Schlagwort: August Stramm

Der Ritt

August Stramm (29. Juli 1874 Münster – 1. September 1915 gefallen bei Horodec östlich Kobryn, heute Weißrussland) Der Ritt Die Äste greifen nach meinen Augen Im Einglas wirbelt weiß und lila schwarz und gelb Blutroter Dunst betastet zach die Sehnen Kriecht schleimend hoch und…

Jeremy Adler zum Brexit

Die politische Entscheidung ist gefallen. Nun geht es darum, die kulturelle und wirtschaftliche Bindung zwischen Großbritannien und der EU soweit auszubauen, wie es die politische Situation erlaubt. Wir müssen uns nun mehr denn je an Europas Werte halten. Diese Werte bauen auf die englische…

Gewollt

Überschrift und erster Satz stehen in einem gewissen Gegensatz, aber sei’s drum! CDU will Ehrung für August Stramm Münster – Die CDU möchte den vor 100 Jahren verstorbenen Lyriker August Stramm mit einer Straße ehren. Seit Jahren kämpft der münsterische SPD-Kulturpolitiker Dr. Ulrich Bartels dafür,…

Stramms Kriegsgedichte

Am 1. September 1915 fiel August Stramm an der Ostfront. Fast auf den Tag genau 100 Jahre später machten Heesch, Fellenberg, Kuhn und Claußner Stramms Kriegsgedichte in einer eindrucksvollen Performance erlebbar. Mit teilweise ungewöhnlichem Instrumentarium und der rezitativischen Inbrunst Heeschs verwoben die Künstler Raum,…

August Stramm (1874-1915)

Heute vor 100 Jahren fiel August Stramm bei einem Kampfeinsatz in Rußland, im heutigen Weißrußland. Die Verdienste des August Stramm um die Dichtkunst sind sehr, wußte schon Schwitters. Die FAZ kritisierte gestern völlig zu recht, daß es in seiner Heimatstadt Münster immer noch keine nach ihm benannte…

Weltpost ins Nichtall

Das schmale Werk von August Stramm wäre schon lange in Vergessenheit geraten*, hätte dieser Dichter nicht schreiende Gedichte des Verstummens hinterlassen, und damit die inneren Verwerfungen des modernen Menschen wie unter einem Brennglas formuliert. Die Widmungsanthologie, die der fleißige Lyrik-Vermittler, der Weßlinger Anton G. Leitner mit…

5. Bilderrede (káṛi-m magána)

Ausdrucksmittel der Hausa-Poesie. Die Hausa (Haussa)-Sprache wird zwischen Nigeria und Sudan gesprochen. Rudolf Prietze sammelte seit 1904 in Tunis und Kairo Lieder aus dem Sudan. Entsprechend dem damals üblichen kolonialen und europazentrischen Blickwinkel nennt er die Hausasprecher ein „Mischvolk“, das er als „heiter-sinnlich, weltgewandt,…

80. Gesamtwerk

Expressionismus steht per se für Tod, Schrecken und Morbidität. Doch nicht immer, und schon gar nicht bei den Werken des expressionistischen Lyrikers Wilhelm Klemm. Er habe, so der Literaturwissenschaftler Professor Jan Volker Roehnert, Mitherausgeber einer bibliophilen Werkausgabe mit den gesammelten Versen Klemms, vielmehr auch…

44. Dürener Förderung

Die Stadt Düren hat einen Namen in der Kunstförderung. Eine private Stiftung vergibt u.a. Stipendien an junge Künstler, die 2 Jahre lang jeden Monat 1250 Euro erhalten und, man höre, „Die Stipendiaten sollten möglichst im Umkreis von etwa 1.000 km von Düren leben und…

16. Notizen eines Lesers

Im Poetenladen-Essay schreibt Theo Breuer, was Michael Lentz wirklich gesagt hat in puncto hohle Nüsse, und auch sonst vieles schöne und nützliche, ich empfehle den ganzen Text zu lesen, hier ein Ausschnitt: Wiederholt in den Textfluß eingestreut: Lentz-Schlenzer, die, kurz und herzlos, sitzen –…

106. Lyrisches Gespür

Burkhard Meyer-Sickendiek Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie (Inhaltsverzeichnis siehe unten) Burkhard Meyer-Sickendiek ist Privatdozent am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der FU Berlin. Das Buch erscheint Ende dieser Woche im Fink-Verlag. Hier als Leseprobe das Vorwort Das vorliegende Buch entstand in den…

125. Welt-Lyrik

3,20 kostet das gute Stück. „die zeiten für poesie, / sie waren nie besser“ dichtet die Welt am Sonntag auf der Titelseite. Von den 5 Seiten Lyrik seien 2 empfohlen, oder ein Teil der 2 Seiten 52/53. Peter Wawerzinek parodiert „seine Kollegen“, will sagen…

55. Loerkes Kunst der Selbstbehauptung

Von diesem Dichter kann man die Kunst der Selbstbehauptung lernen. Oskar Loerke (1884 – 1941), der lyrische Solitär aus Westpreußen, hat den ästhetischen wie politischen Ernstfall erlebt, als der nationalsozialistische Machtstaat nach dem Januar 1933 alle Institutionen des freien Denkens zerschlagen wollte. Seine Biografie…