Lyrikzeitung & Poetry News

9. März 2012

36. Warnung vor Würfeln

Weltdichtung und Popkultur, Alltag und Archaisches verlaufen ineinander ohne hierarchischen Unterschied. Tarzan im Fernsehen schwingt vorbei an Michel Polnareff und Sinead O’Connor, um bei Elizabeth Bennet aus Jane Austens „Stolz und Vorurteil” zu landen oder mit polyphonem Handyklingelton unter Wasser im Rhein bei Heine auf der Mailbox („Nach dem Piepton, Loreley, nach dem Piepton”); und das Schokobraun seiner Liane schimmert melancholisch im Nagellack der verflossenen Geliebten wider.

Das „Sashimi”-Lied an einen Sushimeister klingt, als habe sich „Des Knaben Wunderhorn” heute in São Paulos japanischem Stadtteil Liberdade versteckt; und das „Rosa Buch der törichten Herzen” mit ihren Erinnerungen an verflossene Frauen nimmt auch ohne Aphrodites goldene Schalen neben Sappho und Verlaine an einem gemeinsamen Cafétisch Platz, um mit ihnen dadaistisch zu kalauern, dass es Morgenstern und Arp eine Freude wäre.

Selbst Würfelwerfen wird zur Gefahrenquelle im Haushalt: „wissen sie eigentlich, wie viele personen im jahr/durch unfälle mit mallarmé sterben?”  / Florian Borchmeyer, FAZ 7.3. (hier bei buecher.de)

Angélica Freitas
Rilke Shake
Ausgewählte Gedichte. Deutsch – Portugiesisch
Aus dem Portugiesischen von Odile Kennel
luxbooks, Wiesbaden 2011

ISBN-10 393955782 X
ISBN-13 9783939557821

Kartoniert, 132 Seiten, 18,50 EUR

8. März 2012

34. Scanner dichtet mit

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„Gegen herzschmerz hilft allein/rilke shake bei facke Ische in44: Nicht auf den ersten Schluck mundet dieser „rilke shake / mit amour&schoko pur*, den Angelica Freitas uns kredenzt – naturgesüßt durch einen Schuss Keats, dazu eine Prise Cantos von Ezra Pound als Geschmack sverstärker und ein „toast ä la blake4* zum Knabbern, das Ganze dekoriert mit den Blütenblättern von Gertru-de Steins „Rose ist eine Rose”.

Aus: FAZ 7.3. S. 28. – Auflösung des Anfangs:

(…) /rilke shake bei fackelschein”:

10. Dezember 2011

43. Mehr als ein gutes Dutzend. Lyrik 2011 (2)

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Anthologie ∙ Einzeltitel ∙ Essayband ∙ Zeitschrift

Wird in den nächsten 5 Tagen in alphabetischer Folge ergänzt. Nachträge der Leser sind durchaus erwünscht und erbeten und können hier als Kommentar eingetragen werden.  (Bitte erst unter dem jeweiligen Buchstaben eintragen, hier also nur C – Ha. – Die ergänzten Titel werden in die Liste übernommen, in den Kommentaren können Sie nachlesen, was unserm geballten Sachverstand entgangen war, M.G.)

