Kategorie: Antike

Fragmentarische Ode

Sappho (* zwischen 630 und 612 v.u.Z.; † um 570  v.u.Z.) Aber mir verschlägt’s schon den Atem, wenn ich flüchtig nur dein Antlitz erblicke. Hilflos duckt sich dann das Herz in der Brust zusammen lähmende Schwere überkommt die Zunge, und gleich beginnen Fieberschauer unter… Continue Reading „Fragmentarische Ode“

Jede Zeit hat ihren Horaz

… behaupte ich einfach mal so. Vielleicht gelingt es nicht jeder? Immerhin Opitz dichtete: „Ich hab ein Werk vollbracht, dem Erz nicht zu vergleichen, / Dem die Pyrámides an Höhe müssen weichen“ (Betonungsstrich von mir, M.G.) – hat es Opitz genützt? Horaz geschadet? Hier… Continue Reading „Jede Zeit hat ihren Horaz“

Lampe

Buch 5, 7: Asklepiades Lampe, in deinem Beisein hat Herakleia dreimal geschworen zu kommen, aber sie kommt nicht. Lampe, wenn du ein Gott bist, dann zahl es der Lügnerin heim! Wenn sie da drinnen mit einem Liebsten ihren Spaß hat, geh aus und leuchte… Continue Reading „Lampe“

Über Dichter und Dichten

Martial An den Leser (I, 1) Dieser, den du liesest, teurer Leser, Ist der weltbekannte Martialis, der Verfasser kleiner Sinngedichte. Was du gütig ihm an Ehr erzeigtest, Als er lebte, das genießen selten Andre Dichter eher als im Tode. Deutsch von Karl Wilhelm Ramler,… Continue Reading „Über Dichter und Dichten“

Dichterwettstreit

Publius Vergilius Maro, kurz Vergil (* 15. Oktober 70 v. Chr. bei Mantua; † 21. September 19 v. Chr. in Brindisi) Ein antiker Dichterwettstreit der Hirten Korydon und Thyrsis. Schiedsrichter ist der Kuhhirt Daphnis Aus der 3. Tenzone Korydon: Geliebte Nymphen, hört mich an:… Continue Reading „Dichterwettstreit“

Fragment

„Ein dem Alkaios, vielleicht auch der Sappho zugeschriebenes Fragment“, Übersetzung H. Fränkel: … Vögeln vom See zu dieser Stadt … … von Gipfeln her, von denen wohlriechende … … neben blaugrüner Weinrebe grünes Ried … … frühlingshaft … … weithin sichtbar … zit. bei… Continue Reading „Fragment“

Ältere, älteste

Die Anthologie, deren Beilagen ich gestern vorstellte, ist auch in sich sehr ergiebig: Liederdichtung und Spruchweisheit der alten Hellenen. In Übertragungen von Oberstudienrat Lorenz Straub. Berlin u. Stuttgart: W. Spemann, o.J. [1908] Ergiebig für die Suche nach ältesten Exemplaren aller möglicher Gattungen und Formen.… Continue Reading „Ältere, älteste“

Bücher mit Lesespuren

Antiquare leben von alten Büchern, die sie weiterverkaufen. Einmal traf ich einen, der verkaufte mir die Erstausgabe von Goethes Faust spottbillig. Ich hab ihn nicht gefragt warum, ich hab schnell bezahlt. Ich nehme an, er hat die Abnutzungsspuren stark preismindernd verrechnet. Es war schon… Continue Reading „Bücher mit Lesespuren“

wirst zwischen Blinden schwirren

Dirk Uwe Hansens zweite Version, die Nach-Dichtung, von Fragment Voigt 55, mit dem unsere kleine Sapphoserie begonnen hatte: Frg. 55 Voigt Tot wirst du sein und begraben, wird keiner sich deiner erinnern, hier, denn die Rosen der Musen sind dir nichts. Durchsichtig, dort, in… Continue Reading „wirst zwischen Blinden schwirren“

Unsterbliche Aphrodite

Aus Dirk Uwe Hansen: Sappho. Scherben – Skizzen Frg. 1 Voigt Unsterbliche Aphrodite auf dem bunten Thron Tochter des Zeus, listenreiche, ich bitte dich: nicht mit Sorgen und Kummer bedränge Herrin, mein Herz. Sondern komm her, wenn du schon einmal von anderswo mein Rufen… Continue Reading „Unsterbliche Aphrodite“

Pleiadengedicht

Heute Dirk Uwe Hansens Doppelfassung des „Pleiadengedichts“. Obwohl es nicht einmal sicher ist, ob es wirklich von Sappho stammt, ist es heute eins ihrer bekanntesten Gedichte. Überliefert ist es ohne Nennung eines Autornamens in einem antiken Metrikhandbuch. In einer Anthologie aus dem 15. Jahrhundert… Continue Reading „Pleiadengedicht“

Scherben und Skizzen

2012 veröffentlichte der Philologe und Dichter Dirk Uwe Hansen ein Bändchen mit ausgewählten Fragmenten der Sappho in zweifacher Gestalt, als die Scherben der Fragmente (Scherben ist bei einem der Fragmente sogar wortwörtlich wahr: der Text von Fragment 2 Voigt überdauerte eingeritzt in eine Tonscherbe)… Continue Reading „Scherben und Skizzen“

Nicht Honig

H.D. (Hilda Doolittle) Fragment 113 “Weder Honig noch Biene für mich.” — SAPPHO Nicht Honig, nicht die Beute der Biene aus Blüten von Wiese oder Sand oder Busch am Berg; aus Winterblüten oder Trieben, geboren aus später Glut: nicht Honig, nicht den süßen Farbfleck… Continue Reading „Nicht Honig“

Die kluge Sappho

Sie ist die kluge Sappho. Platon, Dichter und Philosoph in der gewaltigsten Periode athenischer Kultur, der Perspektive besitzt und auch einen seltenen Vergleichsstandard, wenn er einige Jahrhunderte zurück auf Mytelene schaut, spricht von dieser Frau als einer unter den Klugen. H.D., aus: The Island. Fragments of… Continue Reading „Die kluge Sappho“

Sauerstoffzufuhr für die Sprache

Verzauberung Nie wird sich die griechische Sprache von der Sauerstoffzufuhr erholen, die ihr durch Sapphos Gedichte zuteil wurde. Nie sich erholen vom unerhörten A-Laut, mit dem sich die Nacht anmahnt in einem der Fragmente, nie von dem Augenblick, als Aphrodites Epitheton poikilóthronos ein einziges Mal… Continue Reading „Sauerstoffzufuhr für die Sprache“