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Veröffentlicht am 1. August 2026 von lyrikzeitung
126 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
Sarah Kirsch
(* 16. April 1935 in Limlingerode, Kreis Nordhausen; † 5. Mai 2013 in Heide (Holstein)
Die Büchse der Pandora
Zu bestimmten Zeiten, das könnten die Zwölf Haydnischen Nächte sein, haben unsere Männer, von denen wir im Krach geschieden sind, gewisse Macht über uns. Das dürfen sie nie erfahren. Die möglichen glücklichen Konstellationen werden ihnen verborgen sein, weil sie dergleichen nie zu hoffen wagen und wir ihnen auch in sieben greifbaren Jahren merkwürdig fremd geblieben sind. Die Schrift hier wird ihr übriges tun. Sie an Tagen sicher machen, wo bei uns nichts zu holen ist. Sie werden immer zur falschen Zeit zum Telefonhörer greifen, und das bewirkt, daß wir unserer letzten Liebe wieder treu sind auf Jahre.
Aus: Sarah Kirsch, Sämtliche Gedichte. München: Penguin, 2025, S. 174
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: deutschsprachige Lyrik, Die Büchse der Pandora, Erinnerung, Liebesgedicht, Mythologie, Pandora, Penguin Verlag, Prosagedicht, Sarah Kirsch, Sämtliche Gedichte, Trennung
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