Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 11. April 2026 von lyrikzeitung
ES wird der bleiche tod mit ſeiner kalten hand
Dir endlich mit der zeit um deine bruͤſte ſtreichen/
Der liebliche corall der lippen wird verbleichen;
Der ſchultern warmer ſchnee wird werden kalter ſand/
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: barocke Dichtung, Barockgedicht, Barocklyrik, Berliner Ausstellung, Carezza-Morte, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, deutsche Lyrik des 17. Jahrhunderts, Hoffmannswaldau, Kunst und Lyrik, Luigi Russolo, Möglichkeiten einer Insel, Radierung, Scharf-Gerstenberg-Museum, Schönheit und Tod, Sonett, Staatliche Museen zu Berlin, Vanitas, Vanitas-Motiv, Vergänglichkeit, Vergänglichkeit der Schönheit
Veröffentlicht am 10. April 2026 von lyrikzeitung
… Ein Spiegelchen ja der Poet am Mund einer kranken Welt.
— Поэт есть зеркальце у рта больного мира —
Kategorie: Deutschland, Rußland, RussischSchlagworte: Daniel Jurjew, Олег Юрьев, Elif Verlag, Elke Erb, Frankfurt am Main, Gegenwartslyrik, Gott atmete aus, Leipziger Buchmesse, Leningrad, LnPoeMesseLese, moderne Lyrik, Nebelmotiv, Oleg Jurjew, Olga Martynova, poetische Reflexion, russisch-deutsche Literatur, russische Lyrik, Spiegelmotiv, Verse vom himmlischen Drucksatz
Veröffentlicht am 9. April 2026 von lyrikzeitung
Im Sommer Bienenschwärme des Verzichts
Auf windige Phrasendrescherei
Und dennoch Wärme des Lichts
Süßer Honig Effekthascherei
Im Winter Schattenspiele
Auch Gottgewolltheit bringt nichts
Der Sollbruchstellen sind viele
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Black Ink Lyrik, deutsche Lyrik, Dresden, Gegenwartslyrik, Kathrin Brömse, Leipzig, Leipziger Buchmesse, LnPoeMesseLese, Metaphern, moderne Lyrik, Paderborn, Patrick Wilden, Pfusch, poetische Sprache, Schleichwege, Seltsamer Lärm, Sollbruchstelle, Sprachkritik, Zehn Minuten oder länger
Veröffentlicht am 8. April 2026 von lyrikzeitung
Mittags auf der Bank im Park, geborgen,
mit den andern hier in Friedlichkeit,
fühl ich mich zu Haus und ohne Sorgen,
es erfragt bei mir ein Kind die Zeit,
Liebespaare lassen sich nicht stören,
und ein Hündchen wagt mit mir ein Spiel –
ein Verbannter fordert ja nicht viel!
Dennoch darf ich nie dazugehören.
Kategorie: Deutsch, Deutschland, GroßbritannienSchlagworte: Antiquariat, Aufbau-Verlag, Berlin, Buchmesse, deutsche Lyrik, Emigration, Exil, Exillyrik, Fremdheit, Gedichte 1936, Gedichtfund, Heimatfern, Heimatverlust, Literatur im Exil, LnPoeMesseLese, Londoner Exil, Max Herrmann-Neiße
Veröffentlicht am 7. April 2026 von lyrikzeitung
Möglichkeit fünf
zielt auf die Kinderseele, obwohl die, laut Fritzchen,
bloß eine zugige, fingernagelgroße Immobilie. Bloß
paar Wände aus Blätterteig; da drinnen ist’s arg kalt.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Ästhetische Theorie, Chin-chin der Weg führt ins Mondgestein, deutsche Lyrik, Eckhard Henscheid, Formen der Belobigung, Gedichtprobe, Gegenwartslyrik, Ironie, Jörg Schieke, Kritische Theorie, Leipziger Buchmesse, Literaturkolumne, LnPoeMesseLese, Lyrikzeitung, neue Lyrik, Poetenladen Leipzig, Sprachwitz, Theodor W. Adorno
Veröffentlicht am 6. April 2026 von lyrikzeitung
Trog Trog Treier,
up Ostern ät wi Eier,
up Pingsten ät wi wittet Brot,
starw wi nich, so war wi grot.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Brauchtum, Holstein, Kettenreim, Kinderlyrik, Kinderreim, kurze Ostergedichte, Niederdeutsch, Ostereier, Ostergedichte, Osterhase, Ostern, Osterreim, Osterverse, Pfingsten, plattdeutsches Gedicht, traditionelle Reime, Volksgut, Volkskultur, Volksreim
Veröffentlicht am 5. April 2026 von lyrikzeitung
Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Christentum, Feiertage, Frühlingsgedicht, Humor, Joachim Ringelnatz, Karwoche, Lyrik, Osterbrauch, Osterbräuche, Ostereier, Osterfeuer, Osterfreude, Ostergedicht, Ostergelächter, Osterhase, Ostern, Osteroctave, Ostervigilie, Osterwasser, Pierer's Universal-Lexikon, Risus paschalis, Satire
Veröffentlicht am 4. April 2026 von lyrikzeitung
Seht Er Streket Seine Hend auss uns freundlichst Zuentfangen!
