Getagged: Berlin

70. Lied des Monats

Thomas Pigor ist ein deutscher Kabarettist, Liedermacher, Buchautor und Komponist. Seit Ende der 1970er-Jahre ist er als Musikkabarettist mit verschiedenen Bühnenprogrammen unterwegs. Seine Texte beziehen sich vorzugsweise auf aktuelle Ereignisse und er gilt als einer der Erneuerer des deutschen Chansons.

Baut den Palast der Republik wieder auf!
Text und Musik: Thomas Pigor

Wegen Schinkel kam noch kein Tourist nach Berlin
Die wolln hier alle nachts um die Häuser ziehn
Die wollen kucken ob noch irgendwo die Mauer steht
Und ob hier wirklich der vielzitierte Zeitgeist weht
Man lockt doch niemand hinterm Ofen hervor
Mit den doofen Droschken am Brandenburger Tor!

Baut den Palast der Republik wieder auf
Das wär die absolute Härte
Baut den Palast der Republik wieder auf
Das sag ich als Tourismusexperte
Das wär der absolute Hammer für Berlin
Und schickt die Droschken zurück nach Wien!

Der verspätete Triumph der alten kalten Krieger
Schlossneubau heisst die Ästhetik der Sieger
Denn alles was für die die DDR repräsentiert
Gehört in deren Augen ausradiert
Die Mauer ein Symbol für die Teilung weltweit
Bekannt, abgetragen nach kürzester zeit
Wie der Palast der Republik trotz Protesten
Von den Politsaubermännern aus dem Westen
In ihrer biedermännischen Geschichtsvergessenheit
In ihrer westberliner Droschkenseligkeit
Liessen sie die Abrissbirnen bollern
Und was haben sie zu bieten? Hohenzollern!

Baut den Palast der Republik wieder auf
Berlin ist die Stadt der Moderne
Baut den Palast der Republik wieder auf
Und hängt den Schinkel an die Laterne!

Mit seim historischen Zentrum also Bitte
Macht doch Berlin numma wirklich keine Schnitte
Und das ewige Bohei um Schinkels Stil
Das kommt nicht ran an Paris oder Dinkelsbühl !

Klar das Brandenburger Tor und klar die Museen
Und was von Schinkel steht, lasst es meinetwegen stehn
Aber ein Schlossneubau das ist Disney-like
Wer sowas sehn will, der soll nach Braunschweig!
Das 20. Jahrhundert – die Teilung der Stadt
Das 21. Jahrhundert – was es zu bieten hat
Weiss man noch nicht – der grösste Schatz
Im Zentrum von Berlin ist der Platz
Und es ist tragisch dass man jetzt
Diesen Platz mit historischem Kitsch besetzt
(…)

/ Deutschlandfunk 11.6. (zum Anhören)

68. Weißensee ist überall

Robert Mießner über das Festival “Weißensee 2″ heute in der Zeitung junge Welt, Auszug:

Ein charmantes Motto des Festivals könnte »Das Hündle kam weiter auf drein« (roughbook 028), dem neuen Gedichtband Elke Erbs, entnommen sein. Sie las am Eröffnungsabend: »…wo da hinter der Stadt / die Gegend bloßlag: schwieg das Gemüt / war die Eigenliebe beendet.« »Weißensee 2« ist ein kollektives, multimediales An- und Unterfangen. Viele der präsentierten Texte sind Neuveröffentlichungen: Tone Avenstroups »ineinandersetzung / samstemmelse« (deutsch / norwegisch) ist unlängst bei Distillery erschienen. Sie stellte ihren Band am Mittwochabend mit Band vor: Alexander Krohn (Britannia Theatre, Straßenschaden) und Egon Kenner (Freygang) spielten Akustikgitarre; Ralph Gabriel (Straßenschaden) erkundete die perkussiven Möglichkeiten von Teedosen, Kichererbsen und Küchengeräten. Ebenfalls neu bei Distillery: Katja Horns »Mengenleere« mit Illustrationen von Mareile Fellien. »Leere«, nicht »Lehre«: Manchmal macht ein Buchstabe den Sinn und den Sound. Oder besser: sehr oft.    (…)

