Grillen und Tau

151 Wörter, 1 Minute Lesedauer.

Choe Seung-ho

(최승호, Ch’oe Sungho, geb. 1954)

Tau für Jahrtausende

an den Hinterbeinen
der Grillen die den Tau queren 
hängt Tau

an den Hinterbeinen der 
tauquerenden Grillen hängt
Tau

ob an den Hinterbeinen der milchstraßenquerenden Grillen 
     wohl Tau hängt

an den Hinterbeinen der tauguerenden 
Grillen hängt tatsächlich
Tau

an den
tauquerenden
Grillenhinterbeinen

Aus: Wind und Gras. Moderne koreanische Lyrik. Herausgegeben und aus dem Koreanischen übersetzt von Marion Eggert. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2005 (Überarb. u. erw. Neuausg.), S. 131

Seine Gedichte behandeln auf kritische Weise die moderne Zivilisation, häufig schafft er dabei Bilder, die er der Natur entnimmt. Daher werden seine Werke der Ökolyrik zugeordnet. (…) Choi Seung-ho selbst teilt die 20 Jahre seines bisherigen lyrischen Schaffens in drei Phasen ein: die Anfangszeit, während der er sensibel auf die Realität reagierte, die Zeit, als sein Interesse dem Innenleben der Menschen galt, und die Zeit vor und nach seiner Vorliebe des Grotesken. https://de.wikipedia.org/wiki/Choi_Seung-ho

Metadaten

Autor: Choe Seung-ho
Koreanisch: 최승호
Weitere Umschrift: Ch’oe Sungho / Choi Seung-ho
Geburtsjahr: 1954
Titel: Tau für Jahrtausende
Originalsprache: Koreanisch
Übersetzerin: Marion Eggert
Gattung: Gedicht, Naturlyrik, Gegenwartslyrik
Literatur: moderne koreanische Lyrik
Themen: Natur, Wahrnehmung, Vergänglichkeit, Dauer, Kosmos, Sprache
Motive: Tau, Grillen, Hinterbeine, Milchstraße
Stil: minimalistisch, repetitiv, variierend, sprachspielerisch, verdichtend
Quelle: Wind und Gras. Moderne koreanische Lyrik. Herausgegeben und aus dem Koreanischen übersetzt von Marion Eggert. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2005, S. 131.

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