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Veröffentlicht am 18. September 2026 von lyrikzeitung
149 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
(* 26. Mai 1900 in Biskoupky; † 6. April 1958 in Prag)
Einmal werden wir vergessene Dichter werden
ein andrer übernimmt unsre Aufgabe
man gibt uns den Totenschein
und eine großartige Harmonie ist unsre Belohnung
Wir die wir ein paar Jahre die Fahne getragen
und alles erfuhren was ein Mensch nur erfahren kann
werden irgendwo abseits die Sonnenuntergänge betrachten
ohne Qualen und Bitterkeit
gleich zwei Menschen die endlich begriffen haben
daß Leben unendliches Ruhen ist
weder Ehrgeiz
noch der Wunsch irgend jemand zu gefallen
Alles nackt sehn
ohne irgendwelchen Zynismus
einander liebend mit grenzenloser Ergebenheit
wie zwei alternde Götter die irgendwohin gegangen
um ihr Menschengeschick erleben zu können
und das von den philosophischen Geistern genannt wird
Das Glück
Aus: Vítězslav Nezval, Auf Trapezen. Gedichte. Aus dem Tschechischen. Nachdichtung Franz Fühmann. Hrsg. u. Vorwort Ludvík Kundera. Mit 22 Reproduktionen. Leipzig: Reclam, 1978, S. 53
Kategorie: Tschechien, TschechischSchlagworte: Alter, Auf Trapezen, Dichter, Dichtung, Ehrgeiz, Elegie, Ergebenheit, Franz Fühmann, Götter, Glück, Harmonie, Leben, Liebe, Ludvík Kundera, Menschenschicksal, Reclam Leipzig, Ruhe, Sonnenuntergang, Totenschein, Tschechische Lyrik, Vítězslav Nezval, Vergessen, Vergessene Dichter, Zynismus
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