  1. Odile Caradec: Le Ciel, Le Cœur / Der Himmel, das Herz. Französisch-deutsch. Übertragung von Rüdiger Fischer. Éditions En Fôret / Verlag Im Wald. 258 S.
  2. Daniil Charms: Werke in 4 Bänden. Hrsg. von Vladimir Glozer und Alexander Nitzberg. Galiani, Berlin 2011.
  3. Chirikure Chirikure: Aussicht auf eigene Schatten. Gedichte. Dreisprachige Ausgabe, deutsch-englisch-shona. Herausgeber: Indra Wussow, Übersetzung: Sylvia Geist. 120 Seiten, Format: 13.5 x 21 cm, gebunden, Hardcover, Fadenheftung, mit CD. Das Wunderhorn 2011.
  4. Seymour Chwast: Dantes Göttliche Komödie. Adaptiert und gezeichnet von Seymour Chwast. Aus dem Englischen von Reinhard Pietsch. München: Knesebeck 2011, 128 S.
  5. Karl Corino ∙ In Bebons Tal. Neue Bilder aus Bebenhausen, 136 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, Klöp­fer & Meyer, Tübingen 2011.
  6. Ann Cotten: Pflock in der Landschaft. EdK / Distillery, Berlin 2011 (Schock-Edition).
  7. Carl Cairo Cramer: Dorn, ohne Alpha und Omega. Esslingen: Civitas Imperii Verlag 2011.
  8. CRAUSS. lakritzvergiftung. Verlagshaus J. Frank Berlin. Quartheft 29 // Edition Polyphon. 179 Seiten
  9. H.D.: Denken und Schauen : Fragmente der Sappho. (roughbooks 016)
  10. Christoph Danne · finderlohn, 107 Seiten, Broschur, tauland-Verlag, Köln 2011.
  11. Dietmar Dath: Gott ruft zurück. Connewitzer Verlagsbuchhandlung. 55 Seiten
  12. Jan Decker: Der Abdecker, Essay, Prosa, Gedichte, Vorwort: Jürgen Brocan, Illustrationen: Wienke Treblin, FIXPOETRY.Verlag, Hamburg Dezember 2011.
  13. Dedović, Dragoslav [Hrsg.]: Ulaznica : Srbija: panorama pesništva 21. veka. – Eintrittskarte / Panorama der serbischen Lyrik im 21. Jahrhundert. Klagenfurt : Drava, 2011. 359 S. Texte von Nina Živančević, Zvonko Karanović, Danica Vukićević, Živorad Nedeljković, Dejan Ilić, Vojislav Karanović, Nenad Milošević, Rade Tanasijević, Marija Knežević, Saša Radojčić, Saša Jelenković, Dejana Nikolić, Oto Horvat, Srđan Valjarević, Petar Miloradović, Ana Ristović, Nenad Jovanović, Milena Marković, Miloš Živanović, Alen Bešić, Željko Mitić, Jasmina Topić, Enes Halilović, Petar Matović, Dragana Mladenović, Siniša Tucić, Marjan Čakarević, Ljiljana Jovanović und Maja Solar.
  14. Udo Degener (Hg.): Deine Dummheit ist nicht zu ertragen. Gedichte über böse Weiber. Von: Blum, Blumauer, Boie, Brockes, Cartheuser, Castelli, Ebersberger, Epple, Förg, Friedreich, Goekingk, Hartleben, Haug, Hengeler, Karsch, Koller, Küttner, Langbein, Lessing, Logau, Marx, Neukirch, Niedermayer, Opitz, Pfeffel, Presber, Rachel, Ratschky, Richey, Rosegger, Rückert, Saphir, Schubart, Thümmel, Tucholsky, Weckherlin, Wedekind, Zuckermandel (edition grillenfänger 25). 60 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  15. Udo Degener (Hg.):  Gorilla, Pavian, Madrill. Affengedichte von: Abschatz, Busch, Castelli, Fröhlich, Grillparzer, Hagedorn, Hartleben, Hebbel, Hey, Heym, Heyse, Hoffmann-Donner, Kaulbach, Klabund, Lessing, Lichtwer, Liliencron, Mertens, Michaelis, Müller, Nicolay, Niedermayer, Pfau, Pfeffel, Presber, Thoma, Trojan, Weisse, Weissmann, Zöllner (edition grillenfänger 21). 40 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  16. Klaus Peter Dencker (Hrsg.): Morgenstund hat kurze Beine. Unsinnspoesie. Reclam Stuttgart 2011.
  17. Stefan Döring ∙ morgestern, 48 Seiten, geheftete Broschur, Verlag Peter Engstler, Ost­heim/Rhön 2011.
  18. Anne Dorn ∙ Wetterleuchten, 79 Seiten, Nachwort von Jayne-Ann Igel, Hardcover mit Schutz­umschlag, poe­tenladen Verlag, Leipzig 2011.
  19. Richard Dove · Straßenbahn, Hiroshima. Gedichte. Mit einem Nachwort von Pia-Elisabeth Leuschner. 300 Seiten, geb., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  20. Edit. Papier für neue Texte 56. Hg. vom Literaturverein Edit e.V., Leipzig. Gedichte von Jan Imgrund, Anke Bastrop, Rick Reuther, Kenah Cusanit, Mirko Wenig, Sonia A. Petner, Renate Rasp.
