Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Inger Christensen lebt und schreibt über Zweifel an der Dichtung Ich bin keine Sterndeuterin, ich bin eher eine Handwerkerin. Die Dichtung ist ja auch nur eine Stimme unter den vielen Stimmen der Welt. Und sie ist auch kein Medium, das besonders geeignet ist, auf… Continue Reading „L&Poe-Rückblende März 2001“
Gedichte liest man nicht so schnell runter wie Romane, das passt nicht zu unserer schnelllebigen Zeit. Dichter und Musiker Frank Findeiß, General-Anzeiger
(Drittes saturnalisches Gedicht) Der dritte Tag meiner Saturnalien. Da ich an den beiden ersten jeweils ein passendes Gedicht hatte, von Mickel und Verlaine, heute wieder ein Mickel. Irgendwie kommen mir viele Gedichte des Berliner Sachsen, frühe wie späte, passend vor. Ein widersprüchliches Fest zu… Continue Reading „Saturnalische Gedichte“
1953 in Ostberlin geboren, überschreitet Cornelia Schleime seit fast vierzig Jahren Gattungsgrenzen, sie schrieb Gedichte und Songtexte, drehte Filme, baute Installationen und fotografierte, musizierte und sang, inszenierte Performances, malt. Eine Lehre als Friseurin, die Ausbildung als Pferdepflegerin und ein abgebrochenes Studium der Maskenbildnerei ergänzen… Continue Reading „Cornelia Schleime“
Walter Jens lebt und wäscht Angela Merkel den Kopf: Frau Merkel, mit ihren von keiner Kenntnis getrübten Attacken gegen die 68er, möge nachlesen, was Marie Luise Kaschnitz , die Demonstrantin auf der Bockenheimer Straße, gegen brutale Polizeieinsätze aufbegehrend, in jener Zeit schrieb… / Der… Continue Reading „L&Poe-Rückblende: Februar 2001“
(Zweites saturnalisches Gedicht) Auf der Suche nach Lesestoff für die gestern eröffneten Saturnalien blättere ich in einem Buch von Paul Verlaine und entdecke recht verdutzt „Vierfache Lesbarkeit“. Aber nein, Freud läßt grüßen, da steht „Vierfache Lustbarkeit“. „Partie Carrée“, der Originaltitel, ist etwas verhüllend übersetzt, es… Continue Reading „Hermeneutik des A.es“
Zwei Zahlen steuern den Fortgang (!) der Lyrikzeitung: 16 (eigentlich 16,3) und 192. Vor 16,3 Jahren begann ich Lyriknachrichten zu veröffentlichen, zuerst auf der (heute nicht mehr existierenden) Seite von pom-lit.de. 16 Jahre ist eine lange Zeit, ein Riesen-Tortenstück selbst für ältere Leute wie… Continue Reading „Lyrikzeitung wird 17“
(Erstes saturnalisches Gedicht) Karl Mickel Pound—Kommentar 1 Es gab eine Zeit, sagt Pound Da die Historiker Lücken ließen in ihren Büchern Für das, was sie nicht wußten. 2 Das goldene Zeitalter, sagt Maurer War einmal wirklich. Ich hielt diesen Satz für brutal. 3 Ich… Continue Reading „Pound—Kommentar“
„Links oben in der Ecke ein Pünktchen./ Rechts unten in der Ecke ein Pünktchen./ Und in der Mitte gar nichts./ Und gar nichts ist viel. Sehr viel – jedenfalls/ viel mehr als etwas.“ Wassily Kandinsky (1866 – 1944) könnte mit dem Prosagedicht „Leer“ durchaus… Continue Reading „Kandinskys Gedichte“
Iédijah ist ein elfjähriger Junge von der Antilleninsel Martinique, die ein französisches Überseedepartement ist. Er gilt als Wunderkind, der Gedichte in einer komplexen Spielform schreibt: Alexandriner mit Binnenreim („Leoninisch“) und Akrostichon. Sein Talent brachte ihm eine Einladung zum Wettbewerb der frankophonen Poesie „Les petits… Continue Reading „Elfjähriger Dichter“
Ein Soldat wurde im Krieg wider die Araber mit einem Pfeil in den Kopff sehr gefährlich verwundet / wie nu der Barbierer die Wunde besichtiget / sprach er zu ihm : Er solte sich Gott befehlen / denn das Hirn wäre ihm tieff versehret… Continue Reading „Hirn“
Der Lyriker Thomas Rosenlöcher erhält die Ehrengabe 2017 der Deutschen Schillerstiftung. Der Anke Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis 2017 geht an Judith Zander, meldet das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. / Börsenblatt
Von Johannes Bobrowski Unter geteiltem Himmel tritt Ole Bienkopp die Spur der Steine im Herbstrauch, er ist (denkt er sich) Staub nicht im Wind. Aber was ist er dann? Oben eiert der Große Wagen, unten der Kabelkran steht, – nämlich der Peter ist blau.… Continue Reading „Neue Erfolgstitel“
Der nordirische Schriftsteller John Montague ist tot. Er starb [am 9.] im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Nizza. Das berichtete die irische Zeitung „Irish Times“ unter Berufung auf Angehörige. Montague hatte den ersten Lehrstuhl für Poesie in der Republik Irland inne und… Continue Reading „Gestorben“
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