Kategorie: Israel

L&Poe Rückblende: Januar 2002

„Das niedre Pack, das miese Gesocks schreit ja nur so laut, weil es nichts anderes kann als schreien“, schreibt Hermann Lenz am 25. März 1959 an Paul Celan . „Stampfen wir sie alle in den Abfalleimer, lassen wir sie von der Müllabfuhr wegtransportieren oder…

Gestorben

Am 1. Dezember starb der indische Dichter und Aktivist Inkulab (Makkal Pavalar Inkulab, Inquilab, Inkulab oder Ingulab) (72). Er war ein tamilischer Autor. Am 2. Dezember starben die Schauspielerin und Sängerin Gisela May (92) und der amerikanische Dichter und Romanautor James Reiss (75). Am…

L&Poe-Rückblende März 2001

Inger Christensen lebt und schreibt über Zweifel an der Dichtung Ich bin keine Sterndeuterin, ich bin eher eine Handwerkerin. Die Dichtung ist ja auch nur eine Stimme unter den vielen Stimmen der Welt. Und sie ist auch kein Medium, das besonders geeignet ist, auf…

Digest 17./18.6.

Preis für Houellebecq Michel Houellebecq bekommt den Frank-Schirrmacher-Preis. Der französische Schriftsteller erhält die Auszeichnung satzungsgemäß für „herausragende Leistungen, die zum besseren Verständnis der Gegenwart beitragen“. Der Stiftungsrat der Frank-Schirrmacher-Stiftung, dem Günther Nonnenmacher, ehemaliger Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie Michael Gotthelf, Martin Meyer, Mathias…

Digest 15./16.6.

Kantonaler Literaturpreis Der Berner Dichter Martin Bieri wird mit dem kantonalen Literaturpreis geehrt. Die Jury lobt seinen Gedichtband «Europa, Tektonik des Kapitals» für seine überraschenden sprachlichen Bilder und die gelungene Überführung der Landschaftslyrik in eine zeitgemässe moderne Form. Die Ver­leihung bildet gleichzeitig den Ausgangspunkt für…

Bastardkinder von Bindestrichen und Ergänzungen

Vom 21. bis 26. Mai fand an verschiedenen Orten in der Westbank und in Israel das Palestine Festival of Literature statt. Mit dabei war Jehan Bseiso, eine junge palästinensische Dichterin. Nach zwei Anthologien und Online-Publikationen auf „Electronic Intifada“ und „The Palestine Chronicle“ arbeitet sie…

Digest 7./8.6.

Poetentag In Baku fand zum Tag der Poeten eine Veranstaltung statt, die vom Verband aserbaidschanischen Autoren und der Vereinigung junger Dichter mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Tourismus, der türkischen Botschaft in Aserbaidschan, dem Berufsverband Wissenschaftlicher und Literarischer Autoren und dem Weltverband Junger Türkischer Schriftsteller…

Does the Arab get sleepy?

Dann blätterte ich so lange, bis ich die Stelle mit dem Dialog gefunden hatte, und fing an zu lesen, eine Szene größter Zärtlichkeit zwischen einem Araber und seiner jüdischen Geliebten, die mit folgenden Worten beginnt: „It‘s five in the morning, my dear.“ „And does…

inter_poems

inter_poems ist eine Berliner Veranstaltungsreihe zu internationaler Lyrik und zur Kunst des Übersetzens. Zwischen Mai und Oktober 2016 wird an 6 Abenden im Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage je eine in Deutschland bislang kaum bekannte Stimme der internationalen Lyrik im Original sowie in deutscher Übersetzung zu…

Die kleine Sängerin

Ursprünglich ein deutscher Dialekt, mischte sich die Sprache mit hebräischen und slawischen Wörtern. Anfang des 20.Jahrhunderts sprachen noch gut elf Millionen osteuropäische Juden jiddisch, etwa die Hälfte wurde im Zweiten Weltkrieg ermordet. Yoéd Sorek hat die Sprache und die jiddischen Lieder von seiner Oma…

Ein-Gestalt

Wundersamerweise war es gerade dieser magisch inspirierte und gerne benebelte Dichter, der bei seinen Reisen in Israel um 1960 das offen diskriminierte Jiddisch – geschmäht als Sprache der historischen Verlierer im aschkenasischen Europa – wieder hoffähig machte. Nun tafelte der Dichterfürst Manger beim Staatspräsidenten,…

Permission to fail

Die im Alter von 25 Jahren aus Israel nach Kanada ausgewanderte Autorin Ayelet Tsabari, die bis dahin Gedichte und Prosa auf Hebräisch geschrieben und veröffentlicht hatte, darüber, warum sie ihre Bücher in Englisch schreibt: Hebrew was a dead language for 17 centuries. It was revived…

Jidisch is hefker

„Prinz der jiddischen Ballade“ nannte man ihn, und Isaac Bashevis Singer sah in ihm einen „jiddischen Baudelaire“. Itzik Manger war einer der größten Dichter jiddischer Sprache. In der weltweit ersten Biografie Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter (Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag, Berlin 2016)…

Niemandssprache

Mit der Vernichtung der Juden Osteuropas verschwand auch die rund tausend Jahre alte Sprach- und Lebenswelt des Jiddischen fast vollständig. Aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangen, wurde sie in der aschkenasischen Diaspora um hebräisch-aramäische und slawische Elemente angereichert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägte sie die…

Die Flüsse haben aufgehört, Jiddisch zu sprechen

Heute muss viel erklärt werden, denn die jiddische Kultur wurde zusammen mit ihren Menschen ausgerottet von den Nazis. Und mit der Schoah, die Manger ins Exil trieb, nach Frankreich, England, in die USA und schließlich nach Israel, wo der 1901 in Czernowitz in der…