in Paris) Erster Gesang, fünfte Strophe Mein ganzes Leben lang sah ich die Menschen mit engen Schultern, ohne eine einzige Ausnahme, stupide und zahlreiche Taten vollbringen, sah sie ihresgleichen verdummen und die Seelen mit allen Mitteln… Continue Reading „Die Gesänge des Maldoror“

Bis auf einen indischen Berg aufgrundseiner Purpurfarbe

Georges Schéhadé (* 2. November 1905 in Alexandria; † 17. Januar 1989 in Paris) Ein libanesischer Dichter, der in einer christlichen Familie in Ägypten geboren wurde, auf Französisch schrieb und in Paris starb. Bis auf einen indischen Berg aufgrund seiner Purpurfarbe Bis auf einen… Continue Reading „Bis auf einen indischen Berg aufgrundseiner Purpurfarbe“

Die Schritte

Zum 150. Geburtstag von Paul Valéry Paul Valéry  (* 30. Oktober 1871 in Sète, Département Hérault; † 20. Juli 1945 in Paris) Les pas Tes pas, enfants de mon silence, Saintement, lentement placés, Vers le lit de ma vigilance Procèdent muets et glacés. Personne pure, ombre divine, Qu’ils sont doux, tes pas retenus… Continue Reading „Die Schritte“

Jugend. Sonett

Arthur Rimbaud  (* 20. Oktober 1854 in Charleville; † 10. November1891 in Marseille)  Jeunesse II Sonnet Homme de constitution ordinaire, la chair n’était-elle pas un fruit pendu dans le verger, — ô journées enfantes ! — le corps un trésor à prodiguer ; — ô aimer, le péril ou la… Continue Reading „Jugend. Sonett“