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Veröffentlicht am 21. September 2026 von lyrikzeitung
363 Wörter, 2 Minuten Lesedauer.
(* 27. August 1894 in Drohobycz, Österreich-Ungarn; † 13. Februar 1969 in London)
Sprich nicht von Polen und Juden – Ein Minenfeld. Sprich nicht von Polen und Ukrainern – Ein Minenfeld. Sprich nicht von Polen und Tschechen – Ein Minenfeld. Sprich nicht von Polen und Litauern – Ein Minenfeld. Betritt nicht das Minenfeld, Du fliegst in die Luft! Es gibt auch noch andere, Auf die wir schon traten, Es lohnt nicht, darüber zu schwatzen. So war es früher, So ist es jetzt, So wird es immer sein, Solang wir auf der Wiese Starrköpfiger Esel waiden.
Aus dem Polnischen von Frank Geerk, aus: Der Himmel voller Wunden. Polnische Gedichte, Chansons und Streiklieder aus fünf Jahrhunderten. Hrsg. v. Frank Geerk. Karlsruhe: von Loeper, 1982, S. 56
Nie mów o Polakach i Żydach,
To pole minowe.
Nie mów o Polakach i Ukraińcach,
To pole minowe.
Nie mów o Polakach i Czechach,
To pole minowe.
Nie mów o Polakach i Litwinach,
To pole minowe.
Nie wstępuj na pole minowe,
Wylecisz w powietrze.
Są jeszcze inne,
Na które wstąpiliśmy przedtem
I także nie ma o czym gadać.
Tak było dawniej,
Tak jest teraz
I tak będzie zawsze
Póki będziemy paść się
Na łące zacietrzewionych osłów.
Aus: Kazimierz Wierzyński, Sen mara, Paris 1969. An diesem letzten Gedichtband arbeitete er noch an seinem Todestag.
Kazimierz Wierzyński gründete mit Antoni Słonimski, Julian Tuwim, Jan Lechoń und Jarosław Iwaszkiewicz die Lyrikzeitschrift und Dichtergruppe Skamander (1918). Der Literaturkritiker Karol Irzykowski sagte über die Gruppe, sie habe ein „Programm ohne Programm“ und bestehe aus „Poeten ohne eine poetische Idee“. Bei den Kunstwettbewerben der Olympischen Sommerspiele 1928 in Amsterdam gewann er die Goldmedaille in der Kategorie Lyrik. 1936 wurde er mit dem Nationalpreis für Literatur ausgezeichnet, und zwei Jahre später wurde er Mitglied der Polnischen Literaturakademie.
Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen 1939 wurde Wierzyński mit der Redaktion der Gazeta Polska nach Lemberg evakuiert. Von dort floh er vor der deutschen Besetzung zunächst nach Frankreich, später über Portugal und Brasilien in die USA. Während der Kriegsjahre veröffentlichte er fast jährlich einen Gedichtband. Nach dem Krieg arbeitete er in London für das Nachrichtenblatt Wiadomości und für Radio Freies Europa.
Seine Asche wurde 1978 nach Polen überführt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kazimierz_Wierzyński
https://de.wikipedia.org/wiki/Skamander
Kategorie: Polen, PolnischSchlagworte: Antoni Słonimski, Der Himmel voller Wunden, Erinnerung, Exil, Frank Geerk, Geschichte, Jan Lechoń, Jarosław Iwaszkiewicz, Juden, Julian Tuwim, Karol Irzykowski, Kazimierz Wierzyński, Lekcja konwersacji, Litauer, London, Minenfeld, Nachbarschaft, Nationalismus, Olympische Spiele 1928, Polen, polnische Lyrik, Radio Freies Europa, Sen mara, Skamander, Tschechen, Ukrainer
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