Schlagwort: Friedrich Gottlieb Klopstock

Jede Zeit hat ihren Horaz

… behaupte ich einfach mal so. Vielleicht gelingt es nicht jeder? Immerhin Opitz dichtete: „Ich hab ein Werk vollbracht, dem Erz nicht zu vergleichen, / Dem die Pyrámides an Höhe müssen weichen“ (Betonungsstrich von mir, M.G.) – hat es Opitz genützt? Horaz geschadet? Hier… Continue Reading „Jede Zeit hat ihren Horaz“

Sommernacht

Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) Die Sommernacht (1766) (Klopstock wußte, dass griechische Versfüße im Deutschen nicht funktionieren, und schuf seine Wortfüße) Wenn der Schimmer von dem Monde nun herab In die Wälder sich ergießt,… Continue Reading „Sommernacht“

Klopstock

Johann Friedrich Hahn (* 28. Dezember 1753 in Gießen; † 30. Mai 1779 in Zweibrücken) Klopstock A. Hinaufgeschwebt ist er durch alle Sonnenhöhen, Und schwebt, und strahlt durch seine Himmel licht! B. Wie? Wo? Ich kann ihn nirgens sehen! A. Nein, Männchen, nein! du… Continue Reading „Klopstock“

Einige Stachel von Lenz

Jakob Michael Reinhold Lenz (* 12. Januarjul./ 23. Januar 1751greg. in Seßwegen, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 24. Maijul./ 4. Juni 1792greg. in Moskau) Da der Dichter Lenz im Russischen Reich geboren wurde und starb, werden seine Lebensdaten auch nach dem damals dort noch gültigen julianischen Kalender angegeben.  Der 12. Januar… Continue Reading „Einige Stachel von Lenz“

Slave to the rhythm

Hansens Flaschenpost Kolumne von Dirk Uwe Hansen. Er unterrichtet an der Universität Greifswald. Zuletzt erschien: wolkenformate. Frankfurt/Main: gutleut, 2016 „It’s all in the rhythm” — oder so ähnlich, ich zitiere aus dem Gedächtnis: Dieser Satz von Edith Sitwell gehört zu meinem großen Fundamentalwahrheiten. Es ist immer zuerst… Continue Reading „Slave to the rhythm“

Bienenspäßchen 18

„Bienenspäßchen“ bezieht sich auf ein lateinisches Gedicht des niederländischen Dichters Daniel Heinsius (1580-1655), in dem fast jede Zeile ein eigenes Metrum hat*. Es findet sich im Original und in der Übersetzung von Harry C. Schnur in der Reclamausgabe Lateinische Gedichte deutscher Humanisten, 1. Aufl. 1966, 3. durchges.… Continue Reading „Bienenspäßchen 18“

54. Wär ich ein Pohete

Boris Vian Si j’étais pohéteû Je serais ivrogneû J’aurais un nez rougeû Une grande boîteû Où j’empilerais Plus de cent sonnais Où j’empilerais Mon noeuvreû complait. Google übersetzt: Wenn ich pohéteû Ich würde ivrogneû Ich habe eine Nase rougeû Viel boîteû Ich empilerais Mehr… Continue Reading „54. Wär ich ein Pohete“

90. Klopstock

Endlich geklärt: Willkommen im Klopstock! Ihr Speiselokal für traditionelle Hamburger Küche und saisonale Spezialitäten. Seit über 30 Jahren der Klassiker im schönen Hamburg-Eppendorf. Wieder in unsererm Saison-Angebot: Fangfrischer Elb-Stint!

5. Bilderrede (káṛi-m magána)

Ausdrucksmittel der Hausa-Poesie. Die Hausa (Haussa)-Sprache wird zwischen Nigeria und Sudan gesprochen. Rudolf Prietze sammelte seit 1904 in Tunis und Kairo Lieder aus dem Sudan. Entsprechend dem damals üblichen kolonialen und europazentrischen Blickwinkel nennt er die Hausasprecher ein „Mischvolk“, das er als „heiter-sinnlich, weltgewandt,… Continue Reading „5. Bilderrede (káṛi-m magána)“

103. Goethe schreibt

An Charlotte von Stein [Weimar, etwa 8. Januar 1776.] Ich muss Ihnen noch einen Danck für das Wurst Andencken und eine Gute Nacht sagen. Mein Peitschen Hieb übers Aug ist nur allegorisch wies der Brand an meinem Billet von heut früh auch ist. Wenn man künftig die Fidibus… Continue Reading „103. Goethe schreibt“

43. Lyrik und Mainstream

Die Badische Zeitung klärt auf. So einfach wie die Leute, die Grass‘ Gedicht schlecht finden, kann man es sich nicht machen: Grass spricht zwar im Hier-stehe-ich-und-kann-nichts-anders-Modus, doch nicht als lyrisches Ich. Aber das aus tiefster Seele um Ausdruck ringende Subjekt ist eh schon lange… Continue Reading „43. Lyrik und Mainstream“

18. Geiler Lyrikzirkel

Aus der Sendung „Willkommen Österreich“, #168, Teil 1/3, ab min 9: Matura-Reisen wirbt mit „Wodka rund um die Uhr“, Gegenfrage des Moderators Dirk Stermann (gebürtiger Düsseldorfer, Wahlwiener), womit Matura [Austriazismus für Abitur] denn sonst werben solle: „Komm mit uns in die Türkei; wir bilden… Continue Reading „18. Geiler Lyrikzirkel“

106. Lyrisches Gespür

Burkhard Meyer-Sickendiek Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie (Inhaltsverzeichnis siehe unten) Burkhard Meyer-Sickendiek ist Privatdozent am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der FU Berlin. Das Buch erscheint Ende dieser Woche im Fink-Verlag. Hier als Leseprobe das Vorwort Das vorliegende Buch entstand in den… Continue Reading „106. Lyrisches Gespür“

103. Elegie (Opitz)

Wie bereits angekündigt, veröffentliche ich hier ausgewählte Einträge meines Lyrikwiki Labor mit dem Ziel, durch Diskussion Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu erlangen (und wenn möglich Mitstreiter zu gewinnen).  Wer sich nicht für Philologie und solche Dinge interessiert, heiße er Tim oder Tom, könnte ebensogut zur… Continue Reading „103. Elegie (Opitz)“

76. Zeit lobt Lyrik

Schwer, keine Satire zu schreiben. Und ungerecht, es zu tun. Was kann Daniela Danz dafür, wenn Die Zeit ausruft: „Die deutsche Lyrik hat eine neue Stimme“ (ihrem Rezensenten Florian Illies verschlägt es selbige keineswegs, im Gegenteil, es beflügelt ihn zum Selberdichten: „Wie Daniela Danz… Continue Reading „76. Zeit lobt Lyrik“