  21. Edit. Papier für neue Texte. Edit 57. Hg. vom Literaturverein Edit e.V., Leipzig. Gedichte von Konstantin Ames, Miron Bialoszewski, Georg Leß; Anagramme von Elfriede Czurda, Michael Lentz, Ferdinand Schmatz und Christian Steinbacher zu einem Gedicht von Carlfriedrich Claus.
  22. Sara Ehsan ∙ Deutschland Mon Amour, Gedichte, illustriert von Hannes Haus, Sujet Verlag 2011
  23. Joseph von Eichendorff · Und es schweifen leise Schauer. Die schönsten Gedichte, herausgegeben und mit ei­nem Nachwort versehen von Karl-Heinz Ott, 127 Seiten, Hardcover, Hoffmann und Campe, Hamburg 2011.
  24. Erwin Einzinger: Die virtuelle Forelle. Jung & Jung. 143 Seiten
  25. Urs Engeler (Hg.): Zwischen den Zeilen. Eine Zeitschrift für Gedichte und ihre Poetik. Nr. 32, Januar 2011. Variations sérieuses – Neue Musik trifft neue Poesie. Ein Projekt der Sing-Akademie zu Berlin, hrsg. von Christian Filips. Mit Compact Disc. 117 S. Beiträge von Ann Cotten, Sebastian Elikowski-Winkler, Christian Filips, Mara Genschel, Christoph Herndler, Harald Muenz, Florian Neuner, Monika Rinck, Arne Sanders, Ulrich Schlotmann, Christian Steinbacher, Katia Tchemberdji, Asmus Trautsch.
  26. Urs Engeler (Hg.): Quarta Lingua Quadrophon – vier Miniaturen von Luzius Keller zu vier rätoromanischen Gedichten und deren Übersetzung ins Deutsche, Französische und Italienische. roughbook 017, Zürich und Solothurn, November 2011. Gedichte von Andri Peer, Luisa Famos, Vic Hendry. 62 S.
  27. Jürgen Engler (Hg.): So knallvergnügt: Hundert Gedichte über das Glück. 192 Seiten. Aufbau.
  28. Epidemie der Künste (Hg.): floppy myriapoda. Subkommando für die freie Assoziation, H. 18, 2011. Gedichte von Kai Pohl, Rex Joswig, Ernst Fuhrmann, Johannes Witek, Ernst-Jürgen Dreyer, Emmanuel Eni, Ronald Galenza, Clemens Schittko, Schwartz, Andreas Paul, HEL Toussaint, Niccolò Agnoli, Ralf S. Werder, Alex Galper, Jörg Burkhard, Siegfried Strauch; Kai Pohl über “Matthias” BAADER Holst, weitere Texte von Scheiffele, Paul Günter Krohn, Ann Cotten, Bertram Reinecke u.v.a. Beilage: lauter heiland 0. (zu einem Kommentar von Knofo, Texte von Alexander Krohn, Thomas Steiner, Tom de Toys u.a.).
  29. Herbert Fehmer · die welt braucht keine dachdecker. Gedichte. 88 Seiten, Klappenbroschur, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  30. Joachim Feldmann ∙ Frank Lingnau u.a. (Hg.) · Am Erker. Zeitschrift für Literatur, 61. Ausgabe: Über Gren­zen, Geschichten ∙ Gedichte ∙ Essays, u.a. mit Gedichten von Gernot Wolz und Johannes Witek, Essay von Martin Brinkmann über Matthias Baader Holst, 160 Seiten, Bro­schur, Daedalus Verlag, Münster 2011.
  31. Michael Fiedler ∙ Geometrie und Fertigteile, Nachwort von Jan Kuhlbrodt, 63 Seiten, Hardco­ver mit Schutz­umschlag, poe­tenladen Verlag, Leipzig 2011.
  32. Julietta Fix (Hg.) ∙ Brennpunkte. Lyrik aus der Schweiz, Gedichte von Irène Bourqin ∙ Brigitte Fuchs ∙ Svenja Herrmann ∙ Marianne Rieter ∙ Nathalie Schmid ∙ Elisabeth Wandeler-Deck, Illust­rationen von Judith Sombray, 68 Seiten, Broschur, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  33. Julietta Fix (Hg.) ∙ ein Bild von einem Gedicht, Bilder und Gedichte von Michael Arenz, ∙ Klara Beten, ∙ Jan Decker ∙ Peter Ettl ∙ Sabine Georg ∙ Herbert Hindringer ∙ Magdalena Jagelke ∙ Ulrich Koch ∙ Sünje Le­wejohann ∙ Undine Materni ∙ Frank Norten ∙ Silke Peters ∙ Sophie Reyer ∙ Ulrike Almut Sandig ∙ Iris Thür­mer ∙ Janin Wölke ∙ Michael Zoch, 116 Seiten, Broschur, Querformat, fixpoetry.Verlag, Hamburg 2011.
  34. Kurt Flasch: Warum hat Dante Odysseus in die tiefste Hölle verbannt? Münchner Reden zur Poesie. Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon. Rede #9, gehalten am 19. Juli 2010 im Lyrik Kabinett. 23 Seiten.
