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«100 Jahre nach mir wird keine Rede von mir sein» das schrieb der slowenische Schriftsteller Srečko Kosovel in sein Tagebuch. Heute ist es soweit – vor 100 Jahren ist der Dichter im Alter von nur 22 Jahren gestorben.
Evakuation des Geistes
Der Geist im Raum.
Abgefackelte Stürme erglühen das Dunkel.
Der Geist brennt im Raum.
Magisches Licht strahlt aus.
Grüne Fenster des hellerleuchteten
Schnellzugs auf dem Viadukt.
Ich brenne selbst und leuchte mir
die Blinden empfinden die pure Elektrizität
meines Lichts, sehen den Schein nicht.
Doch alle beben wie ich
wie im Todesrausch.
Und wissen nicht, daß es das Beben
von Flügeln ist, die ausgreifen wollen
hochschlagen wie Goldfeuer in die Nacht.
Und verfluchen die Polizisten der Sonne
die nachtsüber wie
die Kleinbürger schlafen
und alle MENSCHEN schlafen nachts
und fühlen die magischen Offenbarungen nicht
die in mir aus mir strahlen.
Menschen sind Evakuationen des Geistes.
Anomalien der Psychologie.
Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler, aus: Srečko Kosovel: Integrale. Klagenfurt: Drava, 1999, S. 10
Srečko Kosovel
Evakuacija duha
Duh v prostoru.
Požar neviht razžarja temo.
Duh gorí v prostoru.
Magično luč razseva.
Zelena okna razsvetljenega
brzovlaka na viaduktu.
Sam gorim in sebi svetim;
slepi čutijo samo elektriko
moje luči, ne vidijo svita.
A vsi trepečejo kakor jaz,
kakor v smrtnem opoju.
In ne vedó, da je to trepet
kril, ki se hočejo razprostreti,
izžareti kot zlati ogenj v noč.
In preklinjajo policaje sonca,
ki spijo ponoči
kakor malomeščani.
In vsi ljudje spijo ponoči
in ne čutijo magičnih razodetij,
ki sijejo v meni iz mene.
Ljudje so evakuacija duha.
Anomalija psihologije.
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