Schlagwort: Alfred Lichtenstein

Das Konzert

Alfred Lichtenstein Das Konzert Die nackten Stühle horchen sonderbar beängstigend und still, als gäbe es Gefahr. Nur manche sind mit einem Mensch bedeckt. Ein grünes Fräulein sieht oft in ein Buch. Und einer findet bald ein Taschentuch. Und Stiefel sind ganz gräßlich angedreckt. Aus…

Etwa an einen blassen Neuklassiker

Alfred Lichtenstein (23. August 1889 Wilmersdorf – 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich) Aus: Die Gedichte des Kuno Kohn Etwa an einen blassen Neuklassiker Du, früher August, fühlst dich jetzt Hellene. Dahin sind Hurenhuld und Schiebetänze, Die Poesie berliner Äppelkähne Entschwand dir in…

L&Poe ’17-11

Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tages-, jetzt als Wochenzeitung. Jeden Freitag neu mit Nachrichten aus der Welt der Poesie. Poetry is news that stays news, sagt Pound.  In der heutigen Ausgabe: Yevgeniy Breyger, Safiye Can, Helmut Heißenbüttel,…

63. Unmut

Wiederholte Unmutsäußerung Es gibt Texte, die lähmen. Sie sind irgendwie enttäuschend, tun eventuell etwas weh, aber sind zu verschämt, zu unverbindlich, als dass sie leicht darlegbare Irrtümer enthalten. Im günstigsten Falle muss man deren Autoren zu Gute halten, dass sie sie gedankenlos niedergeschrieben haben….

33. Umstürzende Omnibusse

Die Ahnung von „Weltende“ (so der Titel des berühmten Gedichts von Jakob van Hoddis), von Weltzerschleuderung, mit sprachlicher Zerschleuderung im Gefolge, muss damals die Köpfe dieser Dichter besetzt und für Hochdruck gesorgt haben. Doch wer verdüstert uns den Himmelsklumpen so dramatisch wie Lichtenstein? Wer…

106. Lyrisches Gespür

Burkhard Meyer-Sickendiek Lyrisches Gespür. Vom geheimen Sensorium moderner Poesie (Inhaltsverzeichnis siehe unten) Burkhard Meyer-Sickendiek ist Privatdozent am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der FU Berlin. Das Buch erscheint Ende dieser Woche im Fink-Verlag. Hier als Leseprobe das Vorwort Das vorliegende Buch entstand in den…

94. Wirre, wunderliche Worte

Er ist einer der beliebtesten deutschen Schauspieler und von ganzem Herzen Romantiker: „Ein Leben ohne Gedichte, diese kleinen Leuchtfeuer in der Dunkelheit, ist mir heute nicht mehr vorstellbar.“ Ulrich Tukur hat seine Sammlung der deutschen Liebesgedichte „Wehe, wirre, wunderliche Worte“ herausgegeben. Katharina John hat dafür in…

Vor 90 Jahren

Porträt des Jahres 1914 in Gedichttiteln Autor Vorname Titel Titel Ady Endre appel aux veilleurs] L´Europe des Poètes. anthologie multilingue Aiken Conrad [Potter] discordants Poet´s Corner Aiken Conrad [Potter] bread and music Poet´s Corner Akins Zoë i am the wind Poet´s Corner Akins Zoë the…

Literaten am Lenkrad

sks. «Hei, wie wir fliegen! Immer den Tod entlang . . . / Wie wir ihn höhnen und verspotten, der uns am Leben sitzt! / Der uns die Gräben legt und alle Strassen krümmt – ha, wir verlachen ihn! / Und die Wege, die…