Der Sonnabend klingt aus mit der »Chronik der Zone Greifswalder Bodden« (roughbook 025): ein kühner Science-Fiction-Wurf ins Jahr 2557 wie eine  Rückblende. Die Chronik besteht aus zwei Texten des norwegischen Dichters Øyvind Rimbereid: »St. Petersburg Wasser« und »Solaris korrigiert«, geschrieben im Stavanger Dialekt beziehungsweise einer synthetischen Nordseesprache, von Tone Avenstroup ins Hochdeutsche, von Bert Papenfuß in moderates Berlinisch bzw. eine utopische Ostseesprache übertragen. Papenfuß trägt dies vor gemeinsam mit Ronald Lippok (Tarwater, To Rococo Rot) und Alexander Pehlemann (Zonic). Anschließend Mehrgenerationentanz.

Das Abschlußfest am Sonntag bestreiten Katrin Heinau, Clemens Schittko, Brigitte Struzyk, HEL Toussaint und Ralf S. Werder mit einer Lesung aus Kai Pohls Schock-Edition, deren vierte Folge diesen April erschienen ist.

 

40. Fluxus

TAGUNG. Fluxus und/als Literatur. Zum Werk Jürgen Beckers
13. – 16.06.2013

Auf diesem Bild sehen Sie eine Urszene der 1960er Jahre-Literatur: Wolf Vostell, Heinrich Maria Ledig-Rowohlt und Jürgen Becker verkaufen den Fluxus-Band “Happenings”. Das Symposium geht der Frage nach, inwiefern diese Zusammenarbeit zwischen dem Fluxus-Künstler Vostell und dem Schriftsteller Becker grundlegend für die experimentelle Prosa der 1960er Jahre gewesen ist. Sind von Vostell entwickelte Verfahren wie etwa die Dé-Collage, das Environment oder die Verwischung in Beckers einflussreichem Werk zu Literatur geworden? Dies werden wir sowohl im FLUXUS+ Museum in Potsdam als auch an der Freien Universität Berlin gemeinsam mit dem Autor Becker zu klären versuchen.

Quelle

16. Aneignung

Im Rahmen des Masterseminars “Appropriation: Ästhetiken der Aneignung in der Literatur und den Künsten des 20. Jahrhunderts” (HU Berlin) stellen Uljana Wolf und Christian Hawkey am 24. Juni ihr neues Werk vor. Christian Hawkey und Uljana Wolf haben in ihrem Werk “SONNE FROM ORT. Ausstreichungen/Erasures” (Berlin 2012) Rainer Maria Rilkes Übertragung der “Sonette aus dem Portugiesischen” von Elizabeth Barrett-Browning gemeinsam umgearbeitet. Sehr herzlich möchte ich alle Interessierten zur Veranstaltung einladen.

Die Lesung mit anschließender Diskussion findet am 24.6. von 18 bis 20 Uhr im Ocelot in der Brunnenstr. 181, 10115 Berlin statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: <http://www.ocelot.de/blog/>.

6. Weißensee 2

Freunde der Kultur!

Vom 7. bis 16. Juni 2013 findet das erste Literaturfestival in Berlin Prenzlauer Berg unter dem Namen WEISSENSEE 2 statt. An vier Orten werden ca. 30 Veranstaltungen von kompetenten, kompromißlosen Kulturschaffenden präsentiert, die größtenteils in Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee zu Hause sind. Mehr als 60 Künstlerinnen und Literaten stellen sich der »freiwilligen Aufgabe«: sie bieten der Gemeinde den Gegenwert für die Aufmerksamkeit, die gegenwärtig in Pankow für 4 Euronen pro Kopf und Jahr zu haben ist. Ihre Spontaneität ist ihre wirksamste Kraft, die Muskulatur einer utopischen Kultur, die bereits heute auf bargeldlosem Zahlungsverkehr beruht:

auf Poesie.