  35. Kersten Flenter ∙ Die fetten Haare sind gewaschen, 52 Seiten, geheftete Broschur, Ariel-Ver­lag, Ried­stadt 2011.
  36. Johannes CS Frank und Aurélie Maurin (Hgg.): Zeitkunst. Lyrik und Prosa. Zweisprachig: deutsch und französisch. Verlagshaus J. Frank Berlin. 240 Seiten.
  37. Angelica Freitas, rilke shake, gedichte, zweisprachig. aus dem brasilianischen portugiesisch von odile kennel, luxbooks 2011
  38. Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.): Wo kommen die Worte her? Neue Gedichte für Kinder und Erwachsene. Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2011. 262 S.
  39. Ali Ghazanfari · Falsche Züge, Gedichte, Engelsdorfer Verlag 2011
  40. Traugott Giesen (Herausgeber): Gedichtekalender Kleiner Bruder 2012. Beck. 25 Seiten.
  41. Tina Gintrowski · PENG. Lyrikstories und andere Gedichte, 86 Seiten, Hardcover mit Schutzum­schlag, poetenla­den Verlag, Leipzig 2011.
  42. Peter Goßens (Hrsg.) · »So etwas wie eine Bukowiner Dichterschule«. Ernst Schönwieses Briefwechsel mit Dichtern aus der Bukowina (1947/1948). Vorwort von Peter Goßens (Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 57). 3 Abb., 64 Seiten, Klappenbrosch., Aachen, Rimbaud Verlag 2011.
  43. Benoît Gréan: PSA 14 / Petite suite attique / Kleine attische Suite / Piccola suite attica (französisch, deutsch, griechisch, italienisch). Herausgegeben von G. H. H., hochroth Verlag 2011.
  44. Andrea Grewe, Hiltrud Herbst und Doris Mendlewitsch (Hgg.): Fliegende Wörter 2012. Postkartenkalender. Daedalus. 56 Seiten
  45. Durs Grünbein: Limbische Akte. Gedichte. Ausgewählt u. mit einem Nachwort von Norbert Hummelt. Stuttgart: Reclam 2011. 365 S.
  46. Gert Robert Grünert, „Flußschnellen“, Neun Gedichte und ihre Analyse, 128 Seiten, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2011.
  47. Oskar Gudmundsson: Snorri Sturluson. Homer des Nordens. Eine Biografie. Aus dem Isländischen von Regina Jucknies. Böhlau-Verlag, Köln 2011. 447 S., Fr. 35.50.
  48. Gumz, Alexander: Ausrücken mit Modellen. Kookbooks. 88 S.
  49. Egon Günther: unsortierte wahrnehmungen. gedichte und prosa. medien streu. Engstler Verlag, Ostheim/Rhön 2011, 72 S.
  50. Florian Günther: Ausgemistet. Gedichte 1989 – 2011. Taschenbuch, 336 S. Verlag Peter Engstler, Ostheim/Rhön 2011.
  51. Philipp Günzel, Simone Kornappel (Hg.): randnummer. literaturhefte 04, September 2011, 128 S. Gedichte von Dennis Büscher-Ulbrich, Kristoffer Patrick Cornils, Max Czollek, Nicolai Kobus, Jan Kuhlbrodt, Tristan Marquardt, Robert Monat, Stephan Reich, Monika Rinck, Tibor Schneider, Sabine Scho, Mathias Traxler, Michael Zoch, Dmitry Golynko, Birgit Kreipe.
  52. Aldona Gustas, Untoter. Corvinus Presse.
  53. Victor Hadwiger · Wenn unter uns ein Wandrer ist (edition grillenfänger 19). 28 Seiten, Broschüre, Klammerheftung, Potsdam, udo degener verlag 2011.
  54. Matthias Hagedorn (Hg.) ∙ Rheintor Linz – Anno Domini 2011, 64 Seiten, Bilder ∙ Prosa ∙ Gedichte von Swantje Lichtenstein ∙ Peggy Neidel ∙ A. J. Weigoni ∙ Kurzessays über Stan Lafleur ∙ Swantje Lichtenstein ∙ Andreas Noga ∙ Francisca Ricinski ∙ A. J. Weigoni, Vor­zugsausgabe mit einem Holzschnitt von Haimo Hieronymus, Hardcover, Edition Das Labor, Bad Mülheim 2011.
  55. František Halas, „Töt ich den Schatten der krächzt“, Gedichte, ausgewählt von Antonin Brousek, aus dem Tschechischen übertragen von Manfred Peter Hein, mit einem Essay von Ludvik Kundera, herausgegeben von Volker Demuth und Swantje Lichtenstein, Edition Poema im Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2011.
  56. Mehrzad Hamzelo ·  Rudolf Kraus ·  Gorji Marzban (Hrsg.) · Neun Gärten der Liebe. Zeitgenössische persische Liebesgedichte, Edition Roesner 2011

