Schlagwort: Wassily Kandinsky

Neue Rundschau 4/2016

Zeitschriftenlese von Michael Gratz Die Neue Rundschau hatte ich aus den Augen verloren. Ein großer Fehler. Die älteste (?) unserer Literaturzeitschriften (begründet 1890 – 127. Jahrgang 2016) ist kein traditionspflegender Oldtimer. Das vorliegende Heft hat die Schlagzeile „Die schreckliche Schönheit im Innern der Menschen“, deren…

L&Poe ’17-02

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound. In den nächsten Wochen werde ich Logo und Leitbegriffe und…

Kandinsky – empfohlen

Felix Philipp Ingold, in: NZZ 2017-01-12 „Die Blüten der Poesie sind überall verstreut“ Wassily Kandinsky als Wortkünstler  Doppel- und Mehrfachbegabungen waren in der künstlerischen Moderne Russlands nichts Ungewöhnliches. Wladimir Majakowskij und Jelena Guro haben sich als Wort- und Bildkünstler einen Namen gemacht, Michail Matjuschin…

Kandinskys Gedichte

„Links oben in der Ecke ein Pünktchen./ Rechts unten in der Ecke ein Pünktchen./ Und in der Mitte gar nichts./ Und gar nichts ist viel. Sehr viel – jedenfalls/ viel mehr als etwas.“ Wassily Kandinsky (1866 – 1944) könnte mit dem Prosagedicht „Leer“ durchaus…

5. Ukrainische Avantgarde

In einer bemerkenswerten Kabinettausstellung (Kunstmuseum Basel) und einer grossangelegten Gesamtschau (Kunsthalle Bonn) ist unlängst Kasimir Malewitsch ein weiteres Mal als herausragender Protagonist der revolutionären Avantgardekunst Russlands gewürdigt worden. Und ein weiteres Mal unterliess man es, da wie dort, auf die prägende Herkunft des Künstlers…

111. Zwischen Rußland und Deutschland

Kaum zufällig beginnt der Band mit einem Kapitel, das einen treffenden Titel trägt und so etwas wie eine Mini-Autobiografie, mithin auch eine Mini-Poetik Scherstjanois präsentiert: «Liebes Deutschland, ich lebe seit 30 Jahren in dir, mit dir. […] Ich hätte früher nie daran gedacht, dass…

123. Das süße Weinen und die Revolution

Valeri Scherstjanoi liest Alexej Krutschonych 1) Das süße Weinen 2:04 Auch wer weder Russisch noch Sa-umnisch beherrscht, kann deutlich hören, wie der rauhe „Tsara“ in das Süßholzgeraspel der Poesie einbricht (bei 0:16). Nicht nur Belyj, auch der feine Herr Kandinsky erschrickt da. Außerdem, wie…

2. Esoterik und Moderne

Und als die Naturwissenschaft die Esoterik preisgab, als sie sich zumindest an der Oberfläche von der Gespensterkunde löste, zog der Okkultismus mit umso größerer Entschlossenheit in die Kunst ein. Sicherlich, August Strindberg mag ein halb verrückter Einzelgänger gewesen sein, als er im Jahr 1897…

Tom de Toys: Rede zur Gründung einer Kulturpartei

Im gedenken an Nietzsches FRÖHLICHE WISSENSCHAFT, Picassos vision einer WISSENSCHAFT VOM MENSCHEN, Kandinskys INNERE NOTWENDIGKEIT und Paul Klees INNERES EXIL ist diese polemik Joseph Beuys (promotor einer „sozialen plastik“ gemäß eines ERWEITERTEN KUNSTBEGRIFFS und gründervater der „GRÜNEN“) gewidmet sowie stellvertretend für viele künstlerschicksale Eric…

Enzyklopädische Ignoranz

Das heutige Russlandbild im Westen zeichnet sich durch eine fast enzyklopädische Ignoranz aus. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung in Deutschland führte zu folgenden Zahlen (für die übrigen europäischen Länder präsentieren sich die Verhältnisse wohl ähnlich): 43 Prozent der Befragten kannten keinen einzigen russischen Schriftsteller, 67…