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Veröffentlicht am 17. September 2026 von lyrikzeitung
89 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
ein gebrechen im tag: wir nennen es angst und flüstern uns fäden zu, lang und endlos, die wir um unsere hände spulen, so machen wir garnrollen aus angst, die wir durch unsere rippen ziehen, durch deine und durch meine, ineinander die fäden weben, einen über den anderen legen, immer wieder, bis etwas außerhalb der sichtbarkeit entsteht, ein dünnes brustkorbgeflecht, farblos bestimmt, zerbrechlich vielleicht, und das uns doch hält: wir nennen es dunst.
Aus: Sachen mit Wœrtern. Zeitschrift für Literatur und Ähnliches, 4. Ausgabe Juli 2014, S. 9
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Angst, Brustkorb, Brustkorbgeflecht, Dunst, ein gebrechen im tag, Fäden, Garnrollen, Gedicht, Geflecht, Gegenwartslyrik, Hände, Körper, Nähe, Rippen, Sachen mit Wœrtern, Simone Scharbert, Sprache, Verbundenheit, Zerbrechlichkeit
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