Schlagwort: DDR

Irmgard Senf – Gedenklesung im Falladahaus

Ein Abend für Irmgard Senf mit den Autorinnen Silke Peters und Ulrike Sebert.

Wir erinnern uns an unsere Begegnungen, an unsere gemeinsamen Unternehmungen mit der Autorin, lesen ihre Texte, zeigen Archivfunde, interviewen das Publikum und diskutieren über Praktiken des künstlerischen und emotionalen Lebens/Überlebens in restriktiven Zeiten.

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Nebel, der fehlte

„Mein Freund, dass du gestorben bist / Liegt am Nebel / Der fehlte“: Die letzten beiden Wörter von Martin Bernhardts „Bootsfahrt“ verändern das Gedicht. 1983 geschrieben, führt es an die Ostsee und an die bewachte Seegrenze der DDR. Dazu ein Blick auf Bernhardts Biographie und die unabhängige Greifswalder Kunstszene der 1980er Jahre. Am Freitag sind im Falladahaus Filme von Martin Bernhardt mit Oskar Manigk und Lutz Wohlrab zu sehen.

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die jakobinerclubs haben frei

die kuckucks verschweigen den mai /
die tafel runde ist schlafen gegangen /
als gäbe es nichts mehr zu retten /
in den städten. die jakobinerclubs haben frei. //

Lesung mit Publikum und Spitzel

Ich sehe vom zimmer aus das konspirative zucken des
hintern meines kleinen narren in der zitronengelben
hose, ein schäbiger mond, der animierend über der
dunklen Straße tanzt.

Zaw la zaw, kaw la kaw, hier ein wenig, da ein wenig

im neuen befreiten jahrtausend aber würden wir
unsere gesamte nahrung aus plastegefäßen
zu uns nehmen, unter anleitung der sowjetunion

Absturz der Nationalkultur

Am 5. Dezember 1965 schreibt Kulturredakteur Klaus Höpcke im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ bildkräftig  über die „Drahtharfe“: „Was Wunder, dass Biermann in einem (…) Gedicht davon faselt, die Partei der Arbeiterklasse hacke sich die Füße ab. In Wirklichkeit handelt es sich um die tönernen Füße… Continue Reading „Absturz der Nationalkultur“

Gefährliche Lyrik

Lyrik wird erst gefährlich, wenn sie verbreitet wird, besonders unter der Jugend. Lyrikkritik mit Sicherheit: Mehr hier

100. Archiv

Weißensee. Ein einzigartiges Archiv hat unter dem Dach des Niles AW-Gebäudes seine Räume: das „Archiv Schreibender ArbeiterInnen“. Nach einer Odyssee durch Berlin hat diese Sammlung literarischer Raritäten in der Gehringstraße 39 hoffentlich eine dauerhafte Bleibe gefunden. Was sich in diesem Archiv befindet, hat wahrlich… Continue Reading „100. Archiv“

7. Anführungszeichen-Literatur

Allein der Auftakt zur schließlich publizierten 100-Seiten-Schrumpffassung aus Braschs Monsterprojekt ‚Mädchenmörder Bruhnke‘ hat eine exzentrische poetische Dichte, nach der man in der Gegenwartsliteratur suchen kann: ‚Als falle eine Zeit, die mir schon für immer vergangen schien, plötzlich wieder über mich her, wie ein großes… Continue Reading „7. Anführungszeichen-Literatur“

113. Verkennung mit Folgen

Beim Bau der Mauer erlag Endler wie viele im Umfeld einem Paradoxon: „Wir glaubten, dass mit der Mauer die Freiheit im Lande größer würde.“ Eine fatale Verkennung, das sich straffende Gängelband ließ sich nicht spurlos tragen. Noch schrieb Endler auf seine Weise Aufbau-Lyrik. „Ich… Continue Reading „113. Verkennung mit Folgen“

85. Keine Legendenbildung

Ja, die DDR war eine Diktatur, die Meinungen unterdrückte und Menschen drangsalierte und daran schließlich scheiterte. Joachim Walther hat unbestreitbare Verdienste im Sammeln und Bewahren von Informationen, die wenig bekannt waren oder drohten vergessen und verdrängt zu werden. Aber, wenn der Zeitungsbericht treu berichtet,… Continue Reading „85. Keine Legendenbildung“

120. Der drittgrößte Dichter

Zu den zehn Nazi-Autoren, die Düsterberg zusammen mit acht seiner Schüler und dem Wirtschaftsjournalisten Marc-Wilhelm Kohfink in Porträts vorstellt, gehört auch Gerhard Schumann, dessen Werdegang Jan Bartels beschreibt. Bartels versucht, ein „differenziertes Bild der kulturpolitischen und literarischen Tätigkeiten Schumanns“ zu zeichnen. Wie den zusammengestellten… Continue Reading „120. Der drittgrößte Dichter“

22. Puffer-Zone

WELT ONLINE: In Ihrem Buch „Dojczland“ (deutsch bei Suhrkamp) schreiben Sie aber, Sie hätten die DDR gemocht. Wofür? Stasiuk: Ich mag die DDR wirklich. Weil sie eine Übergangszone ist, eine Pufferzone zwischen der germanischen und der slawischen Welt. Die Ortsnamen östlich von Berlin –… Continue Reading „22. Puffer-Zone“

98. Klaus Wagenbach über DDR-Literatur

Die 50er Jahre waren voller Hoffnung, selbst für einen Dichter wie Reiner Kunze, und man vergisst immer, dass eine Reihe von Autoren vom Westen nach dem Osten gewechselt sind – Stephan Hermlin, Wolf Biermann, Peter Hacks, Adolf Endler, um nur einige zu nennen. Ihre… Continue Reading „98. Klaus Wagenbach über DDR-Literatur“

44. 1. subkulturelles literaturfestival berlin

vom 8. bis 18. September 2009 findet das 1. subkulturelle literatur- festival berlin statt, veranstaltet von der Epidemie der Künste, der Zeitschrift floppy myriapoda, dem Verlag Distillery, der Buchhandlung Straßenschaden und gefördert durch die Kulturstiftung des Hundes. —- „Und ich sah einen neuen Himmel… Continue Reading „44. 1. subkulturelles literaturfestival berlin“