19. November 2011

87. Kabbalistisch anmutendes Weltbild

Einsortiert unter: Brasilien, Portugiesisch — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 15:35

Die brasilianische Schriftstellerin Clarice Lispector (1920–1977) war eines der stärksten und vielseitigsten Talente der südamerikanischen Erzählliteratur. Zu Lebzeiten als Ikone der Moderne gerühmt und als Feministin vereinnahmt, ist sie heute nur noch ein Geheimtipp. Eine Wiederentdeckung tut dringend not, meint Felix Philipp Ingold in der NZZ:

Ebenso eigenartig, ja einzigartig wie die erratische Sprachform und die abrupte Erzählweise ist das literarische Weltbild, das sich in die Lispectorschen Texte eingezeichnet findet. Dieses kabbalistisch anmutende Weltbild ist dominiert von der Bipolarität Ich/Gott, die aber nicht auf punktueller Gegenüberstellung beruht, die vielmehr als ein wechselseitiges Ineinanderfliessen vorgeführt wird, bei dem alles mit allem gleichrangig zu korrespondieren scheint. So wie «Gott» alles und zugleich eins ist, nämlich identisch mit der Gesamtheit der Ding- und Sprachwelt, ist «Ich» zugleich jemand selbst und alle andern, zu fassen nur in seiner Unfassbarkeit als Mann/Frau, Mensch/Tier, Leib/Wort, Person/Name, Individuum/Kollektiv. Die Dialektik des Entweder-oder löst sich auf im Sowohl-als-auch gleichgültiger (heisst: gleichermassen gültiger) Multioptionalität, die zuletzt auch grosse Antagonismen wie Liebe/Hass, Lust/Schmerz, Glauben/Wissen sich verflüchtigen lässt.