Hatt an sein Liebheisses Herz uns zu drüken brünst verlangen!
Ja Er neigt sein liebstes haubt uns begihrlichest zu küssen
All Sein Sinn gebärd und werk seyn zu unser Heyl geflissen!
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Andachtsdichtung, Barock, Barocklyrik, Catharina Regina von Greiffenberg, christliche Symbolik, Figurengedicht, Formgedicht, geistliche Dichtung, Geistliche Sonnette Lieder und Gedichte, Jesus Christus, Kreuzgedicht, Kreuzigung, Kunst-Gesang in Funfzig Liedern, Nürnberg, Passion Christi, protestantische Mystik, religiöse Lyrik, Uber den gekreutzigten Jesus, Visuelle Poesie
Veröffentlicht am 3. April 2026 von lyrikzeitung
Heut lehr ich euch die Regel der Son–.
Versucht gleich eins! Gewiß, es wird ge–,
Vier Reime hübsch mit vieren zu versch—-,
Dann noch drei Paare, daß man vierzehn h—-.
Veröffentlicht am 2. April 2026 von lyrikzeitung
(die füchse sind so schlau, das gibts ja gar nicht! die hasen
sind auch klug, keine frage, alle abi unter zweikommanull, aber
gegen die füchse? keine chance! nicht den hauch einer chance!)
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Abenteuergedicht, Gegenwartslyrik, Gottlob Frege, kookbooks, Krähe und Füchse, Leipziger Buchmesse, LnPoeMesseLese, Logik in der Lyrik, moderne deutsche Lyrik, poetische Theorie, Propositionen, rückkehr von krähe, Semantik, Sprachphilosophie, Sprachreflexion, Sprachspiel, Tiermetaphern in der Lyrik, Ulf Stolterfoht, Wahrheitswerte
Veröffentlicht am 1. April 2026 von lyrikzeitung
Irgendwann schreibe auch ich ein letztes Gedicht
und sehe ein letztes Mal mein Gesicht im Spiegel.
Ist es heute oder an einem Märztag im Sommer?
Eigentlich unerheblich für die Nachwelt, wirklich
ganz unerheblich.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: deutsche Gegenwartslyrik, Existenz und Erinnerung, Gedicht & Gesicht, Gedicht über Erinnerung, Gedicht über Spiegel, Gedicht über Vergessen, Lyrik-Edition NEUN, moderne deutsche Lyrik, Nachtigallen und Amseln, Orkussplitter, poetische Selbstbefragung, Richard III., Schauspieler-Motiv, Sprachverlust, Thomas Böhme, Verlag der 9 Reiche
Veröffentlicht am 31. März 2026 von lyrikzeitung
Ich lebe in einem Staat mit dem Namen Heimat
Seine Verfassung ist ein einziger Satz:
Jeder Bürger hat das Recht auf ein Grab in der Heimat
Kategorie: Rußland, Tschetschenien, TschetschenischSchlagworte: Apti Bisultanov, Berlin, Ekkehard Maaß, Erinnerung, Exil, Geburtsort, Gedicht 1983, Heimat, Identität, Licht, Migration, Minderheitenliteratur, Muttersymbolik, osteuropäische Lyrik, Schmerz, sowjetische Literatur, Tod, Tschetschenien, tschetschenische Lyrik
Veröffentlicht am 22. März 2026 von lyrikzeitung
Nie wollte ich mit dir
Umspannwerke fotografieren,
im „Salon des Amateurs“ feiern.
Auch wollte ich nicht
mein Collier
von Kiev Stingl
mit dir teilen
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Beziehungslyrik, Das Es reiten, deutschsprachige Lyrik, Dortmund, Edition Offenes Feld, Gegenwartslyrik, Jane Wels, Jürgen Brôcan, José F. A. Oliver, Liebesgedicht, Lyrik 21. Jahrhundert, Lyrikzeitung, Mannheim, Nordschwarzwald, urbane Lyrik, zeitgenössische Poesie
Veröffentlicht am 21. März 2026 von lyrikzeitung
noch nie traten wir so nah an den Rand der Welt,
uns traut bei den Händen haltend,
schauten so forschend über den Rand hinaus, so geschützt
wie tief ist es da? wie lange fliegt man denn?
lassen die ersten die nächsten weicher fallen?
Kategorie: Ukraine, UkrainischSchlagworte: übersetzte Lyrik, Claudia Dathe, Crashkurs in Molotowcocktails, edition.fotoTAPETA, Gegenwartslyrik, Halyna Kruk, Halyna Kruk Gedicht, internationale Lyrik, Leipziger Buchmesse, Leipziger Buchmesse Ukraine, Lemberg Literatur, LnPoeMesseLese, Lwiw, Lyrik aus der Ukraine, Lyrik Ukraine Krieg, Stefaniya Ptashnyk, Ukraine Literatur Deutschland, ukrainische Dichterinnen, ukrainische Gedichte Übersetzung, ukrainische Gegenwartslyrik, ukrainische Literatur, Ukrainische Lyrik, zeitgenössische ukrainische Literatur
Veröffentlicht am 20. März 2026 von lyrikzeitung
Was ist mit Theseus? frage ich
Wer ist denn Theseus? lächelt sie und bügelt sich aalglatt
und schließt die Tür
und schließt den Mund
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare