Schlagwort: Yoko Tawada

18. Meine Anthologie: Abenteuer der deutschen Grammatik

Yoko Tawada Die zweite Person Ich Als ich dich noch siezte, sagte ich ich und meinte damit mich. Seit gestern duze ich dich, weiß aber noch nicht, wie ich mich umbenennen soll. Aus: Yoko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik. Tübingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke…

41. Schienenersatzverkehr

Bei der Lesung in der Alten Schmiede in Wien, im März 2011, liest sie sehr zum Vergnügen des Publikums auch das Gedicht „Schienenersatzverkehr“ aus dem Band „Abenteuer der deutschen Grammatik“: „Werden die Schienen ersetzt oder ist es ein er, der im Verkehr ausgesetzt wird?…

28. Aushäusig

All die Zeichen einer mehrsprachigen Existenz, die ich zuerst als Manko empfand (fehlende Wörter, verfremdetes Sprechen, manchmal einen Akzent haben in der eigenen Sprache) versuche ich jetzt als Reichtum zu begreifen, sie sollen sich im Schreiben umtun, wo sonst. Im Grunde fühlt sich das…

118. Füllhorn

Eine bisher an mir vorbeigegangene Seite fliegt mir in einer Anmerkung von Ron Winkler zu, danke! Die literaturwerkstatt Berlin stellt ihre Reihe „Gespräch des Monats“ zum Nachhören ins Netz. Ich höre gerade Sherwin Bitsui, klingt gut! Hier können Sie stundenlang zuhören. Es sprechen: Oskar…

61. Literaturwerkstatt im Juni 2010

-AUSSER HAUS- Di 15.6. 19:00 Recycling à la française – Ludovic Bablon Mit Ludovic Bablon (Autor, Berlin) Wiederverwenden, aufbereiten, umkrempeln – das Werk von Ludovic Bablon lässt sich schwer fassen: Seine Einflüsse reichen vom zeitgenössischen US-amerikanischen Roman über die moderne Philosophie hin zur japanischen Mediävistik. Seine…

181. Westerwelle und Goethe

Westerwelle, Goethe und andere schicken die deutsche Sprache in die Welt. Was soll daran schlecht sein? Die etwas angestrengte Form der Sprachwerbung vermochte Zweifel nicht zu zerstreuen. Schöner ist es, wenn die deutsche Sprache unerwartet ins Spiel kommt. – Zur Erklärung reiche ich 3…

21. Radiokolleg – Poesie am Flügel – Musik im Gedicht

Die Sprache, in der sie auftreten, gibt vor, wie die Performance klingt. Das musikalische Konzept, für das Takase verantwortlich ist, muss sich dem Japanischen in völlig anderer Weise anpassen als dem Deutschen. So klingt „Yokohama“, Performance in japanischer Sprache in Japan anlässlich des 150-Jahr…

Prominenz bei den Frauenfelder Lyriktagen

Es lesen Yoko Tawada (Deutschland/Japan), Wolfgang Hilbig (Deutschland), Pierre Imhasly (Schweiz), Judith Herzberg (Holland), Paul Muldoon (Irland/USA) und Tomas Venclova (Litauen/USA). Unter dem Motto «Arabische Welt» werden zudem die Lyriker Fuad Rifka (Libanon), Iman Mersal (Ägypten/CAN) und Abdellatif Laâbi (Marokko/Paris) auftreten, musikalisch begleitet von…

„Jazz und Lyrik,

die gemeinsam oft ein Graus sind, finden hier so phantasievoll und vergnüglich zueinander wie vielleicht nicht mehr seit dem späten Ernst Jandl. Mit „Diagonal“ spielen Yoko Tawada und Aki Takase ein großartiges Match in dessen Liga. / Thomas David, FAZ 7.6.03

Lyrikfestival in Köln

Sieben Dichterinnen hatten Sartorius und Thomas Böhm, Leiter des Kölner Literaturhauses, eingeladen. Ein kontrastreiches Programm aus drei Generationen, vier Ländern, zwei unterschiedlichen Sprachfamilien. Passend zur Fußballweltmeisterschaft traf Deutschland, in Gestalt von Barbara Köhler, Ilma Rakusa und Silke Scheuermann , auf Asien, für das die…

Tawadas Überseezungen

Während Walter Benjamin in diesem Über-Setzen die Fremdheit aller Sprachen gegenüber etwas Unausdrückbarem erfährt und die leise Hoffnung hegt, dass diese Kluft bei der Ankunft des Messias aufgehoben wird, begegnet Tawada diesen Irritationen mit kindlicher Neugier und ohne melancholische Sehnsucht nach einer letzten Offenbarung….

Desinteressierte Kritik, starke Lyrik

Wäre die deutschsprachige Literaturkritik so gut wie ihr Ruf, hätte sie merken können, dass es eine enorm starke Lyrik gibt, seit Jahren, dass das oft junge Autoren waren und noch sind, dass es in der Lyrik im Vergleich zu den durch die aufgeregten Heißluftaggregate…

Opium für Ovid

Die Ästhetik von Ovids „Metamorphosen“ sei der asiatischen Weltsicht näher als der abendländischen Tradition, meint Yoko Tawada. Im Japanischen gibt es bekanntlich kein selbständiges Pronomen für „ich“, auch der Begriff „Identität“ taucht allenfalls im psychiatrischen Fachjargon auf. Die buddhistische Vorstellung der Wiedergeburt kennt kein…

Opium für Ovid und das „Es“ im Regnen

Yoko Tawada, Japanerin in Hamburg, Dichterin zwischen dunklen Mythen und heller Präzision, liest in Wien. Der „Presse“ erklärte sie, warum das Wörtchen traurig nichts erklärt. — Was könnte dahinter stecken, wenn einer auf seinen Bleistift schimpft? Was hat es mit dem „Es“ auf sich,…