Als Zugabe ein Gedicht der Autorin

(Die Neue Zürcher beweist auch in diesem Fall ihre Welthaltigkeit. 2002 las ich da: «Ich schreibe Gedichte, nicht um Dichter zu werden, sondern um meine Seele zu üben» nzz 9.2.02)

13. Mai 2011

54. Prix Camoes für portugiesischen Dichter

Der Prix Camoes, wichtigster Literaturpreis der portugiesischen Sprache, geht dieses Jahr an den Portugiesen Manuel Antonio Pina. Der Autor wurde 1943 in Sabugal geboren und hat zahlreiche Gedichtbände und auch Kinderbücher veröffentlicht. Der Preis, der mit 100.000 Euro dotiert ist, wurde 1989 von Portugal und Brasilien gestiftet und würdigt die lusophonen Autoren, die sich um die portugiesische Sprache verdient gemacht haben. Bisher haben ihn u.a. die Brasilianer Jorge Amado (1994) und Ferreira Gullar (2010), die Portugiesen Antonio Lobo Antunes (2007) und José Saramago (1995) und der Angolaner Pepetela (1997) erhalten. / rtl (Belg.)

30. April 2011

132. Adriana Calcanhotto singt

Ihr Repertoire umfasst eine faszinierende Mischung aus selbst geschriebenen Liedern (für die sie unter anderem Lyrik von Gertrude Stein, Augusto de Campos und Jacques Prévert vertonte), Stücke von zeitgenössischen brasilianischen Musikern wie Arnaldo Antunes, Pedro Luís oder Péricles Cavalcanti, Klassikern der Música Popular Brasileira und Bossa Nova sowie einigen Coverversionen. / Die Welt

19. Februar 2011

84. In fremden Sprachen singen

Yara Linss: Für mich ist es so, dass ich gerne in verschiedenen Sprachen singe. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich mit zwei Kulturen aufgewachsen bin. Und da ich halb Brasilianerin bin, sind eben auch portugiesische Lieder dabei.

Was natürlich gemein ist uns gegenüber, die des Portugiesischen nicht mächtig sind…

Ehrlich gesagt: Wenn wir englische Texte hören – verstehen wir die dann wirklich? Und trotzdem hören wir sie uns begeistert an. In erster Linie geht’s ja auch erst einmal um das klangliche Gesamtbild. Dazu gehört auch der spezielle Klang der jeweiligen Sprache – ganz unabhängig davon, was jetzt die einzelnen Wörter genau bedeuten.

Sind Sie dann bei den deutschsprachigen Texten anders vorgegangen als bei den englischen oder portugiesischen?

Nein, der Kompositionsprozess ist nicht immer gleich, aber ähnlich. Dabei geht es mir tatsächlich erst einmal um den Sprachklang. Man kann auch sagen, dass die einzelnen Worte mir die Musik diktieren. In erster Linie geht es also darum, was diese Textzeile mit mir macht – ganz unabhängig von der Sprache und von dem, was der Text im Tieferen bedeutet.

Interview: Maximilian Theiss, Abendzeitung

Yara Linss: „Poems“ (u.a. mit Texten von Dorothy Parker, James Joyce, Heinrich Heine und Else Lasker-Schüler)

30. Oktober 2010

118. “Manuskripte” 50 Jahre

Das erste Heft der “manuskripte” erschien am 4. November 1960 zur Eröffnung des Forum Stadtpark, mit dem die Zeitschrift lange Zeit auf organisatorischer wie auf ideeller Ebene verbunden war. Ein hektografiertes Heft, 15 Blätter in einer Auflage von 100 Stück, Preis drei Schilling, ausschließlich Lyrik beinhaltend. Der Titel “manuskripte” war programmatisch: Es wurden fast nur unveröffentlichte literarische Texte abgedruckt, Essays und kulturpolitische Artikel waren Mangelware, Rezensionen gab es nicht.

