Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 5. Mai 2026 von lyrikzeitung
127 Wörter, 1 Minute Lesedauer.
»Eine Zirkustrompete, ein muskulöser Radschläger mit Mathematik in den Nerven … Eine Augenbestie, ein schamloser Exhibitionist, ein ironischer Lyriker, ein amerikanischer Wedekind, ein Eimer der Pandora.«
Die Weltbühne über George Grosz, 1921
George Grosz
(* 26. Juli 1893 in Berlin; † 6. Juli 1959 ebenda)
Aus den Gesängen
Welten! Gluten!
Ihr taumelnden, torkelnden Häuser!!!
Cake-walkt am Horizont!!
Ihr Negermelodien
Lieblich wie Ellins Blauaugen – –
Welten, Ströme, Erdteile!
Australien, du Sonnenland!
Afrika mit deinen dunklen Ur-Ur-Urwäldern,
Amerika mit deiner D-Zug-Kultur,
Welten – ich rufe, schreie!!!
Wacht auf, ihr ehrfurchtbuckelnden Blaßgesichter!!!
Ihr Hundesöhne, Materialisten,
Brotfresser, Fleischfresser - Vegetarier!!
Oberlehrer, Metzgergesellen, Mädchenhändler!
– ihr Lumpen!!!
Denkt: meine Seele ist zweitausend Jahre alt!
!!!Triumph!!!
Gott, Vater, Sohn = Aktiengesellschaft.
Aus: George Grosz, Ach knallige Welt, du Lunapark. Gesammelte Gedichte. Hrsg. Klaus Peter Dencker. München, Wien: Hanser, 1986, S. 21

Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Ach knallige Welt du Lunapark, Aus den Gesängen, avantgardistische Dichtung, Dadaismus Deutschland, Die Weltbühne 1921, expressionistische Lyrik, George Grosz, Großstadtgedicht, Hanser Verlag Grosz, Kapitalismuskritik Literatur, moderne Klassiker Lyrik, Wedekind Vergleich
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare