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Veröffentlicht am 29. Mai 2026 von lyrikzeitung
89 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Christine Johanna Seidensticker
Risse
Da ist ein Riss in der Wand, geht quer
über die weiße Raufasertapete gleich hier.
Ist er über Nacht gekommen, will er bleiben?
Da ist ein Riss, geht quer
kratzt graue Tauben aus dem Himmel.
Ich komme dem Gebiet nicht bei.
Sätze ziehen mit dem Wind, die Linien
der Verbindungen ritzen mein Haus.
Der Raum reißt und heilt mit mir.
Aus: Jahrbuch der Lyrik 2024/25. Hrsg. Matthias Kniep und Karin Fellner. Frankfurt/Main: Schöffling & Co., 2024, S. 193
Christine Johanna Seidensticker, geboren 1989, lebt in Leipzig.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Bruchlinien, Christine Johanna Seidensticker, deutschsprachige Lyrik, Gedicht, Gegenwartslyrik, Haus, Heilung, Jahrbuch der Lyrik, Jahrbuch der Lyrik 2024/25, Karin Fellner, Lyrik, Matthias Kniep, Poesie, Raum, Riss, Schöffling, Verletzung, Wand
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