Blickt man auf die 188 bisher erschienenen Nummern der Zeitschrift zurück, so entfaltet sich eine deutschsprachige Literaturgeschichte en miniature. Bereits in der zweiten Nummer veröffentlichte Kolleritsch Texte der Vertreter der “Wiener Gruppe”, die in den “manuskripten” eines ihrer wichtigsten Veröffentlichungsorgane hatten. Auch Ernst Jandl und Friederike Mayröcker debütierten Anfang der 1960er Jahre in der Zeitschrift. Kolleritsch räumte aber nicht nur der österreichischen Avantgarde einen für sie überlebensnotwendigen Platz ein, sondern bemühte sich auch, ausländische Literaturen zu vermitteln. Schwerpunkte in den frühen Heften waren etwa (von Heimito von Doderer) vermittelte estnische Lyrik, tschechische Experimentalpoesie, brasilianische konkrete Literatur ( Noigandres ) oder Literatur der Stuttgarter Gruppe. / Peter Landerl, Wiener Zeitung

1. September 2010

3. Lyrikbibliothek

Eine gute Idee kommt aus Großbritannien: Die Poetry Library Collection bietet kostenlose Volltextarchive britischer Lyrikzeitschriften des 20. und 21. Jahrhunderts. Eine stetig anwachsende Liste (s. unten).

Hier aus diesem Fundus 26 brasilianische Gedichte.

Modern Poetry in  Translation bringt in Heft 3 / 2005 ein Dossier Achmatowa übersetzen sowie ‘Twenty-one glosses on poems from The Greek Anthology’ von Neil Philip  und Gedichte von Giuseppe Belli, Raymond Queneau, Friedrich Hölderlin, Ovid, Dante, Ingeborg Bachmann, Alejandra Pizarnik und vielen anderen.

“Hälfte des Lebens” heißt auf Schottisch “Hauf o Life”:

Hauf o Life

Bien wi yella pears, fu
o wild roses, the braes
fa intil the loch;
ye mensefu’ swans,
drunk wi kisses
dook yir heids
i the douce, the hailie watter.

But whaur, when winter’s wi us
will ah fin flo’ers;
whaur the shadda
an sunlicht o the yird?
Dumbfounert, the wa’s staun;
the cauld blast
claitters the wethervanes.

Translated by Kathleen Jamie

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26. August 2010

125. “Tradition”

Einsortiert unter: Angola, Brasilien, Portugiesisch — Schlagworte: , — lyrikzeitung @ 02:29

Vor allem aber ist Agualusa diese Reise Anlass, ein betörendes Porträt des multikulturellen Afrika zu zeichnen. Natürlich kennt der Kontinent die Gewalt zur Genüge, Agualusa hat es im «Lachen des Geckos» hinreichend angedeutet. Aber Afrika kennt neben Gewalt auch offene, dynamische, aus den unterschiedlichsten Quellen sich speisende Kulturen, weit weg von jenen umhegten, mit Kulturerbe-der-Menschheit-Mitteln auf Eis gelegten Reservaten, wo selbsternannte Traditionswächter aus dem Norden die indigenen Schöpfungen vor dem Kontakt mit dem korrumpierten Kapitalismus schützen wollen. Die Traditionen, sagen diese Sittenwächter, müssten geschützt werden. «Wirklich?», entgegnet einer der Protagonisten. «Welche Tradition denn? Die Portugiesen brachten den Karneval nach Angola und ihre Sprache, Jesus Christus, Stockfisch, Palmöl, Mais, die Gitarre, das Akkordeon, Fussball und Rollhockey. Ausserdem brachten die Portugiesen uns Syphilis, Tuberkulose, Strandflöhe und den Teufel noch dazu. Sie haben den Sklavenhandel eingeführt und mit ihm eine Reihe von anderen ehrenwerten Traditionen. Tradition. Schon das Wort lässt mich schaudern.» / Kersten Knipp, NZZ 25.8.

José Eduardo Agualusa: Die Frauen meines Vaters. Roman. Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. Verlag A 1, München 2010. 381 S., Fr. 38.50. – Ders.: Das Lachen des Geckos. Roman. Verlag A 1, München 2008. 381 S., Fr. 29.90.

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