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Veröffentlicht am 19. Juni 2026 von lyrikzeitung
168 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Jochen Ziem
(* 5. April 1932 in Magdeburg; † 19. April 1994 in Berlin)
1
Meine ersten Texte sind jetzt gedruckt langsam werde
ich besser
2
Vor dem Spiegel übe ich Würde ich bereite mich auf
Besuch vor junge Dichter werden Versuche vorlegen ich
werde naja sagen
3
Ich studiere jetzt ruhige Gesten
4
Über die Preise der Akademien werde ich schmunzeln
na wenn schon ich habe es immer gewußt der Nobelpreis
riecht mir nach Pulver der Stalinpreis wurde zu spät
umbenannt
5
Ohnehin ist mein Ehrgeiz ganz anders gerichtet mit dem
Finger werde ich auf Frauen weisen können wie auf eine
Ware die ich haben will
Ich werde bald oben sein
Aus: Panorama moderner Lyrik deutschsprechender Länder. Von der Jahrhundertwende bis zur jüngsten Gegenwart. Hrsg. Wolfgang Hädecke und Ulf Miehe. Mit einem Vorwort von Wolfgang Hädecke. Gütersloh: S. Mohn, o.J. (ca. 1965), S. 479f
Wolfgang Hädecke studierte Germanistik an den Universitäten in Halle und Leipzig, wo er mit Uwe Johnson befreundet war. Er war Praktikant am Stadttheater in Greiz und beim Berliner Ensemble. 1956 verließ er die DDR und ging in die Bundesrepublik Deutschland.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: 1960er Jahre, deutsche Lyrik, Dichterbild, Gedicht, Jochen Ziem, Junge Lyrik, Kulturkritik, literarischer Ehrgeiz, Literaturbetrieb, Literaturgeschichte, Moderne, Nobelpreis, Panorama moderner Lyrik, Poesie, Satire, Schriftsteller, Selbstironie, Stalinpreis, Ulf Miehe, Wolfgang Hädecke
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