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Veröffentlicht am 16. Juni 2026 von lyrikzeitung
146 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Martin Pohl
(* 28. März 1930 in Festenberg, Schlesien, heute Twardogóra, Polen; † 23. September 2007 in Neubrandenburg)
SCHWEDISCHES SONETT
Freut euch, so lang noch grüne Häuser stehn
In grüner Wildnis, worin Eulen schreien!
Und stoßt die Fenster auf, euch zu befreien,
Die Fenster, die euch lehren, weit zu sehn.
Wozu sich von dem anderen entzweien,
Der mit euch spürt des grünen Windes Wehn?
Ihr seid allein. Was kann euch noch geschehn?
Und es tut wohl, dem Wind ein Ohr zu leihen.
Der Abend reicht euch Ringe aus Smaragd,
Gießt grüne Dämmerungen ins Gesträuch,
Schon schwindet, was euch eigen war: die Wildnis.
Und grüne Fische streunen selig, nackt,
Fast etwas irr durch dieses schöne Bildnis
Zu grünen Fenstern hin und finden euch.
Aus: Martin Pohl, Nur ein Erinnern traumumflort. Ghaselen, Sonette und andere Gedichte. Mit Zeichnungen von Joachim Lautenschläger. Neubrandenburg: federchenVerlag, 2003, S. 48
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Abenddämmerung, deutsche Lyrik, Farbensymbolik, federchenVerlag, Gegenwartslyrik, grüne Wildnis, Landschaftsgedicht, Martin Pohl, Naturgedicht, Naturlyrik, Neubrandenburg, nordische Landschaft, Nur ein Erinnern traumumflort, poetische Bilder, Schweden, Schwedisches Sonett, Smaragd, Sonett, Wind
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