Aus dem Programm:

Freitag, 7. Juni

21 Uhr, Rumbalotte
Elke Erb
Das Hündle kam weiter auf drein
Lesung

Sonntag, 9. Juni
18 Uhr, staatsgalerie
Depesche auf Rädern.
Dichtungen des tschechischen Poetismus 1923–1939.
Eine Vorstellung von Peter Ludewig mit einem poetistischen Spezialgast.

20 Uhr, Rumbalotte
Kohle auf Papier
Ilia Kitup stellt seinen Propeller Verlag vor.

Montag, 10. Juni
19 Uhr, BAIZ
Über die Klebrigkeit von Sprengstoff
Andreas Paul und Denis Faneitis proben den Aufstand mit Gedichten & Slam
Poetry.

19 Uhr, Rumbalotte
Women are hungry
Henryk Gericke, Cornelia Jentzsch, Sarah Marrs, Robert Mießner, Bert Papenfuß
Rückblickende Buchvorstellung von Slam! Poetry (Druckhaus Galrev, 1993)
Illustrationen: Sarah Marrs

21 Uhr, Rumbalotte
Batterie Bolu
Deutsch-serbische Texte von Silke Galla und Zoran Naric plus vaterlandslose
Geräuschmusik von Helko Reschitzki

Dienstag, 11. Juni
19 Uhr, Rumbalotte
Rothahndruck präs.:
Engel- und Türklopfer
Alexander Krohn und Kai Pohl lesen aus dem Siebdruck.
www.distillerypress.de
www.pappelschnee.de

Mittwoch , 12. JUNI

19 Uhr, Rumbalotte
Tone Avenstroup
ineinandersetzung
Lesung, Hintergrundmusik von Krohn/Kenner/Gabriel

WEISSENSEE 2

114. Poesiefestival Berlin

Veranstaltungsübersicht

Mo 10.06.2013

Di 11.06.2013

Mi 12.06.2013

Do 13.06.2013

Fr 14.06.2013

Sa 15.06.2013

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113. Tibor Szemzö Tractatus

Thementag Ungarn
Tibor Szemzö Tractatus – Multimedia-Performance

So 09.06.2013 – 22:00 Uhr

»Bildmagier und Klangstürmer« nannte die FAZ den ungarischen Medienkünstler Tibor Szemző. Inspiriert von Ludwig Wittgensteins »Tractatus logico-philosophicus« lässt er seine klangvolle Sprechstimme, verschiedenen Sprachmelodien, Musik und poetische Super-8-Filmaufnahmen von Péter Forgács zu einem einfühlsamen und lebendigen Gesamtkunstwerk werden.

Mit freundlicher Unterstützung durch: Auswärtiges Amt, Collegium Hungaricum Berlin, Robert Bosch Stiftung, Hannelore und Helmut Greve-Stiftung für Kultur und Wissenschaften Hamburg

Ort: Akademie der Künste
Kleines Parkett
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Eintritt: 6/4 EUR

82. Neue Lyrik aus Berlin

Wann: (war schon)
Wo: Literaturwerkstatt Berlin
Knaackstr. 97(Kulturbrauerei)
10435 Berlin
Veranstalter: Literaturwerkstatt Berlin

In Lesung und Gespräch: Nico Bleutge (Autor, Berlin) und Björn Kuhligk (Autor, Berlin) Moderation: Meike Feßmann (Literaturkritikerin und Autorin, Berlin)

