80. Gesamtwerk

Expressionismus steht per se für Tod, Schrecken und Morbidität. Doch nicht immer, und schon gar nicht bei den Werken des expressionistischen Lyrikers Wilhelm Klemm. Er habe, so der Literaturwissenschaftler Professor Jan Volker Roehnert, Mitherausgeber einer bibliophilen Werkausgabe mit den gesammelten Versen Klemms, vielmehr auch versucht, die Gründe für die Ereignisse seiner Zeit zu benennen. Und „er hat auch das Schöne gesehen“, sei in seinen Gedichten den Reizen der Verführung nachgegangen. / Christina Oxfort, Wiesbadener Tagblatt

Wilhelm Klemm veröffentlichte insgesamt acht Gedichtbände und verfasste rund 200 Gedichte für literarische Zeitschriften wie „Jugend“, „Simplicissimus“ und die Wochenschrift „Aktion“. Das neu editierte Gesamtwerk in einer bibliophilen Ausgabe enthält neben den Gedichten und Versen auch Tusche-Zeichnungen Wilhelm Klemms und ist auf 400 nummerierte Exemplare limitiert. Es ist in der Dieterich’schen Verlagsbuchhandlung Mainz erschienen.

– Wilhelm Klemm bildete neben August Stramm und Johannes R. Becher den „lyrischen Proviant“ Ernst Jandls über die Nazizeit. Er hatte als Schüler in einer Anthologie je drei expressionistische Gedichte dieser Autoren gefunden. Mit einer Spätzündung kam er veranlaßt durch diese wenigen Gedichte – inzwischen kannte er freilich Gertrude Stein – 1956/57 zum „experimentellen“ Arbeiten. „Die Schüler bereiten das Auftreten der Lehrer vor“ (die Jüngeren das der Älteren).

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