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Veröffentlicht am 5. Juni 2026 von lyrikzeitung
193 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Heinz Czechowski
(Geb. 7.2.1935 Dresden, gest. 21. Oktober 2009 Frankfurt/Main)
Gesang des Deutschen
Du Land des hohen ernsteren Genius!
Du Land der Liebe! Bin ich der deine schon,
Oft zürnt ich weinend, daß du immer
Blöde die eigene Seele leugnest.
Hölderlin
Die zehntausend Leute, die
Gedichte schreiben und
Sich für Lyriker halten
In Deutschland gibt es
Überall Anlässe
Für Gedichte
Butzenscheiben- und
Fachwerkstädte,
Rheinpanoramen
Neuengamme und Buchenwald,
Dresden und Weimar,
Die Elbe, die Oder
Oder den Reichstag, den
Bundestag, oder
Die Tage, die gezählt sind
Wir sind ein großartiges
Volk und eine Nation
Vom Rhein bis zur Oder
Unsere Nachbarn lieben
Uns nicht, und das
Aus gutem Grund
Die BRD, die DDR, das
Wiedervereinigte Deutschland,
Österreich inbegriffen:
Ein Blick genügt,
Um zu begreifen, daß
Der Gesang des Deutschen
Ein Irrtum
Hölderlins
War
Aus: Poesiealbum 395. Heinz Czechowski. Auswahl Hans-Dieter Schütt. Wilhelmshorst: MärkischerVerlag, 2025, S. 10f
(Zum Preis von €5 oder CHF6 im guten Buchhandel oder beim Verlag)
Poesiealbum, gegründet 1967, ist noch immer eine Gelegenheit, für wenig Geld gute Gedichte zu lesen, ob als Erstbegegnung oder zum Wiederlesen. Im Jahrgang 2025 gab es nach Czechowski: Gerhard Rühm, Fred von Zollikofer und Roland Erb.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Buchenwald, deutsche Geschichte, deutsche Lyrik, Deutschlandgedicht, Dresden, Friedrich Hölderlin, Gegenwartslyrik, Gesang des Deutschen, Hans-Dieter Schütt, Heinz Czechowski, Neuengamme, Poesiealbum, Politische Lyrik, Weimar, Wiedervereinigung
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