Wie kann man heute über Landschaft schreiben? Die Berliner Dichter Nico Bleutge und Björn Kuhligk nähern sich dieser Frage von sehr unterschiedlichen Seiten. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie sich wohltuend von dem abheben, was Peter Rühmkorf einst spottend als die »Wiedergeburt des Mythos aus dem Geiste der Kleingärtnerei« bezeichnet hat. Nico Bleutges (*1972 München) Band »verdecktes gelände« (C.H.Beck 2013) ist die konsequente Weiterführung jenes ästhetischen Ansatzes, der bereits in den beiden vorangegangenen Büchern, »klare konturen« und »fallstreifen«, deutlich hervortrat: eine Art poetische Mikroskopie, die sich der unbedingten Sprachgenauigkeit verschrieben hat. Das Ergebnis ist eine lyrische Diktion, welche mit ihrem hochdifferenzierten Auflösungsvermögen selbst solche Landschaften zum Schillern bringt, die sich aus den unterschiedlichsten Graustufen zusammensetzen. Björn Kuhligk (*1975 Berlin) schlägt in seinem neuen Band »Die Stille zwischen null und eins« (Hanser Berlin 2013) für ihn ungewohnte Töne an. Er verlässt das urbane Umfeld und wendet sich den »dampfenden Tieren« am Leckstein und dem Mond in der Oberleitung zu. Es sind Texte in einem nicht abgesicherten Modus, die lustvoll die Tradition unterlaufen, in der das Naturgedicht steht. / mehr

45. poesiefestival berlin

Das 14. poesiefestival berlin fragt nach den Orten der Dichtkunst, nach der „Heimat Poesie“. Vom 7.-15. Juni 2013 präsentiert die Literaturwerkstatt Berlin in der Akademie der Künste am Hanseatenweg die Bandbreite und Vielseitigkeit internationaler zeitgenössischer Dichtkunst.
Zu Gast sind u.a. Christian Bök (Kanada), Breyten Breytenbach (Südafrika), TJ Dema (Botswana), Oswald Egger (Südtirol), Kosal Khiev (USA/Kambodscha), Ursula Krechel (Deutschland), Ise Lyfe (USA), Nikola Madzirov (Mazedonien), Luis García Montero (Spanien), Don Paterson (UK), Tomaž Šalamun (Slowenien), Ana Tijoux (Chile), Natan Zach (Israel) und Adam Zagajewski (Polen).

Hier das komplette Programm.

Kartenvorverkauf
Vorverkauf in der Akademie der Künste
Tel 030. 200 57-1000/-2000
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten
Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte
Täglich 10:00–19:00
Im Internet unter: www.adk.de oder www.poesiefestival.org

Festivalpass, gültig für alle Veranstaltungen:
60 EUR/40 EUR, erhältlich in der Akademie der Künste.

Ort
(soweit nicht anders angegeben):
Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
10557 Berlin-Tiergarten
S-Bahn Bellevue / U9 Hansaplatz/ Bus 106

Informationen
Literaturwerkstatt Berlin
Tel 030. 48 52 45 0
www.literaturwerkstatt.org

42. Arbeitsstipendien 2013

Arbeitsstipendien 2013 an Schriftstellerinnen und Schriftsteller vergeben

Berlin, den 22.04.2013

Auch in diesem Jahr wird die Kulturverwaltung des Berliner Senats an 13 in Berlin lebende Autorinnen und Autoren Arbeitsstipendien in Höhe von insgesamt 156.000 € vergeben. Die Stipendiaten erhalten ein sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 € (Monatssatz 2.000 €).

Die diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten sind:

Konstantin Ames, Maxim Biller, Rabea Edel, Gerhard Falkner, Patrick Jon Findeis, Günter Herburger, Lioba Happel, Dr. Thomas Hettche, Dr. Gabriela Hift, Georg Leß, Thorsten Palzhoff, Tom Schulz und Ellen Wesemüller.

Der Jury zur Vergabe der Arbeitsstipendien gehörten dieses Jahr an: Verena Auffermann, Ulrike Baureithel, Tom Bresemann, Gregor Dotzauer, Christian Hippe und Dr. Dieter Stolz.

Die Jury hatte über 343 Bewerbungen zu entscheiden.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden sich und ihre Arbeiten im Rahmen einer vom Literaturforum im Brecht-Haus organisierten Veranstaltung Ende Oktober oder Anfang November 2013 im Berliner Ensemble präsentieren. Der Termin wird der Öffentlichkeit vorher bekannt gegeben.